Jérôme Kassel

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Mit Netz und Türöffner

6. Mai 2014 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

Beiratssitzung des Netzwerkes Hessen-China in den Räumen der Kasseler Sparkasse

Das ehrenamtlich betriebene Netzwerk Hessen-China geht mittlerweile in sein elftes Jahr, und noch immer stehen die beiden Präsidenten der Vereinigung im Mittelpunkt. Einige Mitglieder des in Kassel gegründeten und beheimateten Netzwerks erzählen, warum das so ist.

Gute Laune schon vor der Beiratssitzung des Netzwerks Hessen-China. Von links Nicole Holzapfel (Projektleiterin Wirtschaftsförderung), Sparkassen-Chef Ingo Buchholz, Netzwerk-Präsident Alfred Schmidt, Wirtschaftsförderungs-Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock, Netzwerk-Präsident Zeng Deshun und Wirtschaftsförderungsmitarbeiterin Larissa Most. Foto: Mario Zgoll

Gute Laune schon vor der Beiratssitzung des Netzwerks Hessen-China. Von links Nicole Holzapfel (Projektleiterin Wirtschaftsförderung), Sparkassen-Chef Ingo Buchholz, Netzwerk-Präsident Alfred Schmidt, Wirtschaftsförderungs-Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock, Netzwerk-Präsident Zeng Deshun und Wirtschaftsförderungsmitarbeiterin Larissa Most. Foto: Mario Zgoll

Die Beiratssitzung des Netzwerkes Hessen-China hatte noch nicht angefangen. da brachte Matthias Henke, der Geschäftsführer der Henschel GmbH, kurz, bündig und voller Enthusiasmus auf den Punkt, was für alle Mitglieder des Netzwerkes längst feststeht: „Das Netzwerk ist eine unglaubliche Sache, genießt in China mittlerweile ein extrem hohes Ansehen, und allein schon der Präsident Alfred Schmidt ist ein unbezahlbarer Faktor für die Region und für die Wirtschaft.“ Auch Ingo Buchholz, als Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse Gastgeber der Sitzung, weiß, „dass es schwierig ist, in Asien Fuß zu fassen. Dafür ist das Netzwerk absolut ideal.“

Mit wem man auch spricht, immer geht es um die Effizienz und die positiven Folgen, die dieses Netzwerk für die Internationalisierung der Region Kassel generiert. Vieles dreht sich um den ehemaligen hessischen Wirtschaftsminister Alfred Schmidt und um den chinesischen Professor Zeng Deshun. Während ersterer als Wirtschaftsminister im Jahr 1987 Kontakt aufnahm und so den Anstoß zur Gründung des Netzwerks gab, wird Zeng als derjenige genannt, der Türen öffnet und Kontakte herstellt. Beide, Zeng und Schmidt, fungieren als ehrenamtliche Präsidenten des Netzwerks, das im Übrigen komplett auf ehrenamtliche Füße gestellt wurde. „Das Netzwerk Hessen-China ist für uns ein bedeutendes Projekt, um als Wirtschaftsförderung unsere regionalen Unternehmen bei ihren Aktivitäten auf internationalen Märkten zu unterstützen“, sagt Kai Lorenz Wittrock, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Kassel.

Neue Achse Straubing – Kassel – Shanghai
Herbert Wittl ist einer, der diese Aussage gern bestätigt. Der Diplom-Ingenieur ist Geschäftsführer der Strama-MPS Maschinenbau GmbH & Co. KG mit Sitz im bayerischen Straubing., das Kasseler Unternehmen AuE ist eine Tochter. Vor vier Jahren fand sein Unternehmen, das sich in den Bereichen Engineering und Projektleitung längst etabliert hat, den Weg ins Netzwerk. „Wir wollten in China Fuß fassen und dort einen neuen Standort gründen“, erzählt Wittl. Die Mitarbeiter des Netzwerkes hätten ihm sehr geholfen, das Land und dessen Gepflogenheiten kennenzulernen. Und so konnte die Strama schon 2011 ihr neues Werk in der Nähe von Shanghai eröffnen. Heute hat die chinesische Dependance 35 Mitarbeiter. Schnell wurden erste Kontakte zur Shanghai Second Polytechnic University geknüpft. Viele chinesische Studenten absolvierten ihr Praktikum bei der Bayern-Tochter. Aus diesem Pool gewinnt die Strama auch neue Mitarbeiter. Und bis heute, drei Jahre nach Gründung der Niederlassung, spielt das in Kassel gegründete Netzwerk noch immer eine zentrale Rolle. „Auch hier ist Professor Zeng eine riesige Hilfe für uns“, sagt Wittl. „Wenn wir einen neuen Kunden kontaktieren möchten, dann richten wir diesen Wunsch an ihn, und im Normalfall stellt er die gewünschten Kontakte her.“

