Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben


Höchstes Glück

14. Juli 2009 | Von | Kategorie: Gesellschaft 
Einziges Gastspiel in Deutschland: Eifmans neuestes Werk „Onegin“. Foto: nh

Einziges Gastspiel in Deutschland: Eifmans neuestes Werk „Onegin“. Foto: nh

Sie hat es wieder wahr gemacht: Dem privaten Engagement der Kasseler Theaterfreundin Karin Zimni ist es zu verdanken, dass das weltweit gefeierte St. Petersburger Ballett-Theater Boris Eifman nach „Anna Karenina“ (2005) und „Die rote Giselle“ (2007) nun erneut in Kassel auftritt – und dieses Mal gleich mit zwei Deutschlandpremieren. Am Freitag, 2. Oktober, tanzt das 50-köpfige Ballett-Ensemble eine von Star-Choreograph Boris Eifman inszenierte, moderne Version des Alexander-Puschkin-Klassikers „Eugen Onegin“: Ein 1833 erschienener „Roman in Versen“, der bereits schnell als „Enzyklopädie des russischen Lebens“ gewertet wurde. Boris Eifman: „Er hat darin ein poetisches Bild der russischen Seele geschaffen, die geheimnisvoll, unberechenbar und unendlich sensibel ist. Ich habe Puschkins Charaktere – dramatischer und extremer – in unsere Zeit versetzt, in der die alte Welt kollabiert und das Leben neue Gesetze diktiert. Um eine Antwort zu finden auf die Frage: Was ist die russische Seele heute?“ Emotionsgeladen und bildgewaltig, getragen von einem spektakulären Bühnenbild und ausgefeiltem Lichtdesign, reißt Eifman („Für mich ist es höchstes Glück, mein Leben der Verwirklichung dieser Gabe zu widmen“) die Zuschauer dabei in seinen Bann. Das gilt auch für den zweiten Auftritt der Ballett-Company am Samstag, 3. Oktober, mit „Don Quixote oder die Phantasie eines Wahnsinnigen“ – ein berauschendes Schauspiel, in dem Boris Eifman der Frage nachgeht, ob man verrückt sein muss, um nach eigenen Regeln zu leben und dabei stets seinen moralischen Prinzipien treu zu bleiben.

Vorverkauf über das Kartentelefon des Staatstheaters: (0561) 1094-222.


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