Herzensangelegenheit – Interview mit Romana Reiff
24. April 2009 | Von Dr. Georg Pepl | Kategorie: Feuilleton
Vielseitigkeit ist einer der Trümpfe von Romana Reiff: Im Duo Soulsonic singt sie im eleganten Abendkleid Pop, Jazz und Soul, bei der Band Fox Force 4 wird sie zum rockenden Energiebündel. Nun legt die bekannte Kasseler Sängerin ihre erste Solo-CD „all the letters“ mit eigenen Songs vor.
Frau Reiff, wodurch unterscheidet sich Ihre neue CD von den vorangegangenen Alben?
Die beiden vorangegangenen Alben mit Soulsonic beschäftigen sich mit Covertiteln, die neu bearbeitet und in einem völlig neuen Gewand präsentiert werden. Dabei verlassen die Songs auch häufig ihren ursprünglichen Musikstil und finden sich plötzlich zum Beispiel im Soul-Jazz wieder, wie etwa „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana auf der CD „Soulsonic-Discover“. Auf der neuen Solo-CD befinden sich nur meine eigenen Songs, es stecken eigene Gefühle und Gedanken darin, dadurch ist es eine sehr persönliche Herzensangelegenheit …
Warum heißt die CD „all the letters“?
Die Songs sind Briefe, die ich zwischen Juli 2007 und September 2008 geschrieben habe. Ich schickte keinen dieser Briefe an die Empfänger, sondern machte sie zur Grundlage der Songs. Die Idee war und ist es noch, dass vielleicht einige der Briefe ihren Empfänger über die Musik doch noch erreichen.
Was bedeutet es Ihnen, dass Ihr erstes Soloalbum nun veröffentlicht ist?
Sehr viel! Es war schon sehr lange ein großer Traum von mir, endlich wieder eigene Songs zu schreiben. Durch mein Musikstudium und die parallele Vorbereitung meiner Selbstständigkeit als Sängerin hatte ich sehr wenig Zeit, selbst zu schreiben und mich selbst musikalisch zu entfalten. Als ich im Juli 2007 nach dem Ende meines Studiums wieder Zeit zum Schreiben hatte, war es wie eine Flutwelle von Ideen, die aus mir herauskam. Ein wahnsinnig tolles Gefühl!
Apropos Studium: Ihre Examensarbeit für die Kasseler Uni hat den Titel „Stars im Alltag? – Ein Talentwettbewerb in der Jugendarbeit nach Muster medialer Castingshows“. Können Sie die Ergebnisse kurz erläutern?
Die Arbeit zeigt auf, dass es in Castingshows viel weniger um gesangliches Können geht, als um mediale Inszenierung und Einschaltquoten. Im Gegensatz dazu entwickelte ich in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk Baunatal das Konzept für einen einwöchigen Talentwettbewerb, in dem die Teilnehmer selbst und ihre persönliche und gesangliche Entfaltung im Vordergrund stehen. Von der Evaluation am Anfang und Ende der Woche ließ sich ablesen, dass viele der Jugendlichen diese Unterschiede wahrnahmen und sich der anderen Schwerpunktsetzung bewusst wurden.