Herbert Wittl (rechts), hier mit AuE-Geschäftsführer Karsten Freimuth, hat seit 2011 eine Firmentochter in Shanghai. Auch ihre Niederlassung wurde dank des Netzwerkes ermöglicht und der Start erleichtert. Foto: Mario Zgoll

Herbert Wittl (rechts), hier mit AuE-Geschäftsführer Karsten Freimuth, hat seit 2011 eine Firmentochter in Shanghai. Auch ihre Niederlassung wurde dank des Netzwerkes ermöglicht und der Start erleichtert. Foto: Mario Zgoll

Kontakte durch den Professor
Auch die Kemper System GmbH & Co. KG hat als global agierendes Unternehmen eine Vertriebstochter in Shanghai. Auch bei ihnen sei das dank des Netzwerkes nahezu problemlos gelaufen, sagt Geschäftsführer Andreas Wiggenhagen. „Wir haben unsere sämtlichen Kontakte mit Hilfe von Professor Zeng bekommen, haben ihm unsere Produkte vorgeführt und den Rest hat er erledigt. Das ist einfach großartig.“

Die jährliche Reise des Netzwerks stand auf der Tagesordnung der Sitzung. Im November wird eine Delegation für acht Tage nach China reisen und unter anderem einen neuen Vertrag zwischen dem Netzwerk und der Stadt Linyi sowie dem Landkreis Linshu unterzeichnen. Alfred Schmidt schloss die Runde im Beisein von Dr. Gabriela Soskuty, die als Vertreterin von Netzwerk-Gründungsmitglied B. Braun Melsungen AG anwesend war, mit der Bitte, den Netzwerksprecher Dr. rer. nat. Meinrad Lugan, Vorstandsmitglied von B. Braun, in dessen Abwesenheit in seinem Amt zu bestätigen. Dieser Bitte wurde kollektiv entsprochen. Auch der Termin des nächsten, traditionellen Kaminabends wurde bestätigt; dieser wird wieder am letzten Donnerstag im Oktober sein.

Henschel hat als größter Exporteur für Doppelschnecken-Extrudergetriebe seit 2010 ein Unternehmen in Shanghai. Geschäftsführer Matthias Henke berichtet gern vom hohen Ansehen, welches das Netzwerk in China genießt. Foto: Mario Zgoll

Henschel hat als größter Exporteur für Doppelschnecken-Extrudergetriebe seit 2010 ein Unternehmen in Shanghai. Geschäftsführer Matthias Henke berichtet gern vom hohen Ansehen, welches das Netzwerk in China genießt. Foto: Mario Zgoll

Das Netzwerk Hessen-China wurde im Jahr 2003 unter dem Dach der Wirtschaftsföderung Region Kassel (WFG) in Kassel gegründet. Väter des Projektes sind Alfred Schmidt und Zeng Deshun. Die Anfänge reichen ins Jahr 1973 mit dem Besuch der ersten chinesischen Delegation nach Hessen zurück. Alfred Schmidt wurde 1987 hessischer Wirtschaftsminister und initiierte als solcher den Bau einer Berufsfachhochschule, die heute 15.000 Studierende hat. Zeng, der in Dresden studiert hatte und dort auch lehrte, und Schmidt trafen sich 2002 und beschlossen, Shanghai auf der Suche nach einer Partnerstadt zu helfen:

Kassel, www.hessen-china.de
Ansprechpartnerin: Nicole Holzapfel
Telefon: (0561) 70733-0
Mail: holzapfel@wfg-kassel.de

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