Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Jugend forscht: Mit Nano-Goldpartikeln zum Physiksieg

21. Mai 2010 | Von | Kategorie: Gesellschaft 

„Es fasziniert mich, dass man Sachen berechnet, dass theoretische Zusammenhänge, die man sich ausdenkt, dann die Umgebung beschreiben, in der man lebt“, sagt Karen Wintersperger dazu, was sie an der Physik fasziniere. Und ihr Teamkollege Lucas Rott erklärt, ihn reize, „dass man Erklärungen findet oder versucht zu verstehen, wie alles Mögliche funktioniert“. Im vergangenen Jahr waren die heutige Physikstudentin und der jetzige Abiturient Bundessieger im Wettbewerb „Jugend forscht“ im Fach Physik. Sie untersuchten die Plasmonenresonanz von Nano-Goldpartikeln. Dabei stellten sie fest, dass die Farbe des Stoffes von der Größe und der Form der Partikel abhängt. Die Nano-Goldpartikel absorbieren grünes Licht aus dem weißen Tageslicht, sodass die Flüssigkeit rot aussieht.

„Wir haben festgestellt, dass sich die Farbe der Partikel sehr stark verändert mit der Form“, erzählt der 19-jährige Rott. Und Wintersperger: „Unsere Nano-Goldpartikel haben wir in einen Kunststoff eingebettet, um daraus optische Bauteile zu bauen. Damit soll man in der Physik die Polarisation von Licht verändern können.“  Die 20-Jährige erläutert, das Licht könne man sich als elektromagnetische Welle vorstellen. Diese schwinge senkrecht zu ihrer Ausbreitungsrichtung. Wenn diese Schwingung zum Beispiel in einer Ebene stattfindet, spreche man von linearer Polarisation.

Im Rahmen des Physikclubs Kassel, einem naturwissenschaftlichen Forschungszentrum für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse, hatten Wintersperger und Rott ihr Projekt umgesetzt. Die ursprüngliche Idee hatte Karen Wintersperger. Sie recherchierte im Internet nach Nanopartikeln. Dort las sie von dem Effekt der Plasmonen-Resonanz und fragte, ob das ein Thema für den Physikclub sei. Lucas Rott schien das interessant und so forschte er mit seiner Kollegin. Dass sie den Bundeswettbewerb gewinnen würden, hat die beiden selbst überrascht. So erhielten sie zusammen 1500 Euro im Rahmen des Physik-Bundessieges und den Zukunftstechnologiepreis der Bundesministerin für Bildung und Forschung und damit noch einmal 1500 Euro. Dass sie bei der Preisverleihung der Bundeskanzlerin begegneten, fand Rott aufregend.

Doch das war noch nicht alles: „Man wird zu vielen interessanten Veranstaltungen eingeladen. Man knüpft viele Kontakte und sammelt viele Erfahrungen“, so Wintersperger, etwa eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Und natürlich mache sich so eine Auszeichnung auch gut im Lebenslauf. So nahmen die beiden aus Kassel (Wintersperger) und Guxhagen (Rott) auch noch am „21st European Union Contest for Young Scientists“ (EU-Wettbewerb für wissenschaftlichen Nachwuchs) teil, wenn auch ohne Auszeichnung. Und im Dezember präsentierten sie ihre Forschungsergebnisse in Brüssel vor Mitarbeitern der EU-Kommission, Abgeordneten des Europaparlaments und Vertretern der Wirtschaft.

Wie Wintersperger, die mittlerweile in Göttingen studiert, will Rott nach Abi und Zivildienst Physik studieren. Seine Teamkollegin will am liebsten in die Forschung. Rott visiert einen Berufswunsch an, bei dem die Physik im Zentrum steht.

Tags: , , , ,

Schreibe einen Kommentar