Regierungspräsidium Kassel – Ein Abschied und ein Neuanfang

1100  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kasseler Regierungspräsidiums haben seit dem 20. Mai 2009 einen neuen Chef. Dr. Walter Lübcke (CDU) ist der Nachfolger von Lutz Klein (CDU), der sechs Jahre lang die Geschicke der großen Behörde geleitet hat. Lutz Klein ist mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen – der sicher nicht ganz so ruhig werden wird. Während des großen Festaktes mit Amts-Übergabe im Kasseler Staatstheater war zu erfahren, dass sich der Regierungspräsident a.D. mit Vespa und Fahrrad auf Erkundungstouren durchs Umland begeben will. Und mehr Zeit für die Familie ist natürlich auch eingeplant.

Lutz Klein und Dr. Walter Lübcke (von links). Foto: Mario Zgoll

Lutz Klein und Dr. Walter Lübcke (von links). Foto: Mario Zgoll

Lutz Klein: Mit Vespa und Fahrrad sportlich in den Ruhestand
Bevor der gebürtige Rheinländer Regierungspräsident wurde, sammelte Lutz Klein seine politischen Erfahrungen unter anderem rund 20 Jahre als Bürgermeister von Battenberg in Waldeck-Frankenberg und als Kämmerer und Erster Beigeordneter im Landeswohlfahrtsverband in Kassel.

Sein Amtsnachfolger Dr. Walter Lübcke (CDU) leitete unter anderem eine Jugendbildungsstätte, war danach zehn Jahre CDU-Landtagsabgeordneter und  verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, folgte nun dem Ruf nach Kassel an die Spitze des Regierungspräsidiums.

Mit langjähriger Landtagserfahrung ins Regierungspräsidium

Mit Nordhessen ist der 55-jährige Diplom-Ökonom in vielerlei Hinsicht fest verbunden; ein großes Ziel sei es, die Infrastruktur weiter auszubauen, sagt er und setzt damit die Linie von Lutz Klein fort: „Da sind wir seit Jahrzehnten dran. Und das muss auch mal mit Baggern und mit Baustellen bewiesen werden. Dass die A44, die A49 auch die A4, im Bereich von Waldeck-Frankenberg, also der Lückenschluss von Olpe nach Hattenbach, dass man dort Fortschritte sieht, der Fluglatz Kassel-Calden muss gebaut werden, wir müssen weiter dran arbeiten, dass Gewerbegebiete ausgewiesen werden, dass die Menschen hier auch Arbeit finden, nicht immer aus- und einpendeln müssen.“

Die nordhessische Infrastruktur stärken und ausbauen
Bürgernähe und Service für die Bürger bieten, das ist dem scheidenden und dem neuen Regierungspräsidenten wichtig. Ebenso das Selbstbewusstsein der Region. Dr. Walter Lübcke formuliert es so:

„Ich glaube nach 1989 hat sich sehr viel getan in Nordhessen. Das ‚Mähren‘, so nenne ich es immer, hat irgendwie aufgehört. Ich glaube, dass wir hier an Selbstbewusstsein gewonnen haben.“

Die Region hat an Selbstbewusstsein gewonnen
Dafür spricht auch eine Geschichte, die der Amtsvorgänger Lutz Klein auf den Weg gebracht hat: Als selbstbewusster Nordhesse und Regierungspräsident protestierte Lutz Klein einst, als ein Verlag die 50 schönsten deutschen Reiseziele auflistete. Und aus Nordhessen war keines dabei. Die Folgen des selbstbewussten Protestes blieben nicht ungehört: Der Verlag brachte nach dem Hinweis des engagierten Nordhessen ein extra Heft über Nordhessen heraus.

Drei Regierungsbezirke in Hessen
Der Regierungsbezirk Kassel ist übrigens einer von drei Regierungsbezirken in Hessen, neben Gießen und Darmstadt. Er besteht in diesem Jahr 142 Jahre. Die Landkreise Schwalm-Eder, Landkreis Kassel, Hersfeld-Rotenburg, Landkreis Fulda und Werra-Meißner-Kreis sowie der Landkreis Waldeck-Frankenberg gehören zum Regierungsbezirk dazu.

Viel Applaus und Wertschätzung wurden sowohl dem scheidenden als auch dem neuen Regierungspräsidenten während des Festaktes im Staatstheater zuteil. Ein Zeichen für die feste Verankerung des Präsidiums in der Region.

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