Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Der sportliche Erfolg ist das beste Argument für alles

4. September 2016 | Von | Kategorie: Region 

Die Handballer der MT Melsungen stehen dieses Jahr hoch im Kurs: Schon 1.900 Dauerkarten – und damit 500 mehr als im Vorjahr – sind für die nächste Bundesliga-Saison verkauft, die am 4. September beginnt. Seit 2010 trainiert Michael Roth die Mannschaft mit anhaltendem Erfolg und will auch in ‧dieser Saison für Furore sorgen. Grund genug für uns, den sympathischen Vollblut-Handballer zum Interview einzuladen und mit ihm über sportlichen Erfolg, seine Arbeit, aber auch über die Persönlichkeit Michael Roth zu sprechen.

Michael Roth, Handball-Trainer der MT Melsungen in der ersten Bundesliga.

Michael Roth, Handball-Trainer der MT Melsungen in der ersten Bundesliga.

Jérôme Kassel: Seit Ihrem Beginn als Trainer geht es für die MT Melsungen stets bergauf. Macht Sie der kontinuierliche Erfolg stolz?

Michael Roth: Der sportliche Erfolg ist für mich als Sportler und Trainer die Grundlage für alles. Den sportlichen Erfolg schafft man aber nur, wenn wir die richtigen Spieler hierher bekommen und in unserer Personalpolitik alles richtig machen. Wir haben unser Umfeld sehr professionalisiert, ob das Management oder den Bereich Marketing, um unsere Marke zu positionieren und zu stärken. Auch investieren wir sehr viel in unsere Jugendarbeit. Ein Projekt liegt mir besonders am Herzen, unser Schulprojekt „Trainieren mit Idolen“. Es ist großartig, wenn wir in die Schulen kommen, die Kinderaugen leuchten sehen oder uns Eltern erzählen, dass ihre Kinder in der Nacht zuvor kein Auge zugemacht haben.

Jérôme: Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am Besten?

Roth: Die Teamfindung und Teamentwicklung – um ganz oben mitzuspielen, gelten für uns einfache Prämissen: Wir sind miteinander verbunden, wir teilen einen gemeinsamen Namen, wir teilen gemeinsame Überzeugungen und Werte, wir halten zusammen und setzen unsere Kräfte an der gleichen Stelle für das gleiche Ziel ein.

Jérôme: Bei allem Erfolg hat Ihnen das Leben auch die Schattenseiten gezeigt. Im Jahr 2009 wurde bei Ihnen und auch kurze Zeit später bei Ihrem Zwillingsbruder Uli Roth Prostatakrebs diagnostiziert. Nach fünf Jahren Remission gelten sie beide als geheilt. Was haben Sie durch die Krebserkrankung verloren und was gewonnen?

Roth: Ich habe nur gewonnen. Natürlich hat uns die Diagnose damals völlig von den Beinen geholt und wir hatten kein Bild davon, was der Krebs bedeutet. Nach dem Schock tauchten die ersten Ängste auf: Kommt eine Chemotherapie, fallen die Haare aus und kann es zum Tod führen? Wir sehen es als neue Lebensaufgabe, viel dazu beizutragen, dass Männer offener und besser über Krebsfrüherkennung und Krebsprävention sprechen können. Ich persönlich lebe seit dem Krebs ein bewussteres Leben und bin sensibler im Umgang mit vielen Dingen.

Jérôme: Welche Person aus der Vergangenheit würden Sie gerne treffen? Haben Sie Vorbilder?

Roth: Ich bin kein großer Freund des Boxsports, aber den kürzlich verstorbenen Muhammad Ali habe ich schon als Kind bewundert und kann mich noch gut daran erinnern, dass wir mitten in der Nacht aufgestanden sind, um seine Kämpfe zu schauen. Für mich hat er den Boxsport revolutioniert – ihn würde ich wirklich gerne treffen. Aber mein größtes Vorbild ist mein Vater: Er hat uns Kinder mit einer enormen Herzenswärme erzogen und uns beigebracht, immer auf dem Boden zu bleiben.

Jérôme: Wie schaffen Sie den Ausgleich zu Ihrem beruflichen Alltag?

Roth: Obwohl ich mich fast den ganzen Tag mit Sport beschäftige, ist der Sport auch der Ausgleich in meiner Freizeit. Mein eigenes sportliches Leben hat seinen Tribut gezollt – früher bin ich viel gejoggt, heute spiele ich ambitioniert Golf.

Jérôme: Ihr Lieblingsplatz in Kassel oder Nordhessen? Fühlen Sie sich in Kassel wohl?

Roth: Ganz klar, der Bergpark Wilhelmshöhe. Hier kann ich wunderbar entspannen und ich fahre dort gerne Mountainbike. Im auswärtigen Freundeskreis gebe ich oft mit „unserem“ Weltkulturerbe an. Ich fühle mich sehr wohl und lebe gern in Kassel – Kassel ist eine tolle Stadt mit einer unglaublichen Lebensqualität.

Jérôme: Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Zeit und wünschen Ihnen und Ihrem Team eine mitreißende Saison – die Spiele mögen beginnen.

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