Künstler Heinrich Brummack mit 82 Jahren verstorben

Heinrich Brummack schuf zu Lebzeiten mit der “Vogeltränke“ (1997) in der Künstler-Nekropole im Kasseler Habichtswald sein Grabmonument aus Granit. Es handelt sich um eine große Schale, die auf zwei Sarkophagen ruht und als Vogeltränke gedacht ist. Jetzt ist Heinrich Brummack in Burgau verstorben.

Heinrich Brummacks von ihm selbst bereits im Jahr 1997 geschaffenes Grabmonument "Vogeltränke" in der Künstler-Nekropole im Kasseler Habichtswald. Foto: Stadt Kassel

Heinrich Brummacks von ihm selbst bereits im Jahr 1997 geschaffenes Grabmonument „Vogeltränke“ in der Künstler-Nekropole im Kasseler Habichtswald. Foto: Stadt Kassel

Die Asche Brummacks, der Teilnehmer der documenta 8 war, wird im Mai in der Künstler-Nekropole bestattet. Das teilten Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker und der Vorsitzende des Stiftungsrates der Künstler-Nekropole, Gerold Eppler, mit.

„Heinrich Brummack war einer der Künstler, die der Idee Harry Kramers, des Initiators der Nekropole folgten, und im Sinne des „Memento mori“ (Sei dir der Sterblichkeit bewusst) zu Lebzeiten eine Ruhestätte für die Zeit nach ihrem eigenen Tod gestalteten. Mit der „Vogeltränke“ hat er ein poetisches Werk geschaffen. Es verbindet nicht nur das klassische Material des Gedenkens, den Stein, mit dem das Leben versinnbildlichenden Element Wasser, die „Vogeltränke“ ist auch durch seine gefiederten „Besucher“ ein lebensbejahender Ort“, sagte Kulturdezernentin Völker.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Künstler-Nekropole, Gerold Eppler, erklärte: „Bis ins hohe Alter hat sich Heinrich Brummack die Gabe bewahrt, das Wesen der Dinge nicht nur rational, sondern wie Kinder über Einfühlung zu erschließen. Damit wir Erwachsenen daran teilhaben können, entschied er sich bei seinen Skulpturen für einen übergroßen Maßstab. Die Monumentalität lässt den Betrachter regelrecht zusammenschrumpfen und ermöglicht es, durch einen neuen Blickwinkel das Wundersame im scheinbar Alltäglichen zu entdecken. Sein Grabmal am Blauen See ist deshalb nicht nur eine überdimensionierte ,Vogeltränke‘. Die Skulptur ist Grabmal, Tisch, Altar und Taufbecken in einem und lenkt so den Fokus auf das Leben selbst als etwas Heiliges und überaus Kostbares.“

Lebenslauf
Heinrich Brummack wurde 1936 in Treuhofen im Landkreis Weststernberg geboren. Er absolvierte eine Ausbildung als Ziseleur in Iserlohn. An der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studierte er von 1956 bis 1964 Bildhauerei bei Hans Uhlmann und Paul Dierkes sowie 1959 und 1960 an der Académie de la Grande Chaumière in Paris bei Ossip Zadkine.

1966 erhielt er den Villa-Massimo-Preis Rom und 1969 den Villa-Romana-Preis Florenz. An der documenta 8 (1987) nahm er mit dem Objekt „Eine Skulptur heiratet“ teil. Brummack lehrt seit 1982 Plastisches Gestalten und Design am Fachbereich Design der Fachhochschule Münster.

Weitere Brummack-Werke in Kassel
Seit 1989 befindet sich auf dem Wehlheider Platz in Kassel der „Brummack-Brunnen“, ein Marktbrunnen mit zwei von goldenen Birnen gekrönten Säulen, davor ein überkochender roter Topf. Er ist das Ergebnis eines Wettbewerbs der Stadt Kassel ist. In unmittelbarer Nähe steht seit 2007 auch eine von Brummack designte Info-Säule.

Hintergrund
Die Künstler-Nekropole liegt im Habichtswald am Stadtrand von Kassel und ist ganzjährig zugänglich. Rund um den Blauen See, einem stillgelegten Steinbruch, errichten namhafte Künstlerinnen und Künstler zu Lebzeiten ihre eigenen Grabmäler, um sich dort bestatten lassen.

Initiator und Stifter war der Künstler, Tänzer und Professor für Bildhauerei an der Kasseler Kunstakademie sowie Teilnehmer der documenta III (1964), Harry Kramer (25.01.1925-20.02.1997).

Finanziert wird die Nekropole durch eine Stiftung aus dem Privatvermögen Harry Kramers. Träger der Stiftung ist die Stadt Kassel. Ein Stiftungsrat berät über Künstlerinnen und Künstler, die eingeladen werden, ihr Grabmal in der Nekropole zu errichten.

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