Kasseler Musiktage – „Dem kann sich keiner entziehen“

kasselermusiktageFindet eine Bemerkung seine Zustimmung, dann kommt blitzschnell das Wort „absolut“. Nicht selten beschleunigt er beim Sprechen das Tempo, und wenn er Details erläutert, singt er auch mal ein paar Töne vor. Ein Mann mit viel Energie. Ein Powertyp, würde man salopp bei einem Vertreter eines anderen Berufs sagen. Eckhard Manz, Jahrgang 1968, ist seit zwei Jahren Kantor und Organist an der Kasseler Martinskirche, einem kirchenmusikalischen Zentrum mit bundesweiter Bedeutung.

Spannendes quer durch die Epochen wird unter seiner Leitung bei Konzerten im Rahmen der Kasseler Musiktage erklingen. So koppelt er am 9. November Beethovens Messe C-Dur op. 86 mit Dunkle Saiten des prominenten jungen Komponisten Jörg Widmann. Eine enorme Sogkraft entwickelt Widmanns 45-minütiges Cellokonzert, dank einer unmittelbaren Emotionalität kann es nicht nur Experten bewegen. Manz: „Es ist ein Frontalangriff aufs Publikum, eine zutiefst seelische Attacke. Dem kann sich keiner entziehen.“

Am 8. November präsentieren Manz und das Vocalensemble Kassel Teile aus Ernst Kreneks Chorwerk Lamentatio Jeremiae prophetae, das vor fünfzig Jahren bei den Kasseler Musiktagen uraufgeführt wurde. Das Konzert lädt zum Dialog zwischen Krenek, Bach und dem Renaissance-Komponisten Josquin Desprez – und zu einer „Konfrontation“, so Manz, zwischen einem unlängst beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd prämierten Chorwerk des Italieners Gaetano Lorandi und der Inferno-Fantasie von Max Reger. Lorandis Stück ist „unwahrscheinlich still, aber wahnsinnig emotional. Und Regers Fantasie ist unwahrscheinlich laut und auch wahnsinnig emotional.“ Da sage einer, dass Kirchenmusik eine blutleere Angelegenheit sei!

Weitere Infos zur Musik an St. Martin und zum Programm der Kasseler Musiktage unter:
www.musik-martinskirche.de
www.kasseler-musiktage.de

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