Rudi Hurzlmeier – Vernünftigerweise sterben die Großen aus

hurzlmeierJérôme: Schaut man sich Ihren Lebenslauf an, so finden sich darin viele unterschiedliche Berufe und Tätigkeiten, die Sie bereits ausgeübt haben. Wie sind Sie zur Komischen Kunst gekommen und warum sind Sie dabei geblieben?

Hurzlmeier: Dabei geblieben bin ich, weil es von allen Metiers, in denen ich tätig war, das vergnüglichste ist, mit den sympathischsten Kollegen obendrein. Für Cartoon hatte ich schon immer ein Faible, konnte mir aber lange nicht vorstellen, wie man so was macht. Bis ich es einfach mal probierte – und nach vierzehn Tagen Herumfeilen am ersten Einfall ein passables Ergebnis hatte, das prompt in der Münchner Stadtzeitung veröffentlicht wurde. Dort bekam ich auch bald eine regelmäßige Seite angeboten, die mir dann für einige Jahre ein wunderbares Experimentierfeld war.

Jérôme: Sterben die großen Humoristen im deutschsprachigen Raum aus? Warum gibt es Ihrer Meinung nach einen Nachwuchsmangel auf dem Gebiet der Komischen Kunst?

Hurzlmeier: Vernünftigerweise sterben sie immer wieder aus und bilden den Humus für neue Blüten. Es braucht aber auch Spielwiesen – sprich Veröffentlichkeitsmöglichkeiten, und  Gärtner – sprich Redaktionen, die das Unkraut pflegen. Talente gibt es wie eh und je, aber die Underground-Kommunikation hat sich sehr aufs Internet verlagert. Dort ist es eher schwieriger, einen honorierten Einstieg und kritisches feedback zu finden.

Jérôme: Welche Anforderungen muss ein Nachwuchskünstler erfüllen, um sich in den Bereichen Cartoon, Satire, Karikatur und Komische Malerei zu etablieren?

Hurzlmeier: Originalität ist für alle Kunstformen das A und O. Um sich zu etablieren braucht man vor allem Durchhaltevermögen.

Jérôme: Die Sommerakademie für Komische Kunst soll den Künstlernachwuchs fördern. Was erwarten Sie von der Veranstaltung?

Hurzlmeier: Wir freuen uns, junge Kolleginnen und Kollegen mit vielerlei fachspezifischen Tricks und Kniffen vertraut zu machen, die man  sich autodidaktisch nur sehr zäh und langwierig erarbeitet  und ihnen konkrete Einblicke und Kontakte zum professionellen Metier anbieten zu können.

Jérôme: Was erwartet die Teilnehmer von den Tageseferenten Stephan Rürup, Heribert Lenz und Dieter Schwalm?

Hurzlmeier: Ganz sicher unvergessliche Stunden.

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