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Ludwig Georg Braun: Alle müssen an einem Strang ziehen!

29. April 2010 | Von | Kategorie: Kommentare und Grußworte 
Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG

Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG

Noch nie wurde so viel in die Gesundheit investiert wie heute. Das hat unterschiedliche Gründe: Die Menschen werden älter, die medizinische Forschung schreitet stetig voran und entwickelt neue Therapien, und nicht zuletzt hat sich das Lebensgefühl der Menschen verändert, die das Altern nicht mehr als Schicksaal betrachten, sondern nach Gesundheit und Vitalität bis ins hohe Alter streben. Beste Voraussetzungen also für die Gesundheitswirtschaft. Und die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft sind auch in der Lage, durch Leistung, Qualität und Produktivität hier einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Allerdings können sie das nicht allein. Krankenkassen, Politiker, Dienstleister und Industrie – alle, die im Gesundheitswesen Verantwortung tragen, müssen an einem Strang ziehen, um Prozesse zu verbessern, neue Therapien zu entwickeln und so am Ende die Voraussetzungen für eine optimale und finanzierbare Gesundheitsversorgung zu schaffen, von der letztlich der Patient profitiert. Hier ist der Austausch zwischen den Fachärzten und Fachabteilungen der Krankenhäuser, zwischen  Hausärzten und den ambulanten Pflegediensten, ebenso wie an der Schnittstelle öffentliche Forschung und Industrie von entscheidender Bedeutung. In Nordhessen ist der fachliche Austausch zu medizinischen Themen bereits zur Tradition geworden. So machen die Kasseler Gesundheitstage, das Kasseler Symposium und die Fortbildung für Pflegende mit rund 1.400 Teilnehmern regelmäßig das Kongresspalais zur Plattform für den medizinischen Diskurs. Auch Pharmazeuten treffen sich alljährlich in Kassel, um sich beim Kasseler Symposium für Krankenhausapotheker über neueste Trends zu informieren und zu diskutieren. Die B. Braun-Stiftung unterstützt seit 1966 Krankenpflegekräfte, Ärzte und Krankenhausapotheker, indem sie Fortbildungsveranstaltungen organisiert, Forschungs- und Pflegeforschungsprojekte fördert und Stipendien vergibt.

Die Vielfalt im Gesundheitssektor in Nordhessen ist groß: 13 Heilbäder, über 90 Klinikeinrichtungen, rund 1500 Praxen sowie Forschungseinrichtungen wie die Universität Marburg zeugen davon. Auch bei der B. Braun Melsungen AG forschen wir natürlich – oft in Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen. Von solchen Kooperationen profitieren alle Beteilig-ten: Die Industrie kann Forschungsergebnisse für Produktneu-  und -weiterentwicklungen nutzen und somit den Umsatz steigern, die Universitätskliniken profitieren davon, dass ihre Forschungsergebnisse durch die Umsetzung in im Klinikalltag verwendbare Produkte der medizinischen Arbeit überhaupt erst zugänglich gemacht werden. Ohne industriellen Partner wäre das kaum möglich.

Hier müssen wir uns aber über Nordhessen hinaus orientieren. In unserer globalisierten Welt müssen wir an der Weltspitze mithalten, um bestehen zu können. Das gilt auch in zunehmendem Maße für die gesamte Gesundheitsbranche. Heute konkurrieren auch Kliniken nicht mehr nur in direkter Nachbarschaft, sondern der Trend geht immer mehr dahin, dass Patienten Kliniken auswählen, in denen sie möglichst gut bestimmte Leistungen erhalten. Das heißt, auch Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen müssen sich vernetzen, sich positionieren, vom Wettbewerb abgrenzen. Wenn wir die Entwicklungen im Auge behalten und mitgestalten, wird die Gesundheitskompetenz auch in Zukunft eine feste Größe in der nordhessischen Wirtschaft bleiben.

Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun


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