Porträt Ari Plikat

Der Zeichner, Karikaturist und Cartoonist Ari Plikat wurde 1958 in Lüdenscheid geboren. Nach einer Ausbildung zum Grafiker in Hagen studierte er visuelle Kommunikation in Leeds und Dortmund, wo er noch immer lebt und arbeitet. Als freier Cartoonist, Illustrator und Autor lieferte er Beiträge für Werbung, Bücher, Zeitschriften, Ausstellungen und vieles andere. Zu seinen Kunden gehören zum Beispiel Sony, Citroën, ARD, Osram, Citybank, und Playboy.

Foto: Caricatura

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Für seine Werbeillustrationen wurde er vom Art Directors Club Deutschland ausgezeichnet und bekam den Clio Award aus den USA. Seine Cartoons veröffentlichte und veröffentlicht er u.a. in Titanic, taz, Zitty, Pardon, Eulenspiegel und ITALIEN. 1990 erschien das erste Buch „Ich bin Ich ­– Ich auch“ (Lappan), dem weitere folgten –­ zuletzt am 1. März sein aktuelles Buch „Jetzt kommt das Beste“ (Carlsen). Hierin präsentiert er über 100 seiner besten Cartoons der letzten Jahre.

Seine Liebe zum Zeichnen entdeckte Ari Plikat als Jugendlicher beim Lesen von Comics: „Es wurde alles verschlungen, was greifbar war. Besondere Lieblinge waren Spirou, Donald Duck, Prinz Eisenherz, später Blueberry und Marvel Comics […]“. Schließlich begann er, die Comicfiguren zu kopieren und zu eigenen Geschichten zusammenzustellen. Dies wurde zu einer Dauerbeschäftigung, die ihm gelegentlich auch eine Ohrfeige eines Lehrers einbrachte. Zu seinen Vorbildern zählt er u.a. Tomi Ungerer und die Neue Frankfurter Schule, hieraus vor allem F. K. Waechter und F. W. Bernstein, dessen Zeichenschule er besuchte.

Mittlerweile gehört Plikat zu den ganz Großen der deutschen Cartoon-Szene. Mehrfach wurde er für seine Werke ausgezeichnet. Anfang des Jahres erhielt er den 2. Preis der Rückblende in der Kategorie Karikatur für das Jahr 2008. Die Rückblende ist der bundesweit höchstdotierte Preis für politische Karikatur und Fotografie. In seinem preisgekrönten Werk nimmt Plikat die Selbst-Demontage der SPD bei der Hessenwahl aufs Korn. Die Karikatur zeigt Andrea Ypsilanti auf der Psycho-Couch. Ihr Problem: „Ich sehe Stimmen“. Bereits 2006 wurde Ari Plikat mit dem „Geflügelten Bleistift“ in Silber beim Deutschen Karikaturenpreis geehrt.

Ari Plikats farbenfrohe Werke offenbaren seinen ganz eigenen Stil, der F.W. Bernstein zufolge sogar dem Vergleich mit Wilhelm Busch standhält. Plikat sieht „das Blatt als kleine Bühne“, die er mit viel Liebe zum Detail ausstattet. Zwar wirken seine Figuren oft eckig und unsauber, doch der Schein trügt, wie Freund und Kollege Polo, mit dem Plikat drei Bücher veröffentlicht hat, zuletzt im Jahr 2001 „Vegetarisch grillen“ (Lappan), weiß: „Der erste Eindruck der graphischen Rüpelhaftigkeit muss bei genauerem Hinsehen revidiert werden. Der zweite Blick offenbart die Liebe zum Detail. […] Gucken Sie den plikatschen Figuren mal in die Augen! Da ist kein Paar wie das andere. Und wenn Fritz Bernstein schon den „Sound“ erwähnt – ich finde die Cartoons „rockig“ – Das ist gezeichneter Rock ‘n’ Roll. Schnell und laut und rüpelig, aber ganz schön raffiniert.“

Von Ari Plikat erschienen u.a.: „Ich bin ich – Ich auch“ (Lappan), „Sex mit Ari Plikat“ (Books on Demand), „So sehe ich aus, wenn ich schlafe – Hätten Sie Lust?“ (Lappan), „Vegetarisch grillen“ (zusammen mit Polo, Lappan) und zuletzt „Jetzt kommt das Beste“ (Carlsen).

www.caricatura.de

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