Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben


Musik, die von Elend und Glanz erzählt

26. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Gesellschaft 

Die Kasseler Musiktage widmen dem genialen Barockkomponisten Heinrich Schütz einen Schwerpunkt

Foto: Musiktage

Foto: Musiktage

Wer in einem Fernsehquiz nach dem ersten großen deutschen Komponisten gefragt wird, sollte diesen Namen nennen: Heinrich Schütz (1585–1672). Denn Schütz war der erste deutsche Musiker von europäischem Stellenwert, er vermittelte Neuerungen aus der italienischen Barockmusik mit der protestantischen Tradition, und er hat wie wenige andere die deutsche Sprache und das christliche Wort ausdrucksvoll zum Klingen gebracht. Auch zu Kassel hatte der in Köstritz geborene Meister eine denkwürdige Verbindung. Als Moritz der Gelehrte, Landgraf von Hessen-Kassel, auf einer Reise den „kleinen Knaben so lieblich singen gehört“ (wie es in einem alten Bericht heißt), erkannte er sogleich dessen Talent. Schütz wurde Chorknabe in Kassel, später finanzierte Moritz dem jungen Musiker einen Studienaufenthalt in Venedig.

Kreuzungen: Elend und Glanz
Der vor 425 Jahren geborene Komponist steht im Zentrum der diesjährigen Kasseler Musiktage, die in Kooperation mit der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft durchgeführt werden. Das Motto „Kreuzungen: Elend und Glanz“ spiegelt die extremen Gegensätze im Zeitalter des Heinrich Schütz wider: Das 17. Jahrhundert war von den schrecklichen Glaubenskämpfen des Dreißigjährigen Krieges, aber auch vom unbändigen Lebenswillen der Menschen geprägt.

Internationale Größen
Spannende Veranstaltungen mit Konzerten, Theater, Vorträgen, Chorseminaren und einem Symposium erwarten die Besucher vom 28. Oktober bis zum 14. November. Zu den beteiligten Chören, Ensembles und Solisten gehören internationale Größen wie Cantus Cölln, der Estnische Philharmonische Kammerchor oder Salome Kammer ebenso wie renommierte Künstler aus der Region. Das Festival unter der künstlerischen Leitung von Dr. Dieter Rexroth setzt dabei nicht nur auf Alte Musik. Die Bandbreite reicht bis zu Uraufführungen und bis zu Werken des zeitgenössischen estnischen „Kult“-Komponisten Arvo Pärt.

www.kasseler-musiktage.de


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