Staatstheater Kassel hat allen Grund zur Freude: Vor 50 Jahren wurde der Neubau eröffnet
15. September 2009 | Von Dr. Georg Pepl | Kategorie: Feuilleton
Es ist eine Geschichte mit hitzigen Diskussionen, Eklats und einem gekippten Projekt. Sollte der in der Bombennacht des Jahres 1943 zerstörte wilhelminische Theaterbau wieder aufgebaut oder ein Neubau an anderer Stelle errichtet werden? Diese Frage beschäftigte die Kasseler Gemüter nach dem Krieg. Die Politik entschied sich für die zweite Variante, und deshalb schrieb das Land Hessen 1951 einen Architekturwettbewerb aus. Als Gewinner ging der gemeinsame Entwurf des Berliner Architekten Hans Scharoun und des Kasseler Professors der Werkakademie, Hermann Mattern, hervor. 1954 war Baubeginn. Der wurde jedoch mit der Begründung abgebrochen, dass Termine und finanzielle Grenzen nicht eingehalten werden könnten – und die Landesregierung beauftragte Paul Bode aus Kassel mit der Erstellung eines neuen Entwurfs. 1959 war es soweit, der neue Gebäudekomplex nach Bodes Entwurf konnte feierlich eröffnet werden. Am 12. September 1959 ging im Opernhaus Rudolf Wagner-Régenys Auftragsoper „Prometheus“ über die Bühne, einen Tag später folgte im Schauspielhaus Friedrich Schillers „Maria Stuart“.
Jubiläumskonzert, Vortrag und Premieren
Auf den Tag genau fünfzig Jahre nach der Einweihung des Opernhauses wird das Staatstheater sein Jubiläums- und Eröffnungskonzert geben. Am 12. September erklingt im Opernhaus u.a. in Bezugnahme auf starke Kasseler Traditionen Musik von Wagner und Verdi sowie die Sinfonie Nr. 87 des klassischen Komponistenjubilars Joseph Haydn. GMD Patrik Ringborg leitet das Staatsorchester, Intendant Thomas Bockelmann und Orchestermanagerin Insa Pijanka moderieren. Am 13. September eröffnet Dr. Ing. Sylvia Stöbe mit einem Vortrag im Schauspielhaus eine Ausstellung zur Planungsgeschichte des Staatstheaters 1951-1959. Im Kasseler Stadtmuseum gibt es vom 11. November 2009 bis zum 17. Januar 2010 die Ausstellung „Paul Bode – Architekt der 50er Jahre“. Und bei den Neuinszenierungen des Staatstheaters – die neue Spielzeit steht unter dem Motto „Teure Freiheit“ – wird auch das vor fünfzig Jahren gespielte Schiller-Stück „Maria Stuart“ (Premiere: 13. März 2010) dabei sein.
DIE PREMIEREN BIS DEZEMBER
MUSIKTHEATER
Manon Lescaut
Lyrisches Drama von Giacomo Puccini
Premiere: 19. September, Opernhaus
South Pacific
Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein
Premiere: 24. Oktober, Opernhaus
Jessonda
Oper von Louis Spohr
Premiere der konzertanten Aufführung: 25. Oktober, Opernhaus
Orlando
Oper von Georg Friedrich Händel
Premiere: 19. Dezember, Opernhaus
SCHAUSPIEL
Hiob
nach dem Roman von Joseph Roth,
in einer Fassung von Koen Tachelet
Premiere: 26. September, Schauspielhaus
Publikumsbeschimpfung
von Peter Handke
Premiere: 2. Oktober, tif
Peer Gynt
von Henrik Ibsen
Premiere: 3. Oktober, Schauspielhaus
Killer Joe
von Tracy Letts
Premiere: 20. November, tif
Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit
Komödie von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais
Premiere: 21. November, Schauspielhaus
TANZTHEATER
Fairy Tales [Arbeitstitel]
Zwei Stücke von Yossi Berg/Oded Graf und Johannes Wieland
Premiere: 5. Dezember, Schauspielhaus
KINDER- UND JUGENDTHEATER
Der Schweinchenritter
von Roberto Frabetti
Premiere: 27. September, tif
Das Dschungelbuch
nach Rudyard Kipling, von Matthias Lösch und Peter Seuwen
Premiere: 18. November, Opernhaus
www.staatstheater-kassel.de





