Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Nordhessens größtes Festival

24. April 2014 | Von | Kategorie: Stadt 

Kultursommer lädt vom 9. Juni bis 10. August zu 149 Vorstellungen ein

Nordhessen ist groß und interessant“, attestierte Nicole Schlabach von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, als im Schlösschen Schönfeld das Programm für den Kultursommer Nordhessen 2014 vorgestellt wurde. Das größte Festival der Region fördere man deshalb bereits seit Gründung der Stiftung. Sie freue sich auch in diesem Jahr auf viele Veranstaltungen, die weit in die Region hineingehen. Zu den insgesamt 149 Vorstellungen werden rund 20.000 Besucher erwartet.

Foto: Jörg Lantelmé

Foto: Jörg Lantelmé

Außergewöhnliche Spielorte
Jazz in Scheunen, Klassik im Kloster, Theater im Steinbruch oder A capella in trutzigen Kirchen: Der Kultursommer Nordhessen hält auch in seiner 26. Auflage jede Menge Erlebenswertes an ausgefallenen Spielorten bereit. Zu den prominenten Darbietern in diesem Jahr gehören Senta Berger, Katja Riemann, Rufus Beck, Dominique Horwitz und Nina Hoger. Sie lesen und spielen sich durch die romantischen Fachwerkorte der Brüder-Grimm-Heimat. Den wohl außergewöhnlichsten Spielort hat dabei Dominique Horwitz, der zusammen mit dem David-Orlowsky-Trio in der Produktionshalle der WIKUS Sägenfabrik in Spangenberg auftritt, die extra für diese Vorstellung leergeräumt wird.

Eröffnung am Schloss Wilhelmsthal
Traditionell eröffnet wird der Kultursommer am Pfingstmontag mit einem Musikpicknick im Park von Schloss Wilhelmsthal, einem der schönsten Rokoko-Schlösser Deutschlands. Ein trompetender Eismann, ein wandelndes Streichquartett, ein Kinderorchester unter schattigen Bäumen, adlige Artisten und vieles mehr erwartet das Publikum ebenso wie ein märchenhafter Platz zum Picknicken und Verweilen.

Internationale Tänzer
Die im 18. Jahrhundert gestaltete Blumeninsel Siebenbergen in der Kasseler Karlsaue ist der Ort für „Ovid“, eine begehbare Traumwelt aus Licht und Klang, Toncollagen und ausgewählten Geschichten des römischen Dichters. Tänzerinnen und Tänzer aus Spanien, Italien und Deutschland gehen dem 2000 Jahre alten Geheimnis von Ovids Metamorphosen in einer Inszenierung des Berliner Theaters Anu auf die Spur. Geheimnisvoll, sinnlich und berührend zugleich.

Nina Hoger. Foto: nh

Nina Hoger. Foto: nh

Streichquartette
Zu einem kleinen, hochkarätigen Streichquartettfestival in der gotischen Stadtkirche zu Zierenberg laden das kanadische Dover Quartet, jüngster Preisträger des Banff-Wettbewerbs, das deutsche Signum Quartett, eines der mitreißendsten Ensembles dieser Art, und das renommierte, seit mehr als 65 Jahren aktive, russische Borodin-Quartett ein.

Jugendsinfonie-Orchester
Die ganz jungen Interpreten finden sich im Finale des Kultursommers Nordhessen: Die letzte Woche des Festivals ist internationalen Jugendsinfonie-Orchestern gewidmet. Den Auftakt macht das European Union Youth Orchestra unter der Leitung von Semyon Bychkov. Die junge Vilde Fang, mit ihren 26 Jahren schon jetzt von der Süddeutschen Zeitung als eine der weltbesten Geigerinnen bezeichnet, spielt das Violinkonzert von Max Bruch.

Zum ersten Mal in Deutschland ist das Jovem Orquestra Portuguesa. Mit ausgewählten Musikern des großen Orchesters hat das World Youth Orchestra eine Kammermusikformation zusammegestellt, mit der sie beim Kultursommer zu Gast sind. Sein Debüt in Kassel gibt das I, Culture Orchestra, gegründet 2011 vom polnischen Adam Mickewizc-Institut, in dem die besten jungen Orchestermusiker aus Polen, Weißrussland, Aserbaidschan, Georgien, Moldavien und der Ukraine zusammengefunden haben. Dirigiert wird das Orchester von dem Ukrainer Kirill Karabits. Alice Sara Otts, von der Zeit als „Verheißung am Klavier“ gepriesen, spielt Franz Liszts erstes Klavierkonzert.

Grimm 2014
Auch das Thema Brüder Grimm spielt wieder eine Rolle im Kultursommer Nordhessen. Unter seinem Dach präsentiert Grimm 2014 Eigenproduktionen wie das Figurentheater-Festival Blickfang, die poetische Inszenierung Nachtmeerfahrt, eine Wiederaufnahme des Schattenwalds, Kooperationen mit anderen Grimm-Veranstaltern, wie dem Literarischen Frühling, der Märchenwache Schauenburg und dem Brüder-Grimm-Festival, sowie Theater, Vorträge und Themenwanderungen bis zum 13. September.

Katja Riemann. Foto: Gregor Toerzs

Katja Riemann. Foto: Gregor Toerzs

Angenehm und uneitel
Möglich wird die Organisation des Kultursommers Nordhessen nur durch ein flächendeckendes Miteinander. „Die Landkreise arbeiten übergreifend zusammen“, erklärte die Vorsitzende des Geschäftsführenden Vorstands von Kultursommers Nordhessen e.V., Ilka Jastrzembowski. Dieses Zusammenspiel sei vorbildlich. Intendantin Maren Matthes pflichtete ihr bei: „Ich bin schon lange Kulturmanagerin, aber ich habe noch nie erlebt, dass eine so relativ komplizierte Organisation so angenehm und uneitel verläuft.“ Das Budget von rund 870.000 Euro wird zur Hälfte durch Spenden und Sponsorengelder gedeckt.

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