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Szymanowski und darüber hinaus

5. November 2013 | Von | Kategorie: Leben und genießen 

Das Szymanowski Quartet und die norwegische Cellistin Bjørg Lewis gastieren im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen

Während die Werke von Karol Szymanowski (1882–1937) in Deutschland noch vergleichsweise selten aufgeführt werden, gilt der Komponist besonders in seinem Heimatland Polen als einer der bedeutendsten Komponisten des Landes und maßgeblicher Vertreter zwischen Frédéric Chopin und Witold Lutosławski. Das polnische Szymanowski Quartet hat sich bei seiner Gründung im Jahr 1995 den Namen des Nationalkomponisten gegeben und ihm damit eine große Reverenz erwiesen. Die vier Musiker haben sich innerhalb kürzester Zeit zu den herausragenden Streichquartetten ihrer Generation entwickelt.

Szymanowski Quartet. Foto: Marco Borggreve

Szymanowski Quartet. Foto: Marco Borggreve

Schillernde Klangflächen, zerrissene Texturen, Virtuosität
Karol Szymanowskis zweites Streichquartett bildet den Ausgangspunkt des Konzerts der vier bemerkenswerten Musiker im Rahmen der Kasseler Musiktage 2013 am 5. November im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Dieses Werk schrieb Szymanowski im Jahr 1927 unter dem starken Eindruck volksmusikalischer Einflüsse seiner Heimat. Davon ausgehend schuf er einen beeindruckend vielfältigen Kosmos voller schillernder Klangflächen, zerrissener Texturen und großer Virtuosität.

Zufallsmusik
Einen gänzlich anderen Zugang zur Gattung Streichquartett wählte dagegen sein Landsmann Witold Lutosławski im Streichquartett aus dem Jahr 1964. Das Werk ist eines der Paradebeispiele für die so genannte „kontrollierte Aleatorik“, bei der sich ein planvoller Aufbau mit zahlreichen Zufallsoperationen verbindet – eine Kompositionsweise, für die der Komponist sogar eine spezielle Notationsweise verwendete. Was für die Musiker eine echte Herausforderung darstellt, wird für die Zuhörer zum spannenden Erlebnis, denn jede Aufführung des Quartetts ist bedingt, durch die musikalischen Zufälle, einzigartig.

Emotionale Dichte
Zum Abschluss des Konzerts erweitern die vier polnischen Streichquartett-Künstler ihren Kreis um die gefragte norwegische Cellistin Bjørg Lewis. Die Interpretation von Franz Schuberts Streichquintett C-Dur (1827) fügt sich in das Programm des Abends durch emotionale Dichte, großen Ausdruck und nicht zuletzt den hohen technischen Anspruch dieses klangvollen Werks.

Quartettabend I
Werke von Szymanowski, Lutosławski und Schubert
Dienstag, 5. November 2013, 20 Uhr
Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
Szymanowski Quartet,  Bjørg Lewis

Die Konzerteinführung mit Patrick Kast findet um 19.00 Uhr ebenfalls im Ständesaal statt.

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