Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Macht Eigentum frei oder unfrei?

7. April 2016 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

Jérôme Spezial zeigt einige Beispiele für die gelungene Balance zwischen Eigennutz und Gemeinnutz

Eigentum. Die wenigsten können sich kaum vorstellen, dass es vor Beginn der Bronzezeit keinen Begriff dafür gab und auch kein dazugehöriges Denken. Als Eigentum betrachteten die Menschen, hauptsächlich Nomaden, ihr Land und ihr Vieh, das sie darauf weiden ließen. Dieses Eigentum aber war zum Überleben absolut notwendig und wurde nicht als Besitz eines Einzelnen, sondern des gesamtes Stammes betrachtet. Mit Gründung der Siedlungen änderte sich dies, aus Funden aus der Steinzeit weiß man, dass den Verstorbenen Dinge mit ins Grab gelegt wurden, die ihnen etwas bedeutet hatten.

Foto: Fotolia

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Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau hatte schon im 18. Jahrhundert herbe Kritik an der Aufteilung von Eigentum zu üben. Der Beginn der Landwirtschaft war für ihn Ursprung aller Ungleichbehandlung. „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und dreist sagte: ‚Das ist mein‘ und so einfältige Leute fand, die das glaubten, wurde zum wahren Gründer der bürgerlichen Gesellschaft.“ Seine klare Folgerung: „Eigentum ist Diebstahl“.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hat das Thema Eigentum einen hohen Stellenwert. In Artikel 14 ist die Formulierung festgeschrieben „Eigentum verpflichtet“. Als demokratischer und sozialer Rechtsstaat konzipiert, wollten es die Gründungsväter, dass der Gebrauch von Eigentum zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen solle. Ein schöne Idee, die in der klassischen Betriebswirtschaftslehre ebenso zuhause ist wie in Gedankenwelt des Neoliberalismus. Dort versteht man unter dem Allgemeinwohl in etwa die Formulierung „Wenn es mir gut geht, geht es auch den anderen gut“.

Eine Haltung, die mehr und mehr verloren zu gehen scheint. Gewinnmaximierung thront über allen anderen Maximen, Aktiengesellschaften sind nicht länger zuerst ihren Kunden und Angestellten verpflichtet, sondern ihren Aktionären. Muss die Rendite her, dürfen auch gern Stellen abgebaut werden.

Ein Trend kehrt sich um

Erde und Natur zeigen unsere Grenzen auf. Der ökologische Gedanke, erstmals in diesem Land in den 80er Jahren durch Gründung der Grünen offiziell kanalisiert und zum Ausdruck gekommen, gewinnt mehr und mehr an Bedeutung.

In dieser Ausgabe von Jérôme Spezial kommen Unternehmen zu Wort, die sich mit attraktiven Themen aus dem Bereich Eigentum beschäftigen. Dem Thema Energie zum Beispiel. So wie die EAM, die nicht nur ihre Kunden mit Strom und Erdgas beliefert, sondern auch alternative Energien bietet und gemeinnützige Projekte unterstützt. Oder dem Thema Hauserwerb. Wer kann sich unter welchen Bedingungen ein Haus leisten, welches Kapital ist dazu nötig? Die Sparda Bank kann hierzu nützliche Tipps geben. Auch interessant, welche Anstrengungen die Niestetaler Firma Gebäudedienste Richter unternimmt, um ihre vielen Dienste unter der Prämisse der Nachhaltigkeit anzubieten und die dafür nun zertifiziert wurde. Aus der Firma Samen Rohde, einem der ältesten Kasseler Fachgeschäfte in Familienhand, kommen Ratschläge, wie man seinen Garten zum Wohl von Mensch und Tier gesund halten kann, und die Kasseler Firma CarCare demonstriert, dass die Liebe zum Auto von Generation zu Generation weitergegeben werden und wie man alte Werte erhalten kann..

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