Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



„Für den Patienten noch mehr vernetzen!“

21. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Gesellschaft 

Im neuen Job: GNH-Chef Karsten Honsel
Das Patientenwohl hat für ihn höchste Priorität, gutes Wirtschaften nicht minder. Karsten Honsel, Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), strahlt Zuversicht aus in seinem neuen Job. „Ich habe eine gute Qualität der medizinischen Versorgung und ein stabiles wirtschaftliches Fundament vorgefunden“, betont der 51-Jährige, der seit März dieses Jahres Chef des Klinikum Kassel, des Krankenhauses Bad Arolsen sowie der Kreiskliniken in Wolfhagen und Hofgeismar ist.

Kartsen Honsel. Foto: Mario Zgoll

Kartsen Honsel. Foto: Mario Zgoll

Herz in 0,14 Sekunden scannen
Seit sechs Jahren habe die Holding schwarze Zahlen geschrieben und damit die Grundbedingung für eine zukunftsorientierte Entwicklung geschaffen. Eine Basis, die Honsel schon in den ersten Monaten nutzte. „Jüngst ist am Klinikum Kassel die Gefäßchirurgie eröffnet worden. Wir sind eine von nur zwei Kliniken in Deutschland mit einem sogenannten Revolution-Computertomographen, der zum Beispiel in 0,14 Sekunden ein ganzes Herz scannen kann und das Neuro-Netz Mitte ermöglicht es, neurologische Befunde in einem regionalen Radius von ca. 70 Kilometern fachmännisch zu diskutieren“, nennt der GNH-Chef drei aktuelle Neuerungen. Überhaupt ist es ihm ein wichtiges Anliegen, die Vernetzung innerhalb der GNH-Gruppe und darüber hinaus zu stärken. „Wir sind der größte Player in Kassel, aber stets an vielen Kooperationspartnern interessiert“, stellt der Krankenhausfachmann, der zuletzt kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Bonn war, klar. Das stärke nicht nur die eigenen, sondern generell kleinere Krankenhäuser in der Fläche.

Bester Arbeitgeber der Gesundheitsbranche
Dem bundesweiten Mangel an Pflegepersonal sei die GNH frühzeitig und wirkungsvoll begegnet. Dies sei besonders seiner Vorstandskollegin Birgit Dilchert zu verdanken, sagt Karsten Honsel. „Wir sind im vergangenen Jahr vom Focus als bester Arbeitgeber in der Gesundheitsbranche ausgezeichnet worden, bieten einen sicheren Arbeitsplatz im regionalen Umfeld sowie ein sehr breit gefächertes Tätigkeitsfeld in vielen verschiedenen Fachdisziplinen.“ Hinzu kommen ein großes Fortbildungsangebot und am Standort Klinikum ein Betriebskindergarten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nicht zuletzt aber auch die gelebte multikulturelle Offenheit, die eben auch beinhalte, dass sich Mitarbeiter zu ehrenamtlichen Dolmetschern ausbilden lassen und Muslime einen Gebetsraum auf dem Klinikgelände nutzen könnten. „Als Abbild der Gesellschaft ist das auch selbstverständlich“, sieht Karsten Honsel darin eine zeitgemäße, letztlich normale Ausrichtung.

Richtig spannend findet der Konzernchef dagegen den aktuellen Hype um die Fitnessarmbänder. Die Prävention zähle zwar nicht zu den Kernaufgaben der GNH, aber mobile Geräte zur Messung der Vitalfunktionen könnten künftig eventuell auch chronisch Erkrankte ständig screenen. Dadurch würde auch deren fachärztliche Begleitung, die im ländlichen Raum zunehmend problematischer werde, wesentlich leichter und effektiver. „Das hat das Potenzial für einen Paradigmenwechsel“ und auch GNH-Strategien müssten sich rechtzeitig darauf einstellen.

Voll auf den Job konzentrieren
Beruflich also angekommen, auch privat? Ja und Nein. Ja, weil „Kassel eine attraktive Stadt mit einem sehr reizvollem landschaftlichem Umfeld sowie kulturellem Angebot ist“. Nein, weil „der familiäre Mittelpunkt wegen der beiden, noch schulpflichtigen Söhne vorerst in Hannover bleibt“. Pendler Karsten Honsel sieht darin aktuell auch Vorteile: „Gerade jetzt zum Start kann ich mich voll auf den Job konzentrieren!“

Karsten Honsel
ist seit März 2015 Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH). Der 51-Jährige stammt aus Bielefeld, hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und dann Betriebswirtschaftslehre studiert. Als Diplom-Kaufmann war er in einer Unternehmensberatung und in der Bankgesellschaft Berlin AG tätig. 1996 wechselte er als Manager ins Gesundheitswesen, erste Station war das Städtische Krankenhaus Gütersloh. danach die Dr. Horst Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden. 2006 folgte die Aufgabe als Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur im Klinikum Region Hannover (KRH). Ab März 2014 war er kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Bonn, dann folgte der Wechsel nach Kassel. Karsten Honsel ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 17 und 19 Jahren.

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