Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Historisches Bergrennen – Wenn Achtzylinder durch den Bergpark röhren …

24. April 2009 | Von | Kategorie: Gesellschaft 

herkules_bergpreis„Das ist Gänsehaut pur, wenn Achtzylinder durch den Bergpark röhren, hört sich das einfach toll an!“ Begeistert fiebert Heinz Jordan dem 3. Historischen Rennen im Bergpark Wilhelmshöhe entgegen. Nicht weniger als 70 bis 80 Oldtimer präsentieren sich dann wieder in historischer Kulisse, nicht weniger als 60000 Zuschauer werden erwartet, wenn am 12. Juni der Startschuss für den 3. Internationalen ADAC Herkules Bergpreis fällt.

Doch Heinz Jordan ist nicht nur Oldtimerfan und stolzer Besitzer eines Froschauges von 1958 sowie eines Austin Seven von 1935. Gemeinsam mit Dr. Dietrich Krahn belebt er aktiv die Oldtimerszene Kassels, gemeinsam hoben sie das Historische Bergrennen 2005 aus der Taufe und knüpften damit an die ebenso alte wie erfolgreiche Geschichte der Auto- und Motorradrennen in Nordhessen an.

„Die Idee entstand, als wir in England und Frankreich tolle Oldtimer-Veranstaltungen besuchten“, erinnert sich Jordan. „Während der Museumsnacht in 2004 fiel uns dann plötzlich auf: Irgendwie ist hier sonst gar nichts los im Sommer.“ Genau das sollte sich jetzt ändern und dabei die Historie des Herkules Bergrennens wieder belebt werden. Denn eines der berühmtesten und schönsten Bergrennen Deutschlands für Renn- und Tourenwagen sowie Motorräder fand schon 1923 bis 27 zu den Füßen des Herkules in Kassel statt. Bekannte Fahrer wie Rudolf Caracciola, Karl Kappler, Carl Jörns und Fritz Rosenberger verliehen dem Rennspektakel zusätzlichen Glanz. Über 80000 Zuschauer lockten dann schon die reinen Motorradrennen von 1951 bis 1954. „Diese alte Rennstrecke ist die einzig namhafte, die komplett erhalten ist“, betont Heinz Jordan. Schon 1923 habe sie eine Automobilzeitung gepriesen mit: „Die 4,5 Kilometer lange Fahrstrecke ist eine Offenbarung.“

Das gilt auch über 80 Jahre später. Schon das erste historische Bergrennen in 2005 zählte 70 Teilnehmer und rund 25000 Zuschauer. Zwei Jahre später in 2007 bestaunten schon doppelt so viele Zaungäste die legendären Oldtimer und Vorkriegsrennwagen, die zum Teil bereits in den 20er Jahren in Kassel am Start gewesen waren. Keine Frage, dass Organisator Heinz Jordan auch für dieses Jahr mit einem vollen Erfolg rechnet, zumal er noch einen weiteren Publikumsmag-neten in petto hat.

Direkt vor dem Bergrennen findet eine Bugatti-ausstellung vom 17. Mai bis 11. Juni in der documenta Halle statt. „100 Jahre Bugatti – Meilensteine im Spannungsfeld von Kunst und Technik“ lautet der Titel und Jordan verspricht, dass nicht nur sieben Bugatti-Prototypen aus dem französischen Nationalmuseum in Mulhouse, der Partnerstadt Kassels, weitere aus privaten Sammlungen sondern auch bisher unveröffentlichte Konstruktionszeichnungen, Plakate und Briefe aus der Sammlung der Gebrüder Schlumpf zu sehen sein werden. Diese weltberühmten Sammler hätten über 400 Fahrzeuge zusammengetragen, darunter auch 250 Bugattis. Die Ausstellung zeige Bugattis, die teilweise aus Frankreich kommen, noch nie zu sehen waren und annähernd einen Wert von 10 Millionen Euro haben, weiß Jordan stolz zu berichten. Mehr noch: Während des anschließenden Bergrennens (www.herkules-bergrennen.de) sind sie ebenfalls am Start und können in Aktion bewundert werden. Ganz sicher ein Augen- und Ohrenschmaus.

Tags: , , , ,

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Eine Veranstaltung die Rundum in das Ambiente des Bergpark Wilhelmshöhe passt und den Flair der vergangenen Tage zurückbringt. Die Zuschauerzahlen bestätigen dies und zeigen das hier ein Stück Geschichte gelebt wird. Schade nur das im Zuge der Bewerbung zum Weltkulturerbe eine solche Veranstaltung nicht mehr in Betracht kommt und als Unpassend eingestuft wird. Ganz im Gegensatz dazu sollen Rock und Popkonzerte durchaus weiterhin bestand haben im Bergpark Wilhelmshöhe haben…

    Frank Grimm

Schreibe einen Kommentar