Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Petra Nagels Kolumne: Zeit zum Genießen

12. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Petra Nagels Kolumne 

Diesmal hatte ich es mir fest vorgenommen: Weniger Geschenke, weniger Marzipan, weniger Weihnachtsdekoration, weniger Weihnachtskekse. Doch der Vorsatz schwindet. Irgendwie gerate ich immer wieder in Herbst-und Winter-Stimmungen die auf Geschenke und Lebkuchen, auf lange Spaziergänge und Basteleien hindeuten. Ich kann mich dem gar nicht entziehen. Und ich will es auch gar nicht. Natürlich ärgern mich die ganz frühen Weihnachtssortimente. Die schmelzende Weihnachtsmannschokolade im Frühherbst.

Natürlich ärgern mich die ganz lauten, ganz grellen Hinweise auf Weihnachtsgeschenke. Und natürlich will ich nicht die Feste vorziehen und pausenlos feiern, sondern dann, wenn sie stattfinden. Trotzdem gebe ich zu, dass ich entgegen aller Vorsätze schon vor Dezember am Marzipan genascht und viele rote Kerzen in der Wohnung aufgestellt habe.

„Du bist bestimmt so ein Kerzen-Typ“, mutmaßte jüngst ein Kollege. Und äußerte sich nicht nett über Kerzen-Typen. Die ja meistens eine bestimmte Art von Gemütlichkeit mögen. So eine Art von Gemütlichkeit, die ohne streng und klassisch schwarz.-weiß gestylte Wohnung, dafür aber mit warmen, flauschigen Decken und Adventskalender einhergeht. Ich gebe es zu: Tatsächlich gibt es bei uns jedes Jahr einen Adventskalender. Und selbst wenn ich die kleinen Geschenke selber hineinpacken müsste – irgendwie gehört so ein Kalender dazu.

Auch das altmodische Brief- und Päckchenschicken finde ich gerade vor Weihnachten ganz wunderbar. In all den Computer-Jahren konnte ich mich nicht an elektronische Grußkarten gewöhnen. Das Aussuchen einer schönen Karte ist doch schon etwas Besonderes. Die Gedanken, die sich jemand macht, der eine Adresse säuberlich lesbar zu Papier bringt: das alles ist ein Geschenk.

Ebenso liebevoll sind die gebackenen Geschenke. Woran liegt es, dass ich spätestens ab Ende Oktober über Plätzchenrezepte nachdenke? Jener eben erwähnte Kollege stöhnte kürzlich unter der Last Kardamom, Hirschhornsalz und Pottasche einkaufen zu müssen. Seine Frau wolle das haben. Sofort war mir klar, dass sie Lebkuchen backen wollte. „Kann man doch alles kaufen…“ beschwerte sich der Kollege. Kann man. Ist aber nur halb so schön. Nichts schöner, als der Duft von frischen Plätzchen, die sich so gut in knisternden Tüten verschenken lassen.

Spätestens ab dem 26. Dezember mag ich auch keine mehr. Ab da kann ich keinen Lebkuchen mehr sehen, will keine Weihnachtsbäume mehr um mich haben und hoffe auf Frühling. Doch bis dahin werfe ich wieder mal alle Vorsätze über Bord. Dekoriere, koche, backe und mache Geschenke. Und hoffe darauf, selbst auch welche zu bekommen. Ich liebe Geschenke. Auch wenn mir immer wieder bedeutet wird, ab einem bestimmten Alter sei nix mehr mit Geschenken. Quatsch. Her mit den Geschenken und her mit Weihnachten, alle Jahre wieder und alle Jahre schön…

Viel Spaß beim Schenken und beschenkt werden wünscht Ihnen
Petra Nagel

Tags: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar