Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Auch die Cowboys wohnen hier unterm Dach

21. Januar 2014 | Von | Kategorie: Mobil 

Das Autohaus Dürkop in Waldau bietet elf Automarken an – Fahrbericht zum Jeep Compass 2.2 CRD Limited

Ess juh wie. Geschrieben: SUV. Die Zulassungszahlen wachsen, immer mehr der kleinen, mittleren oder übergroßen Autos, die mehr oder minder geländegängig sind, bevölkern Deutschlands Straßen, die Angebotspalette ist groß und wächst ständig. Wer sich auf die Wurzeln dieses Autogenres besinnt und ein Faible für US-Charme hat, der landet irgendwann bei der Firma Jeep. Und wer nicht ganz groß einsteigen will und die günstigste Art sucht, einen Jeep zu fahren, der kann entspannt zum Jeep Compass greifen. Wir haben ihn gefahren. Als 2,2 Liter Diesel mit 163 PS.

Verkaufsberater Michael Haid (links) und Filialleiter Oliver Mohr stehen für guten Service und eine erstklassige Beratung im Kasseler Autohaus Dürkop in Waldau. Foto: Bernd Schoelzchen

Zwischen Effektivität und Luxus
Schon beim Einsteigen ist klar: Im Compass kann man sich schnell zuhause fühlen. Straffe Ledersitze – die elektrische Verstellung erschließt sich auch eher technikfremden Fahrern intuitiv – sorgen für ein gutes Gefühl, die Konsole ist übersichtlich und ergonomisch, erdrückt aber optisch nicht und vermeidet den umbauten Cockpit-Effekt. Der erste Dreh am Zündschlüssel. Der Motor meldet sich, erfreulich leise, aber dezent kernig. Eingewöhnungszeit gibt es nicht. Schnell ist man vertraut mit den Funktionen des Autos, Knöpfe und Hebel, von denen es erfreulich wenige gibt, sind da, wo man sie erwartet und wo sie gebraucht werden. Das gilt auch für den zwischen Fahrer und Beifahrer platzierten Schalter, mit dem man die Geländegängigkeit des knapp 1.600 Kilogramm schweren Jeeps noch einmal erhöhen kann. Über die Ausstattung gibt es nichts zu meckern. Zur Erinnerung: Wir befinden uns in einem amerikanischen Auto. ESP und ABS sind in dieser Limited-Version ebenso selbstverständlich wie die sechs Airbags, die elektrisch verstellbaren Ledersitze, beleuchtete Getränkehalter, das gut klingende Soundsystem und ein Tempomat.

Spaß-Faktor à la Colt Seavers
Ähnlich wie in der Außenansicht gefällt die gute Verarbeitung, alles wirkt solide und robust. Die Rundumsicht ist gut, selbst die bei vielen SUV oft gescholtene C-Säule trübt den Blick nicht. Beinfreiheit und Sitzkomfort erhöhen den Wohlfühl-Faktor noch einmal deutlich. Rückwärts einparken wird durch die kameragestützte Einparkhilfe zum Kinderspiel.

Ob Langstrecke, Gelände oder urbanes Areal – der Compass ist ein langmütiger und zuverlässiger Begleiter. Foto: Bernd Schoelzchen

Die 120 kW, also 163 PS, merkt man schnell. Zügig bewegt sich der Compass durch den Stadtverkehr. Mit Hilfe der leichtgängigen, präzisen Lenkung lassen sich die viereinhalb Meter Auto locker auch durch enge Passagen manövrieren, und insgesamt überwiegt der Eindruck von übersichtlicher Kompaktheit. Bewegt man sich auf der Landstraße, dann könnte man schnell den Eindruck gewinnen, man führe nicht auf nordhessischen Straßen, sondern cruise entspannt durch Maine oder Alabama. Nach erstem Hochschalten macht sich das Konzept des Getriebes bemerkbar, denn sobald der Wagen einmal läuft, muss man nicht ständig zwischen den Gängen wechseln, Beschleunigen ist auch ab dem vierten Gang aufwärts jederzeit locker möglich, das Dieselnageln hält sich dank der guten Dämmung in erfreulichen Grenzen. Auch bei niedrigen Drehzahlen ist ordentlich Schubkraft vorhanden, Sprintqualitäten hält der Compass damit auch für den Notfall bereit. Für so viel vorbildliches Fahrverhalten benötigt der Jeep zwischen sechs und sieben Liter Diesel.

Der Jeep Compass ist ein geduldiger Diener zweier Herren. In ihm dürften Fahrer, die den hemdsärmeligen Colt Seavers-Style uramerikanischer Prägung mit hohem Spaßfaktor bevorzugen, sich ebenso wohl fühlen, wie urbane Business-Cowboys oder auch Familienmenschen, die einfach stressfrei und komfortabel von A nach B fahren wollen. Und wer ins Gelände möchte – bitteschön. Der Allrader kommt auch hier vorwärts, wo andere SUV schon mal den Dienst quittieren.

Mit seinem markanten Kühlergrill kennzeichnet sich der Compass unzweifelhaft als Mitglied der Jeep-Familie aus. Foto: Bernd Schoelzchen

Amerikaner haben hier Tradition
Das Autohaus Dürkop in Waldau, gleich neben dem blau-gelben Möbelhaus, ist seit vielen Jahren Spezialist für amerikanische Automarken. Den Jeep Compass findet man dort ebenso wie seine anderen Jeep-Brüder, den Cherokee etwa, aber auch die vielen Chevrolets oder die sportlichen Corvettes. Überhaupt ist die Palette von Dürkop, das seine Anfänge vor rund hundert Jahren in Braunschweig hatte und mit mittlerweile 22 Niederlassungen und 850 Mitarbeitern über die Republik verteilt ist, einfach groß. Neben den Amerikanern finden sich hier mit Fiat, Alfa Romeo und Lancia renommierte italienische Marken, Opel, Ford und Kia lassen eigentlich jeden hier sein zukünftiges Fahrzeug finden. In Kassel hat Dürkop seinen Ursprung in der Schönfelder Straße. Dort hatte Fritz Opel, vierter Sohn des Werkgründers Adam Opel, im Jahr 1933 seine „Autohaus GmbH, Kassel“ eröffnet.

Fit in jeder Marke
„Bei uns kann man wie in einer Einkaufsgalerie unter einem Dach von Marke zu Marke flanieren“, sagt Filialleiter Oliver Mohr. „Es ist heute in vielen Autohäusern ohnehin üblich, mehr als eine Marke zu führen.“ Um alle Autos genau zu kennen und um jede Kundenfrage qualifiziert beantworten zu können, betreut jeder Kundenberater im Hause Dürkop maximal drei Marken. Durch ständige Schulungen wird das hohe Wissensniveau der Berater gewährleistet, und auch in der Werkstatt sind ausschließlich Spezialisten am Werk, die sich permanent auf dem neuesten Wissensstand halten.

Ergonomisch und sinnvoll, optisch klar gegliedert. Die Armaturen des Jeep zielen eindeutig ins Funktionelle. Foto: Bernd Schoelzchen

Fotos: Bernd Schoelzchen

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