Beck – Alltägliches und Absurdes

Beck wirbelt die Dinge durcheinander. Dabei macht er nicht einmal vor seinem Namen halt: Beim Unterzeichnen seiner Cartoons schreibt er etwa das „e“ stets entgegen der Leserichtung – wenn er nicht gleich die gesamte Signatur auf den Kopf stellt. Auch bei seiner Berufsfindung ging es zuerst drunter und drüber. Seine Studien der Architektur und Gebrauchsgrafik brach er ab, schlug sich mit diversen Jobs, zum Beispiel als Zeitungsverkäufer, Werbegestalter, Grafiker oder Illustrator durch und entschloss sich 1997 fortan als hauptberuflicher Cartoonist durchs Leben zu gehen. Mittlerweile gehört Beck zu den erfolgreichsten Zeichnern Deutschlands. Nicht ohne Grund wurde ihm ein Band in der Reihe „Meister der Komischen Kunst“ im Kunstmann Verlag gewidmet.

Beck – Geschlechtsfairkehr. Quelle: Caricatura

Digitale Cartoons
Beck gehört also zu den alten Hasen im Cartoongeschäft, aber noch lange nicht zum alten Eisen. Er scheut sich auch nicht, Neues auszuprobieren. So stellte er seine Arbeitsweise in den vergangenen Jahren fast komplett um und lässt seine Cartoons nun im Einklang mit der voranschreitenden Digitalisierung der Welt zum größten Teil am PC entstehen. Seinem Stil blieb er dabei jedoch treu. In seinen schwarzweißen oder pastellfarbig kolorierten Cartoons kontrastiert er das Alltägliche mit dem Absurden. In einem scheinbar normalen Dialog zwischen Eheleuten ermahnt etwa eine Frau ihren Mann, er möge doch bitte, wenn gleich die Schneiders zu Besuch kämen, nicht wieder Frau Schneider anbaggern. „… auch nicht wenn sie nochmal das Sandfarbene trägt?“, murrt der Mann, der bei genauer Betrachtung auf einem Miniatur-Bagger sitzt.

Mehrfach ausgezeichnet
Den Humor des gebürtigen Leipzigers würde man wohl in Nordhessen gemeinhin als „furztrocken“ bezeichnen. So konstatiert etwa eine stark übergewichtige Frau in einem von Becks Cartoons „Ich hab kleine Füße, weil im Schatten nichts wächst.“ Für solcherlei wurde Beck schon mehrfach ausgezeichnet. Gleich zwei Mal – nämlich in den Jahren 2003 und 2007 – gewann er den „Geflügelten Bleistift“ in Gold beim Deutschen Karikaturenpreis, nachdem er im Jahr 2011 bereits Dritter geworden war. Im Herbst 2012 belegte er den zweiten Platz beim auf der Frankfurter Buchmesse verliehenen Deutschen Cartoonpreis. Becks Arbeiten erscheinen unter anderem in Die Zeit, aber auch in der taz, im Satiremagazin Eulenspiegel oder unter der Satirerubrik SPAM auf SpiegelOnline. Außerdem veröffentlicht er täglich einen Cartoon auf seiner Homepage www.schneeschnee.de. Von Beck erschienen unter anderem: „Wir haben ihn Ihnen höher gelegt“ (2007), „Das erste Mal beim Aqua-Jogging“ (2006, beide Maro-Verlag) sowie „Am Stand bei Windstärke 12“ (2006, Carlsen Verlag)

Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2012
Ausstellung:
Bis 17. Februar 2013
Öffnungszeiten: Do, Fr 14 bis 20 Uhr
und Sa, So, feiertags 12 bis 20 Uhr
Ort: CARICATURA – Galerie für Komische Kunst im KulturBahnhof,
Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel
Kontakt: Tel.: (0561) 776499
www.facebook.com/caricaturagalerie
www.caricatura.de

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