Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Sechse kommen durch die ganze WWW.elt

20. Januar 2016 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

Märchen gibt es viele, aber nur manchmal werden sie wahr. Ein ganzes Buch mit wahren Märchen hat das Kasseler Softwarehaus Micromata geschrieben – gemeinsam mit seinen Kunden.

Es waren einmal sechs Studenten der Uni Kassel, die meisten aus dem Fachbereich Mathematik, allesamt als Freiberufler tätig. Eines Tages stellten sie eine Gleichung auf. Sechs Einzelpersonen sind mehr als ihre Summe, lautete diese. Und so begab es sich 1997, dass sie sich zusammenschlossen, um ein Software-Unternehmen zu gründen: die Micromata GmbH.

Begeisterung als Schlüssel zum Erfolg: Micromaten bei der Arbeit. Foto: Micromata

Begeisterung als Schlüssel zum Erfolg: Micromaten bei der Arbeit. Foto: Micromata

Herzblut statt Außendienst
Immer dann, wenn es nichts von der Stange gibt, spielt Micromata seither seine Stärken aus und entwickelt passgenaue Softwarelösungen. Wert legt man dabei besonders auf die User Experience (UX), entwickelt Programme so, dass sie aus Sicht des Kunden möglichst intuitiv und angenehm zu bedienen sind. Auch beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema Big Data, das 2016 einen Aktivitätenschwerpunkt darstellen wird.

Ob Logistik, Automotive, Medizintechnik, Energie oder Rohstoffgewinnung: Zu den langjährigen Kunden des Hauses zählen hauptsächlich DAX-30-Konzerne aus völlig unterschiedlichen Branchen. Auf einen Außendienst, um sie zu akquirieren, verzichtet Micromata bewusst. Man überzeugt lieber durch Leistung und setzt auf Empfehlungsmanagement. „Wir machen unsere Sache mit Herzblut, das spricht sich rum“, sagt Kai Reinhard, seit 2001 CEO von Micromata.

Den studentischen Drive seiner Gründer hat das Unternehmen nie verloren. Auch nicht mit inzwischen 112 Mitarbeitern (2013 waren es 78). Micromaten nennen die sich und Kai Reinhard ist einer von ihnen. Er braucht kein Podest und keine Statussymbole. Sein Büro spiegelt das wider: schlicht und funktional ausgestattet, einen Schreibtisch wie jeder andere im Haus. Eher zufällig als arrangiert steht darauf die Trophäe der European Business Awards. Die hat Micromata 2015 gewonnen – neben vielen anderen Preisen. Erst kürzlich die Auszeichnung als Great Place to Work zum Beispiel. Das freut Kai Reinhard besonders, weil das Ergebnis auf den Angaben seiner Mitarbeiter basiert, die sich zu den Kriterien Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist geäußert haben. Werte, die ihm wichtig sind und ein Erfolg, auf dem er sich nicht ausruht: „Wir haben gleich wieder viele Hausaufgaben mitgenommen.“

Karl Reinhard, Geschäftsführer Gesellschafter von Micromata. Foto: Mario Zgoll

Karl Reinhard, Geschäftsführer Gesellschafter von Micromata. Foto: Mario Zgoll

Erfolgreiche Ausgründungen
Die Entwicklung eines Logistik- und Materialflusssystems im Kundenauftrag war das erste Projekt von Micromata. Schon damals wurde auch der Grundstein für die Online-Wahlsoftware POLYAS gelegt. Inzwischen läuft die so erfolgreich, dass Micromata 2012 eine eigenständige GmbH ausgegründet hat. Nicht die einzige ihrer Art: Die Enercast GmbH erstellt schon seit 2011 Online-Leistungsprognosen für Windkraft- und Solaranlagen. Anders als diese Ausgründungen operiert Micromata selbst übrigens ganz ohne Fremdkapital. „Geldgeber wollen naturgemäß ihr Kapital vermehren. Das ist ein anderes Ziel, als wir es verfolgen – nämlich mit Leidenschaft Software zu machen“, sagt Kai Reinhard.

Gesundes Wachstum
Man setzt auf Miteinander, offenen Technologie- und Wissenstransfer, Weiterbildungen und teambildende Maßnahmen. Und auf stetiges, gesundes Wachstum. 17 Personen sind allein in diesem Jahr dazugekommen. Raum dafür hat man in der Marie-Calm-Straße genügend. Was Micromata ebenfalls auszeichnet, ist die enge Verbundenheit zur Region. Auch wenn man inzwischen eine Dependance in Bonn eröffnet hat, wird der Hauptsitz immer Kassel bleiben. Für die Herkulesstadt macht man sich stark und unterstützt zahlreiche kulturelle und soziale Projekte. Die hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Das am Anfang erwähnte Märchenbuch gibt es übrigens wirklich. Was Schneewittchen mit Geobase II zu tun hat, Java mit Hänsel und Gretel oder Rapunzel mit User Experience, steht hier geschrieben. Unter anderem. www.micromata.de

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