Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben


Laden³ feiert sein einjähriges Bestehen

29. August 2011 | Von | Kategorie: Leben und genießen 
Foto: nh

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Seit August 2010 gibt es den Laden³ an der Kasseler Weserspitze. Hier finden sich erstaunliche Dinge wie Tische aus Europaletten und Anrichten aus Lattenroststreben. Das Produktspektrum reicht von Möbeln bis hin zu Wohn- und Modeaccessoires. Doch eines haben alle verkaufte Produkte gemeinsam: sie sind die Resultate von „Recycling Design“. „Den Dingen wird hier ein neuer Sinn verliehen“, sagt Christiano Weinkauf, Leiter des Ladens³.

Prinzipien verbinden sich
Das Projekt hat Zukunftspotential. Hier verbinden sich ökologische Prinzipien mit sozialen. Weinkauf ist einer der kaufmännischen Leiter von BuntStift, einer gemeinnützigen Einrichtung, die sich der Ausbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderem Förderbedarf widmet. In eigenen Werkstätten und Betrieben können anerkannte Berufsabschlüsse in ganz unterschiedlichen Bereichen, wie Mediengestaltung, Friseurhandwerk und Gastronomie, erworben werden. Der Laden³ ist einer dieser Betriebe.

Erfolge vermitteln
Im Lernkaufhaus werden derzeit 18 Auszubildende betreut. „Es geht darum, den Jugendlichen Erfolge zu vermitteln, ihnen zu zeigen, dass ihre Arbeit eine Wertigkeit besitzt.“, erklärt Ausbilder Weinkauf. Außerdem sollen sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Lernfelder sind hierbei die Bereiche wie Dekoration, Marketing oder schlicht das Sauberhalten der Verkaufsfläche. „Die Jugendlichen hier brauchen ein besonderes Maß an Betreuung.“, sagt Weinkauf. Die findet zusätzlich durch den Sozialpädagogen Sven Schmidt statt.

Vision von Wachstum
Verkauft wird zum größten Teil Kommissionsware – „Designer oder Hersteller bringen ihre Produkte her und wir bieten ihnen eine Verkaufsfläche“, so Weinkauf – aber auch Produkte, die bei BuntStift hergestellt werden, etwa in der eigenen Metallwerkstatt oder der Tischlerei.

Er habe eine Vision, sagt Christiano Weinkauf. Die insgesamt 230 Quadratmeter Verkaufsfläche des Lernkaufhauses sollen perspektivisch durch eine „gläserne Manufaktur“ im Untergeschoss ergänzt werden. Hier sollen projektbezogene Arbeiten in Kooperation mit Schulen stattfinden, etwa in Form von Workshops. Zum Beispiel Schmuckworkshops seien denkbar. Die Ergebnisse sollen dann im Laden verkauft werden. Weinkauf hofft, mit solchen Workshops orientierungslose Jugendliche ansprechen zu können.

Viel Herzblut geflossen
Vor rund einem Jahr begann Weinkauf mit dem Aufbau des Lernkaufhauses Laden³. Auch heute noch – das ist ihm deutlich anzusehen – ist er vollends von dem Projekt überzeugt. Wie viel Herzblut seither in die Realisierung geflossen ist, lässt sich jedoch nur erahnen.


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