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Rollenflexibilität als zentrale Führungskompetenz! Neue Führungsrollen: Anspruch und Wirklichkeit

16. Februar 2015 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

Führungskräfte von heute: Sozialkompetente Motivatoren, Entwickler und Feedbackgeber, statt fachkompetente, operativ tätige Praktiker – so das Ideal einer aktuellen Studie vom Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) und der Personalberatung Hays, die jährlich unter Führungskräften durchgeführt wird..

Gute Führungskräfte sind zugleich Vorbilder, Visionäre, Diagnostiker, Konzeptentwickler, Konfliktmanager, Gestalter, Lenker, so heißt es in der Studie. Die moderne Führungskraft von heute hat erkannt, dass gute Führung das Gebot der Stunde ist. Feedback geben, Mitarbeiter motivieren, Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, das sind die wesentlichen Aufgaben des Führens. Rund 78 Prozent der befragten Führungskräfte halten solche Kompetenzen für die zentralen Anforderungen an Führungskräfte und attestieren diesem Bereich zugleich aber den größten Handlungsbedarf (72%). Das operative Tagesgeschäft verliert an Bedeutung – nur elf Prozent sehen es noch als wichtige Aufgabe.

Ilka Jastrzembowski. Foto: nh

Ilka Jastrzembowski. Foto: nh

Die Führungskraft von heute sei fähig, Mitarbeiter zu fördern, Unsicherheiten auszuhalten und trotzdem die Erwartungen im Spannungsfeld der gesamten Anspruchsteller des Unternehmens zu erfüllen. Keine leichte Aufgabe für den fachkompetenten Praktiker in der hektischen Unternehmensrealität, der sich vielfach bis heute hauptsächlich um das operative Geschäft gekümmert hat und maximal ein Fünftel seiner Zeit für Führung übrig hat.

So sehen Dreiviertel der Befragten die mangelnde Zeit als Haupthindernis für die Ansprüche moderner Führung. Zudem bekennen 55 Prozent, dass sie von der Kontrolle ihrer Mitarbeiter schlecht loslassen können und 48 Prozent fällt es schwer, statt einer Anwesenheits- eine Ergebnisorientierung einzuführen.

Anspruch und Wirklichkeit
Führung bindet die Kompetenz der Mitarbeiter immer stärker ein und beteiligt sie aktiv. Aber es zeigt sich, dass es ein sehr schleppender Prozess ist. Viele Führungskräfte sind immer noch in den alten Rollen des Bewahrers und Controllers verhaftet, was sich zunehmend negativ auf das Geschäft und die Mitarbeiterbindung auswirkt.

Mein Tipp: Schauen Sie einfach mal aufmerksam hin – in Ihrer Führungsrealität. Studien sind sicher nicht die Messlatte für gute oder gar schlechte Führung in der Unternehmenswirklichkeit. Sie bilden die Praxis in ihrer Vielschichtigkeit auch nicht ab. Sie sind jedoch eine sehr gute Messlatte, um Führungshandeln und wahrgenommene Führungsrollen im Kontext von Unternehmenserfolg zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Ihre Ilka Jastrzembowski

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