Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Ein Parkhaus und Kuchen für alle

24. März 2014 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

150 Jahre Kasseler Bank

Es gab Kuchen. In Gelb, der Hausfarbe. Für jeden Mitarbeiter einen. Ein Geburtstagsgeschenk sozusagen, denn am 25. Januar wurde die Kasseler Bank 150 Jahre alt. Eine symbolische Geste, wenn auch mit echten Kalorien. Aber sie zeigt auch ein wenig, dass es keine hohlen Phrasen sind, wenn Vorstandsvorsitzender Martin Schmitt vom guten Betriebsklima, hervorragender Ausbildungsförderung und solider Geschäftspolitik spricht.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier, Kasseler Bank-Vorstand Wolfgang Osse, Vorstandsvorsitzender Martin Schmitt, OB Betram Hilgen und Vorstand Volker Stern (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Sich selbst hat die Kasseler Bank auch ein Geburtstagsgeschenk gemacht. Unmittelbar neben der Hauptstelle an der Rudolf-Schwander-Straße entstand ein neues Parkhaus mit 78 Stellplätzen. Ein Bürotrakt ist auf den mehr als 4.000 Quadratmetern Fläche ebenso enthalten wie eine Kantine. Das Parkhaus ist so schön geworden, dass Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen anlässlich einer kleinen Feierstunde, zu dem der gesamte Vorstand geladen war, davon sprach, dass man aufgrund von soviel Ästhetik gar nicht erkenne, dass man dort auch parken könne.

Vor der Übergabe einer Ehrenurkunde an Martin Schmitt wurde Hilgen aber wieder ernst. Es sei ein Erfolgsmodell, dass die Kasseler Bank den Ursprungsgedanken der Gründer als Genossenschaftsmodell im Sinne der Idee „Hilfe zur Selbsthilfe“ weiterführe und so auch dazu beitrage, dass Kassel als Wirtschaftsstandort zunehmend attraktiver würde. Auch Dr. Walter Lohmeier, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, ging in seiner Laudatio auf die Wichtigkeit der Bank für Existenzgründer und Unternehmer ein, die die gesamte Region bereichere.

Gemeinsam gegen schlechte Zeiten
Am 25. Januar 1864 hatten Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, die Gründerväter des Genossenschaftswesens, gemeinsam mit 72 Kasseler Fabrikanten, Handwerkern und Kaufleuten den Creditverein zu Cassel gegründet. Mit dem Zusammenschluss sollte den wirtschaftlich schlechten Zeiten entgegen gewirkt werden. Den Vorsitz übernahm der Kaufmann Louis Credé, und schnell schlossen sich bekannte Bürger wie der Lokomotivenhersteller Oscar Henschel, der Kaufmann Louis Rosenzweig und der Buchhändler Georg Heinrich Wigand, Initiator der ersten Straßenbahn von der Innenstadt nach Wilhelmshöhe, an. Aus dem Creditverein wurde 1943 die Volksbank Kassel, im Jahr 1996 folgte die Fusion mit der Raiffeisenbank zur heutigen Kasseler Bank.

Im Vordergrund: Nutzen für alle
Der Grundgedanke beherrscht noch heute das Handeln der Verantwortlichen. Aus den 72 Gründungsmitgliedern sind mehr als 37.500 Eigentümer geworden, und jedem Mitglied steht das gleiche Recht zur Mitbestimmung über die Belange der Genossenschaft zu, nämlich eine Stimme – unabhängig davon, wie viel Geld sie oder er eingezahlt haben. Martin Schmitt formuliert das so: „Bei uns stehen nicht ungebremste Gewinnziele im Zentrum der Anstrengungen, sondern der Nutzen für die das Unternehmen tragende Gemeinschaft.“

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