Rein Wolfs im Gespräch

rein-wolfsJérôme: Von Rotterdam nach Kassel, empfinden Sie das als Zäsur? Auf was sind Sie besonders gespannt?

Wolfs: Man braucht immer wieder Zäsuren im Leben. Klar ist Kassel anders als Rotterdam und Deutschland ist anders als Holland. Ich war auch schon mal länger in der Schweiz. Irgendwie brauche ich diese Wechsel, die man als Zäsuren deuten kann, um neue Impulse zu kriegen und neue Ideen zu mobilisieren. Auf die Kommunikation mit dem Publikum bin ich gespannt. Die Rezeption der Kunst ist ja von Ort zu Ort anders.

Jérôme: Welche künstlerischen Möglichkeiten eröffnet Ihnen Ihre Arbeit in Kassel?

Wolfs: Die Räumlichkeiten des Fridericianums sind einzigartig und provozieren Künstler zu außerordentliche Leistungen. Das Haus ist einmalig und das größte Potenzial, worüber man verfügen kann. Das Spannungsfeld zwischen alt und neu, zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Ort und Welt ist Zündstoff für Neues.

Jérôme: Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur in der heutigen Zeit?

Wolfs: Kunst und Kultur sind nach wie vor überlebenswichtig, obwohl man das nicht immer wahrnimmt. Kunst ist für mich eine Metapher der Gesellschaft. Manchmal lässt sich die Gesellschaft besser durch die Brille der Kunst beobachten, weil dies eine neue Perspektive eröffnet.

Jérôme: Wie wird sich das Fridericianum künftig positionieren?

Wolfs: Als Ort der Auseinandersetzung mit Fragen der Kunst und der Gesellschaft. Als wichtiger
Ort, an dem größere Gesten prägnant gezeigt werden können. Als eine Institution, die sich im Diskurs profilieren will.

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