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Kassel und Kurhessen königlich erleben



Klemens Diezemann: Den Strukturwandel nutzen. Stellenwert industrieller Produktion erhöhen

15. Oktober 2009 | Von | Kategorie: Kommentare und Grußworte 
Klemens Diezemann - Geschäftsführer des Verbandes der Metallund Elektro-Unternehmen in Nordhessen

Klemens Diezemann – Geschäftsführer des Verbandes der Metallund Elektro-Unternehmen in Nordhessen

Die Studien von Forschungs- und Wirtschaftsinstituten bringen es an den Tag: Kassel beziehungsweise Nordhessen schneidet in der Regel nur durchschnittlich ab, wenn es um Wachstum, Beschäftigungsquote oder Forschung und Entwicklung geht. Dies ist auch das Ergebnis einer Studie, die wir vor einiger Zeit in Auftrag gegeben haben. Dabei sind die Voraussetzungen für eine dynamische Entwicklung besser denn je. Dies zu diskutieren war Hintergrund und Motivation des ersten „Tages der hessischen Industrie“ am 22. August im FiDT Gründer- und Technologiezentrum Kassel, zu dem unsere Vereinigung der hessischen Wirtschaft (VhU) eingeladen hatte.

Erstes Satelliten-Symposium in Hessen
Das Format ist neu: An fünf Standorten in Hessen fanden Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Themen statt, die alle zeitgleich live im Internet zu verfolgen waren; Kassel war einer davon. Hier ging es um „Ressourcen schonende Technologien als Wachstumskerne“. Eingerahmt waren die dezentralen Foren von einer zentralen Begrüßung und Einführung aus Frankfurt sowie Abschlussstatements aus den jeweiligen fünf Regionen.

Ohne Industrie geht es nicht
Schnell wurde klar: Insbesondere, wenn es um den industriellen Sektor geht, muss dessen Stel-lenwert als Wachstumsträger zukünftig mehr im Vordergrund von Wirtschaftsförderung und Standortpolitik stehen. Wissen als Standortfaktor, industrienahe Dienstleistungen und Logistik sind wichtige Glieder der Wertschöpfungskette, doch ohne Produktion werden die Potenziale nicht hinreichend ausgeschöpft. Erst der industrielle  Sektor generiert qualifizierte Beschäftigung in größerem Umfang.

In Nordhessen stechen insbesondere die Bereiche der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienztechnologien hervor. Hier gibt es eine hohe Konzentration von Unternehmen mit überdurchschnittlicher Expertise. Beim „Tag der hessischen Industrie“ wurde deutlich, dass Deutschland Spitzenreiter der so genannten „Grünen Technologien“ ist und sich eines der Zentren in Nordhessen befindet. Insbesondere Ressourcen schonende Technologien stellen Wachstumskerne mit hoher Zukunftsfähigkeit dar. Die Rahmenbedingungen zu deren nachhaltigen Ausbau in Kassel und Nordhessen sind durchaus vorhanden. Denn entscheidend für wissens- und technologieintensive Unternehmen ist vor allem die Nähe zu Universitäten und Forschungsinstituten.

Wissen als Motor, industrielle Produktion als Getriebe
Nordhessen besitzt mit dem Institut für Windenergie und Energie-Systemtechnik (IWES) und dem Anschluss an das Fraunhofer Institut sowie dem Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien (deENet) gute Startbeding-ungen für die Umsetzung dieser Zukunftsaufgabe. Ein Erfolg der weiteren Arbeit wird jedoch entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, zentrale Handlungsfelder in ein professionell angelegtes Clustermanagement münden zu lassen. Hier kommt meines Erachtens der Expertise der UniKassel Transfer eine besondere Rolle als Mittler zwischen Forschung, angewandter Wissenschaft und Wirtschaft zu. Gute Erfahrungen in der professionellen Umsetzung eines Clusters macht unser Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen gegenwärtig mit dem „Spritzguss-Cluster“. Will ein Cluster seine Klebeeffekte erfolgreich entfalten, müssen sich seine Inhalte auf möglichst vielen Ebenen wiederfinden. Forschung und Entwicklung kann nur der Anfang sein, Ausbildungsmöglichkeiten, Förder- und Ansiedlungspolitik sowie Marketing müssen folgen.

Strukturwandel nutzen, Chancen ergreifen
Nordhessen ist in vielerlei Hinsicht auf dem besten Weg, sich zu einer Zukunftsregion zu entwickeln. Der Ausbau der „Grünen Technologien“ kann hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten. Es geht um Wachstumschancen in einem technologischen Zukunftsfeld. Kassel und Nordhessen müssen ihre Stärken nutzen und nun die richtigen Weichen stellen.

Klemens Diezemann,
Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen

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