Jérôme Kassel

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Piero Masztalerz – Kein Witz ohne Schadenfreude

24. März 2014 | Von | Kategorie: Porträt 

Zeichnung: Piero Masztalerz. Quelle: Caricatura

Böse, frech, respektlos – aber immer lustig. Solcherart sind die Cartoons des Hamburger Zeichners Piero Masztalerz. Und so müssen seine Protagonisten denn auch einiges einstecken. Denn das masztalerz’sche Credo lautet: „Es gibt keinen Witz ohne Schadenfreude.“ Mit ruppigem Strich geht es gegen Smartphone-Junkies, Kindheitsidole wie Superman aber auch den Weihnachtsmann, Chefs, Spießer, Ärzte und so ziemlich alle anderen Personengruppen. Lieblingsopfer hat er keine: „Ich nehme alles, was ich kriegen kann.“ Als Menschenfeind sieht sich Masztalerz indes nicht: „Bloß weil man hin und wieder ein paar Leute vierteilt oder in die Luft jagt, ist man noch lange kein Menschenfeind.“

Biene Maja als Vorbild
Angesichts seiner rotzigen Cartoons ist kaum noch vorstellbar, dass sein erstes Vorbild die Biene Maja war. „Im Ernst, es gab so kleine Plastikfiguren, die versuchte ich immer nachzuzeichnen“, bekräftigt Masztalerz. Doch ist die Überwindung alter Vorbilder ja bekanntlich oftmals der Weg zum Erfolg. Und so findet heute auch der ehemalige Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn: „Piero Masztalerz’ Cartoons sind so verdammt lustig, dass man sich seinen komplizierten Namen merken muss: Piero!“

Zeichnung: Piero Masztalerz. Quelle: Caricatura

Dynamische Strichstärke
Wie viele Zeichner nimmt auch Masztalerz bei der Fertigung seiner Cartoons und Animationen den Rechner zur Hilfe. „Das Kolorieren und Animieren der Figuren geht mit dem Computer natürlich schneller. Ich sage dem Rechner: ‚Bewege den Arm von A nach B‘ und spare mir so das ganze Zeichnen der Zwischenschritte.“ Doch entstehen seine Figuren alle zuerst auf dem Papier. „Was allerdings oft unterschätzt wird, ist der Ausdruck der Figuren durch eine dynamische Strichstärke. Deshalb zeichne ich lieber mit einem Stift auf Papier als mit der Maus.“ Die Zeichnungen werden dann eingescannt und am Rechner weiterbearbeitet.

Cartoons als Berufung
Zum Cartoon kam der gebürtige Lübecker über Umwege. Eine Lehre zum Druckvorlagenhersteller brach er ab und versuchte sich anschließend als Taxifahrer, Damenoberbekleidungsverkäufer, Versicherungsvertreter und Diskothekenmaler. Doch schließlich fand Masztalerz, der heute mit Frau und drei Kindern in Hamburg lebt, seine Berufung: Cartoons. Diese erscheinen nun unter anderem auf Spiegel Online und in den Satiremagazinen Titanic und Eulenspiegel.

Mehrfach ausgezeichnet
Mittlerweile wurden die Arbeiten des 43-Jährigen auch mehrfach ausgezeichnet. Nachdem er bereits in den Jahren 2009 und 2010 für den Deutschen Cartoonpreis nominiert gewesen war, klappte es 2011 endlich, und zwar gleich mit dem ersten Platz. 2012 folgte der erste Platz beim Deutschen Preis für politische Karikatur. Als Videografiker entwickelte er außerdem die Figuren für die NDR-Fernsehversion der mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichneten Comedy „Frühstück bei Stefanie“.

Minolta DSC

Piero Masztalerz. Foto: nh

MASZTALERZ
Ausstellung: 8. März bis 27. April 2014
Öffnungszeiten: Di bis Fr 14 bis 20 Uhr und Sa, So, feiertags 12 bis 20 Uhr
Ort: Caricatura – Galerie für Komische Kunst
Kontakt: www.facebook.com/caricaturagalerie | www.caricatura.de

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