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„Ein kalkulierbares Risiko“

16. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Kapital 

Den Unternehmenskauf als Weg in die Selbstständigkeit nutzen
Wer sich den Wunsch von der Selbstständigkeit erfüllen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten ein Unternehmen zu gründen. Immer mehr Existenzgründer entscheiden sich, ein bestehendes Unternehmen zu kaufen. Eine Möglichkeit, die Chancen mit sich bringt, aber auch Risiken. „Deshalb sollten einige Dinge im Vorfeld genauestens geprüft werden“, sagt Thomas Werner, Steuerberater und Gesellschafter der Kasseler Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft Prof. Dr. Ludewig + Sozien. Er rät, sich Berater ins Boot zu holen. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer wissen genau, auf was sie achten müssen, wenn sie die Zahlen eines Unternehmens sehen.

Foto: fotolia.com

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Realistischen Preis finden
Auch der Kaufpreis sollte rechtzeitig mit einem Experten besprochen werden, um anschließend einen Businessplan auszuarbeiten und die Finanzierung sicherzustellen. „Ein wichtiges Erfolgskriterium ist ein realistischer Preis und damit der ungefähre Kapitalbedarf für den Käufer“, sagt Werner. Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Unternehmen zu erwerben: den Share-Deal (Verkauf von Anteilen) und den Asset-Deal (Verkauf von Vermögenswerten). Unterschiede ergeben sich bei der steuerlichen Abschreibung: „Der Asset-Deal ist für den Käufer günstiger, da die erworbenen Vermögenswerte abgeschrieben werden können, soweit diese einem Wertverzehr unterliegen.“

Der Vorteil eines bereits am Markt etablierten Unternehmens: Es verfügt über eingeführte Produkte, einen festen Kundenstamm, eingespielte Mitarbeiter und generiert bereits am ersten Tag der Übernahme Umsätze, die Raum für Weiterentwicklung bieten. „Durch einen Unternehmenskauf kann eine Selbstständigkeit so zu einem kalkulierbaren Risiko werden“, sagt Werner. Der Wermutstropfen: Nur bei einer Neugründung könne der Gründer seinen Betrieb nach eigenen Vorstellungen aufbauen. „Deshalb sollte es Übergangsstrategien in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Inhaber geben.“ Denn kaum eine Übergabe verlaufe ohne Konflikte. „Gegensätze sollten im Interesse beider Seiten konstruktiv ausgeglichen werden“.

Profitabilität erkennen
Für den Preis sind viele Faktoren wichtig: Wie war die Entwicklung in der Vergangenheit? Wie sieht der Trend für die kommenden Jahre aus? Eine Antwort darauf geben Analysen der Bilanzen, ebenso wie Prognosen darüber, welche Ergebnisse zu erwarten sind. Dabei spielt nicht nur die Entwicklung des Unternehmens, sondern auch der Branche eine Rolle. „Der Betrieb muss profitabel sein“, sagt Werner. Probate Instrumente sind: ein Unternehmenswertgutachten sowie die Due Diligence Prüfung, die auch häufig von den finanzierenden Banken verlangt werden.

Der Erwerber muss die steuerlichen Belastungen und Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Rechtsformen gegeneinander abwägen. Um die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Erwerber zu verbessern kann es oftmals sinnvoll sein, vor der Übergabe die Rechtsform zu wechseln – zum Beispiel von einer GmbH zu einem Einzelunternehmen oder Personengesellschaft. Hierbei könnten weitere Kosten oder auch Steuerbelastungen entstehen, die sich später amortisieren müssen.

Künftige Mitarbeiter überzeugen
Neben betriebswirtschaftlichen Zahlen ist auch der persönliche Eindruck des Unternehmens auf den Käufer von Bedeutung. „So sollte man nie auf Gespräche mit den zukünftigen Mitarbeitern verzichten, sie geben Einblick in die Lage des Betriebes und das Engagement der Belegschaft“, sagt Werner. In Gesprächen gehe es aber auch darum, die künftigen Mitarbeiter auf seine Seite zu holen, mitzunehmen: „Sie sind ein unschätzbar wertvolles Kapital.“

Kontakt:
Prof. Dr. Ludewig + Sozien
Friedrichsstraße 11
34117 Kassel
Telefon: (0561) 700020
Internet: www.ludewig-sozien.de

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