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Plädoyer für Konfuzius-Institut in Kassel

4. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

Präsident Alfred Schmidt präsentiert Idee bei Kaminabend des Netzwerks Hessen-China

Konfuzius war ein großer chinesischer Philosoph zur Zeit der Östlichen Zhou-Dynastie. Er lebte von 551 bis 479 vor Christus. Ihm ging es um die menschliche Ordnung, die nach seiner Überzeugung durch die Achtung vor anderen Menschen zu erreichen ist. Als Ideal galt ihm der „Edle“, der moralisch einwandfreie Mensch. „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint“, sah Konfuzius als höchstes menschliches Ziel an. „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ galten ihm als erstrebenswert. Der Weg dorthin führt laut Konfuzius vor allem über die Bildung.

Auf dem Weg zum Konfuzius-Institut: Kai-Lorenz Wittrock, Larissa Most, Manfred Merz, Nicole Holzapfel, Alfred Schmidt und Jianquan Liang (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Auf dem Weg zum Konfuzius-Institut: Kai-Lorenz Wittrock, Larissa Most, Manfred Merz, Nicole Holzapfel, Alfred Schmidt und Jianquan Liang (v.l.). Foto: Mario Zgoll

An diese Gedanken knüpfte Alfred Schmidt beim herbstlichen Treffen des Netzwerks Hessen auf Schloss Waldeck an. Nicht, dass der Präsident der Institution zum Konfuziusseminar geladen hätte. Vielmehr warb der frühere Hessische Wirtschaftsminister leidenschaftlich für seine Initiative, mittelfristig ein Konfuzius-Institut in Kassel zu installieren.

„Das Institut sollte sich insbesondere mit Umweltthemen beschäftigen“, so Schmidt. Er verwies auf die Kooperation mit der Tongji-Universität und betonte, dass Fragen rund um den Erhalt natürlicher Ressourcen weltweit immer wichtiger und Forschungen zu Luft, Wasser sowie Energie die Lebensqualität künftiger Generationen nachhaltig beeinflussen würden. „Ein Konfuzius-Institut mit dieser Ausrichtung könnte die Bedeutung unserer Kooperation im Netzwerk Hessen-China weiter steigern“, hob Schmidt hervor und versicherte, er werde sich intensiv für die Idee einsetzen.

„Wir werden unser Land öffnen!“
In seiner Ansprache unterstrich Jianquan Liang, Generalkonsul der Volksrepublik China, die Bedeutung, die dem direkten Kontakt zukommt. „Persönliche Begegnungen, wie wir sie hier beim Kaminabend auf Schloss Waldeck pflegen, bringen uns auf unserem gemeinsamen Weg voran“, so der hochrangige Diplomat. Liang würdigte die Aktivitäten des Netzwerks, die dazu dienten, dass sich beide Länder besser verstünden und ihre Beziehungen ein bemerkenswertes Niveau erreicht habe.

„Mit keinem anderen europäischen Land arbeiten wir so eng zusammen wie mit Deutschland“, betonte der Generalkonsul. Er nannte die Größenordnung von 161 Milliarden US-Dollar, die das jährliche Handelsvolumen zwischen China und Deutschland umfasse. Die Investitionen gingen in beide Richtungen. Davon könne sich der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir überzeugen, wenn er in Kürze das Reich der Mitte besuchen werde.

Liang erwähnte über 500 Partnerschaften, die es zwischen Schulen beider Länder gebe. Das sei ein Schlüssel zum Erfolg. Der Diplomat: „Zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört es, den Austausch zwischen jungen Menschen voranzubringen!“ In dem Kontext begrüßte er Schmidts Initiative für ein Konfuzius-Institut. „Die Idee in die Praxis umzusetzen, dürfte allerdings eine echte Herausforderung werden“, mahnte er zur Geduld im gegenseitigen Umgang.

Es gelte, trotz mitunter unterschiedlicher Auffassungen fair und behutsam miteinander umzugehen. China befinde sich in einer wichtigen Entwicklungsphase. „Wir werden unser Land öffnen“, kündigte der Generalkonsul an. Man tue das, um alle Kräfte zu nutzen. Die Rechtsstaatlichkeit solle gestärkt werden, „denn das ist von zentraler Bedeutung für unsere ausländischen Partner“, wandte er sich an die zahlreichen Unternehmer und Führungskräfte und gab einen Ausblick auf die anstehende Geschäftsreise des Netzwerks ins Reich der Mitte.

Damit der Kopf klar bleibt
Als Gastgeschenk überreichte Liang Schmidt chinesischen Tee. „Wer ihn mit Bedacht trinkt, behält einen klaren Kopf“, erläuterte der Diplomat lächelnd, bevor er und seine Mitarbeiter das Gespräch mit den hessischen Unternehmern und Managern suchten.


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