Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Goldhaar und Inferno: Kasseler Märchenweihnachtsmarkt

12. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Stadt 

Sie ist 22 Meter hoch, zwölf Meter lang und zehn Meter breit. Sie hat sechs Stockwerke mit Märchenfiguren der Brüder Grimm. Und ihr Gesamtgewicht beträgt 15.000 Kilogramm. So nüchtern diese Zahlen sind, so imposant ist die festlich beleuchtete Märchenpyramide auf dem Königsplatz. Sie gilt als weltgrößte dieser Art und ist eines von vielen Highlights des Kasseler Märchenweihnachtsmarkts. Kassel funkelt – so lautet das Motto für den traditionsreichen Weihnachtsmarkt, dessen Geschichte mindestens bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.

Feierliche Eröffnung: Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Gerhard Jochinger (Jochinger Bauconsulting), „Rapunzel“ Katharina Wolf, Angelika Hüppe (Kassel Marketing), Stefan Welsch (Städtische Werke) und Märchenerzählerin Andrea C. Ortolano. Foto: Mario Zgoll

Feierliche Eröffnung: Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Gerhard Jochinger (Jochinger Bauconsulting), „Rapunzel“ Katharina Wolf, Angelika Hüppe (Kassel Marketing), Stefan Welsch (Städtische Werke) und Märchenerzählerin Andrea C. Ortolano. Foto: Mario Zgoll

Richtig große Angelegenheit
Aus verschiedenen Quellen lässt sich schließen, dass es bereits vor 1767 einen Christmarkt auf dem Altmarkt gab. Ab jenem Jahr fand er dann auf dem neu erbauten Königsplatz statt – schon damals mit „allerhand Kleinkram“. Mittlerweile wurde daraus eine richtig große Angelegenheit. „Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt ist bekannt und beliebt durch seine einzigartige Lage im Herzen der Innenstadt und die Vielfalt seiner Gestaltung“, sagt Angelika Hüppe, die Geschäftsführerin der Kassel Marketing GmbH.

Grimm-Jubiläum
Was den Weihnachtsmarkt außerdem einmalig macht: Nur in Kassel ist das vorweihnachtliche Markttreiben seit Jahrzehnten untrennbar mit den Märchen der Brüder Grimm verbunden. 2013 bildet der Markt darüber hinaus einen Beitrag zum Grimm-Jubiläumsjahr, in dem Jacob und Wilhelm Grimm mit zahlreichen Veranstaltungen geehrt wurden. Die Brüder, die lange in Kassel lebten und hier ihre Märchen sammelten, veröffentlichten die heute weltberühmten Kinder- und Hausmärchen erstmals vor genau 200 Jahren.

Rapunzel im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt des Weihnachtsmarkts stehen diesmal das Märchen „Rapunzel“ und dessen Titelheldin. Das Mädchen mit dem fein gesponnenen Goldhaar mischt sich gemeinsam mit weiteren Märchenfiguren unter die Marktbesucher, um die Innenstadt in ein Märchenland zu verwandeln. Verkörpert wird Rapunzel von der 18-jährigen Schülerin Katharina Wolf, doch auch anderswo ist das Zentralmotiv allgegenwärtig. Das „Rapunzel“-Logo mit Turm und blondem Schopf schmückt auch die diesjährige Weihnachtsmarkttasse, erstmals hergestellt von der Firma Böckling in Süddeutschland, ein feines weihnachtliches Mitbringsel aus Kassel.

Vielfalt der Gestaltung – das bedeutet ein breites Angebot vom Kulturprogramm mit Musik und Puppentheater über kulinarische Genüsse bis hin zur historischen Handwerkskunst. 130 Stände gibt es in diesem Jahr. Neue Stände offerieren Marzipan und Nougat, Filzprodukte, Wurstwaren aus der Region, Schmuckdesign, Baby- und Kinderkleidung sowie süß-originelle Schokoladen-Werkzeuge aller Art.

Immer gern gesehen: der Weihnachtsmann. Foto: Kassel Marketing GmbH

Immer gern gesehen: der Weihnachtsmann. Foto: Kassel Marketing GmbH

Pünktlich zum 1. Dezember verwandelt sich die Fassade des Rathauses wieder in einen 300 Quadratmeter großen Adventskalender. Täglich um 17 Uhr wird ein Türchen geöffnet, hinter dem sich ein Kassel-Motiv verbirgt. Und bei der täglichen Verlosung gibt es Preise zu gewinnen, die von den anliegenden Geschäften der Innenstadt gestiftet wurden.

Auf dem Friedrichsplatz kann man vom Riesenrad aus das Treiben einmal von oben betrachten oder durch den Märchenwald schreiten, der mit Rindenmulch auf dem Boden und rustikalen Feuerstellen in die Welt von Hänsel und Gretel versetzt. Kinder können jeden Samstag von 15 bis 16 Uhr den Weihnachtsmann auf der Märchenbühne der Städtischen Werke besuchen. Oder man riskiert ein genussvolles „Inferno“, denn zu den Dauerbrennern zählt hier die Currywurst in acht Schärfegraden – von Schärfegrad 1 „Lecker“ bis zur infernalen Höchststufe.

Reiche Auswahl
Wer sich stärken möchte, findet auch auf dem Königsplatz eine reiche Auswahl: Schmankerl in der Königsalm, Glühwein mit Rosinen vom finnischen Rentier-Stand oder Spezialitäten aus der Region. In der Himmelswerkstatt haben Kinder die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung kleine Geschenke zu basteln. Ein historisches Karussell sorgt für nostalgische Stimmung, gemütliche Ecken laden zum Verweilen ein, zahlreiche Stände warten mit extravaganten Geschenkideen auf. Und dazu funkelt die 22 Meter hohe Märchenpyramide.

Schon seit Mitte November wirbt für den Kasseler Weihnachtsmarkt eine Großflächenkampagne in über 30 deutschen Städten bis hin zu Leipzig und Stuttgart. Geöffnet hat der Markt bis zum 23. Dezember, eine Verlängerung gibt es dann vom 27. bis zum 30. Dezember.

www.weihnachtsmarkt-kassel.de

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