Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Elegant, ironisch und nicht selten provozierend

13. April 2015 | Von | Kategorie: Gesellschaft 

Arnold-Bode-Preis an Bildhauerin Nairy Baghramian verliehen

Mit dem Arnold-Bode-Preis würdigt die Stadt Kassel alle zwei Jahre – obligatorisch aber auch immer in einem documenta-Jahr – die herausragenden künstlerischen Leistungen der Gegenwart. In den Räumen des Kasseler Kunstvereins wurde die Bildhauerin Nairy Baghramian mit dem 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet. Kulturdezernent und Oberbürgermeister der Stadt Kassel Bertram Hilgen begrüßte die rund 250 Gäste und übergab die Bühne an die beiden Laudatoren: Professor Heiner Georgsdorf und Adam Szymczyk. Der künstlerische Leiter der documenta 14 betonte in seiner Rede, Baghramians Interesse richte sich auf Figuren, „die im Schatten der Moderne stehen“. Ihn beeindrucke „der feine, minimalistische Reiz ihrer Figuren“.

In wertschätzender Gesellschaft: Prof. Heiner Georgsdorf (Mitglied des Kuratoriums der Arnold-Bode-Stiftung), Wolfram Ebert (Mitglied des Vorstands der Kasseler Sparkasse), Preisträgerin Nairy Baghramian, Adam Szymczyk (Künstlerischer Leiter der documenta 14), Nicole Schlabach (Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen) und Oberbürgermeister Bertram Hilgen (v.l.) Foto: © Stadt Kassel; Foto: N. Klinger

In wertschätzender Gesellschaft: Prof. Heiner Georgsdorf (Mitglied des Kuratoriums der Arnold-Bode-Stiftung), Wolfram Ebert (Mitglied des Vorstands der Kasseler Sparkasse), Preisträgerin Nairy Baghramian, Adam Szymczyk (Künstlerischer Leiter der documenta 14), Nicole Schlabach (Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen) und Oberbürgermeister Bertram Hilgen (v.l.) Foto: © Stadt Kassel; Foto: N. Klinger

Internationale Beachtung und Eigenwille
Die 1971 im Iran geborene Künstlerin Nairy Baghramian, die seit 1984 in Berlin lebt, zog in den vergangenen zehn Jahren mit ihren Werken die internationale Aufmerksamkeit auf sich und leistete einen wichtigen konzeptionellen Beitrag zur zeitgenössischen Skulptur. Dies belegen eine beeindruckende Vielzahl von Ausstellungen und Einladungen zu Festivals im In- und Ausland: unter anderem bei Biennalen in Venedig (2011) und Berlin (2008 und 2014), Serpentine Gallery and Tate Modern in London, The Chicago Art Institute, dem Museum Ludwig in Köln, der Kunsthalle Basel und Museen in New York, Melbourne, Mexico City, Paris und Tokio – alles renommierte Einrichtungen von Weltrang. Baghramian leistet mit ihren querköpfigen Objekten, Fotografien und Rauminszenierungen einen essenziellen Beitrag zur zeitgenössischen Bildhauerei.

Der Preis des hohen Renommees
Zum 75. Geburtstag bekam der „Vater der documenta“ von documenta-Künstlern eine Sammlung von Kunstwerken geschenkt – die Kunstwerke bilden das Grundkapital der Arnold-Bode-Stiftung. Sie wurde 1978 von der Stadt Kassel ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert Kunst und Kultur und vergibt den Arnold-Bode-Preis. Der mit 10.000 Euro dotierte Arnold-Bode-Preis wird seit 1980 alle zwei Jahre sowie in documenta-Jahren an Künstlerinnen und Künstler in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen für die Kunst der Gegenwart verliehen. Das Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung, die dem Magistrat der Stadt Kassel den jeweiligen Preisträger vorschlägt, besteht aus folgenden Persönlichkeiten: E.R. Nele (Tochter von Arnold Bode), Adam Szymczyk (Künstlerischer Leiter der documenta 14), Prof. Karl Oskar Blase (Ehrenvorsitzender), Prof. Heiner Georgsdorf (Vertreter der Kunsthochschule Kassel), Dr. Klaus Lukas (Finanzsachverständiger) und Alfred Nemeczek (ehem. stellvertretender Chefredakteur des Kunstmagazins art). Zu den Preisträgern zählen Gerhard Richter, Thomas Schütte, Richard Hamilton, Penny Yassour und zuletzt Urs Lüthi und Thomas Bayrle. Die Teilnahme des Preisträgers an einer documenta ist nicht Voraussetzung der Verleihung – das documenta-Niveau aber Maßstab der Entscheidung.

Tags: , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar