Louis Spohr Museum – Taktstock als Zauberstab

Der berühmte Komponist und Musiker Louis Spohr (1784-1859) war auch als Hofkapellmeister in Kassel tätig. Sein Lebenswerk ist anschaulich im Südflügel des Kasseler Kulturbahnhofs nachzuvollziehen. Den Taktstock nutzte Louis Spohr als einer der ersten Dirigenten. Gleich einem Zauberstab dient er auch den Freunden seiner Musik, um die Werke des bedeutenden Komponisten (1784-1859) kennenzulernen. Im neu eröffneten Louis Spohr Museum können Besucher mit dem Hilfsmittel spielerisch Multimedia-Stationen bedienen. Ein ganz besonderes Erlebnis im Südflügel des Kulturbahnhofs, wo das Leben und Wirken des berühmten Musikers und Kasseler Ehrenbürgers jetzt wieder eindrucksvoll nachzuvollziehen ist. Ausstattungsstücke und Instrumente zeigen hier seine Arbeitsbedingungen, Musikeinspielungen einen Querschnitt seines Lebenswerks, das von Opern über Symphonien und Violinkonzerte bis hin zu Kammermusik reicht.
Als eine angemessene Würdigung von Louis Spohr, der von 1822 bis 1857 als Hofkapellmeister in Kassel wirkte, hob denn auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen die Wieder- beziehungsweise Neueröffnung des Museum in einer Feierstunde hervor. Die Voraussetzungen seien durch ein anspruchsvolles Konzept des Kuba-Südflügels geschaffen worden und die Fertigstellung nicht nur ein Höhepunkt im Veranstaltungsreigen des Spohr-Jahres anlässlich seines 150. Todestages, sondern auch ein Meilenstein, um sein Erbe zu pflegen. In enger Kooperation mit der Internationalen Louis-Spohr-Gesellschaft (ILSG) sei es gelungen, das Lebenswerk des Komponisten angemessen zu präsentieren. Gerade der Kulturbahnhof im Herzen der Stadt diene als gut gewählter Standort und als städtebauliches Signal hinsichtlich der Addition und Vernetzung kultureller Einrichtungen, betonte der Verwaltungschef.
„Die Kunst- und Kulturgeschichte Kassels ist untrennbar mit Louis Spohr verbunden“, freute sich Eva Kühne-Hörmann, Hessische Minis-terin für Wissenschaft und Kunst, über die Museumseröffnung. Auch wenn Spohr zu Lebzeiten sehr populär gewesen sei, so wären seine Werke danach doch in Vergessenheit geraten. Nur dank des Engagements vieler Ehrenamtlicher habe sein Erbe, das nicht zuletzt Kassel außerordentlich bereichere, bewahrt werden können.
Auf „die großen Anstrengungen“ der ILSG für das Museum verwies denn auch dessen Präsident Christian Fröhlich, der sich bei dieser Gelegenheit auch für das Sponsoring zahlreicher Unternehmen sowie die Förderung durch die Stadt Kassel und das Land Hessen bedankte. „Dadurch ist so mancher Extrawunsch in Erfüllung gegangen“, betonte Fröhlich und rief zum weiteren Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln und Präsentieren des musikalischen Lebenswerks von Louis Spohr auf.

Der berühmte Komponist und Musiker Louis Spohr (1784-1859) war auch als Hofkapellmeister in Kassel tätig. Sein Lebenswerk ist anschaulich im Südflügel des Kasseler Kulturbahnhofs nachzuvollziehen. Foto: Mario Zgoll

Der berühmte Komponist und Musiker Louis Spohr (1784-1859) war auch als Hofkapellmeister in Kassel tätig. Sein Lebenswerk ist anschaulich im Südflügel des Kasseler Kulturbahnhofs nachzuvollziehen. Foto: Mario Zgoll

„Schätze aus der Märchenwerkstatt“
Mit der neuen Ausstellung „Schätze aus der Märchenwerkstatt“ im Brüder-Grimm-Museum gibt es im Kulturbahnhof aktuell noch einen zweiten Magneten für Kulturinteressenten. Die weltberühmten Kinder- und Hausmärchen können hier große wie kleine Besucher ausgehend von den wertvollen Handexemplaren über die mündliche Überlieferung bis hin zur Überarbeitung der Brüder Grimm kennen lernen. Anhand der drei bekannten Märchen „Rotkäppchen“, „Vom Fischer und seiner Frau“ und „Der Froschkönig“ ist der Grimmsche Märchenschatz exemplarisch noch bis zum Februar 2010 im Kuba zu erleben, während das Brüder-Grimm-Museum selbst wahrscheinlich bis Ende kommenden Jahres vollständig saniert wird.

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