Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Ein König und eine Königin …

4. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Stadt 

Auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt fühlen sich nicht nur Kinder wohl

Mehr als dreißig Jahre lebten die Brüder Grimm in Kassel, und hier sammelten sie auch ihre Märchen. 1812 erschien die Erstauflage ihrer Kinder- und Hausmärchen, die heute auf der ganzen Welt bekannt sind. Eines davon beginnt mit den Sätzen: „Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: ‚Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!‘ und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: ‚Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.‘“

Foto: Andreas Weber

Foto: Andreas Weber

So beginnt das Märchen „Dornröschen“, das in diesem Jahr im Mittelpunkt des Kasseler Märchenweihnachtsmarktes steht. Ein unverwechselbarer Charakter und ein ganz eigener Zauber zeichnen den beliebten Markt aus. Denn nur in Kassel ist das vorweihnachtliche Markttreiben untrennbar mit den Märchen der Brüder Grimm verbunden.

Eine alte, lange Tradition
Und der Markt hat eine lange Geschichte: Aus den Quellen lässt sich schließen, dass es bereits vor 1767 einen Christmarkt auf dem Altmarkt gab. Ab jenem Jahr fand der Markt dann auf dem neu erbauten Königsplatz statt – damals mit „allerhand Kleinkram“. Mittlerweile ist der Markt richtig groß geworden. Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt 2014 präsentiert sich mit einem ausgefeilten Konzept. Die Grundlage bildet die Auswertung der Besucherbefragung, die Kassel Marketing alle zwei Jahre durchführt. Wie Angelika Hüppe, Geschäftsführerin der Kassel Marketing GmbH, berichtet, wurden die Kinderunterhaltung und das Programmangebot ausgebaut. Zudem hat sich Kassel Marketing das Ziel gesetzt, das Märchenthema stärker zu profilieren und durch die Vorgabe von Gestaltungskriterien die Qualität weiter zu steigern.

Die Ausschreibungsrichtlinien betrafen die unterschiedliche Gestaltung der Hütten für den Königs- und den Friedrichsplatz, wobei für den ersten der rustikal-natürliche Charakter vorgegeben war und für den zweiten der nostalgische. Bevorzugt wurden Stände, die sich dem Märchenthema widmen.

Nicht nur die Kinder sollen sich wohlfühlen
Auf viele umgestaltete oder neu gebaute Hütten können sich die Besucher des Königsplatzes freuen. So ist beispielsweise der neue Heißgetränkestand „Märchenstube“ von Holger und Sandra Berger mit alten Stichen ausgestattet, die bekannte Märchenszenen zeigen. Es gibt wöchentliche „Dornröschen“-Lesungen am Spinnrad an der Raclette-Hütte, und die Waldhütte neben Leffers wurde zum Hexenhaus umdekoriert.

Foto: Mario Zgoll

Foto: Mario Zgoll

Ein neues Highlight ist der Zirkuswagen, der als Märchenwagen fungiert. Andrea Behrens, Bereichsleiterin Events bei Kassel Marketing, sagt: „Wir haben den Wagen von einem Schausteller aus der Nähe von Dresden erstanden. Das war gar nicht so einfach, weil das Kaufinteresse an solchen Raritäten hoch ist. Der Wagen war noch im Originalzustand von 1958 und wurde bis vor kurzem als Wohnwagen genutzt. Wir haben den Innenraum umgestaltet und ihn zu einem Ort gemacht, in dem die Kinder sich wohlfühlen.“ Ein bekannter Hingucker ist die festlich beleuchtete Märchenpyramide – 22 Meter hoch, zwölf Meter lang und zehn Meter breit.

Nach einer Idee von Christoph Schäfer, der die Elchbahn auf dem Königsplatz betreibt, entstand ein Märchenmalbuch für Kinder, das bei verschiedenen Gelegenheiten verteilt wird. „Es ist besonders schön, wenn Standbetreiber auf diese Weise an der Profilierung des Weihnachtsmarktes mitarbeiten“, sagt Andrea Behrens.

Dornröschen ist da …
Neu ist es, dass die Symbolfigur Dornröschen jeden Tag ab 16 Uhr auf dem Markt präsent sein wird und um 17 Uhr im historischen Märchenwagen Märchen der Brüder Grimm erzählen wird. Darüber hinaus wird es jeden Freitag zweimal jeweils zwischen 16 und 17.30 Uhr auf der Städtischen Werke-Märchenbühne Friedrichsplatz eine Aufführung von Castellos Puppentheater geben. Die Castellos weisen eine der längsten Puppenspieltraditionen Deutschlands auf und haben eigens für den Kasseler Weihnachtsmarkt ein „Dornröschen“-Stück geschrieben. Weitere Beteiligte bei den besonderen Programmpunkten auf der Städtischen Werke-Märchenbühne Friedrichsplatz sind: die Deutsche Märchenstraße am 6. Dezember und das Brüder Grimm Festival.

Scharfes und Neues
Neben Bewährtem wie der legendären Currywurst in acht Schärfegraden enthält auch das Sortiment des Marktes neue Angebote. Neu sind unter anderem ein Stand mit Lederwaren, ein Lebkuchenstand, ein Stand mit Gesichter-Porzellan und ein Stand mit Windlichtern. Und aufgrund der großen Nachfrage bietet der Langos-Stand in diesem Jahr auch eine vegane Variante der ungarischen Spezialität an.

Öffnungszeiten: Bis zum 30. Dezember täglich von 11 bis 20 Uhr. Die Gastronomiestände sind bis 22 Uhr geöffnet. Vom 24. bis zum 26. Dezember bleibt der Markt geschlossen www.weihnachtsmarkt-kassel.de

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