Senta im Heimathafen

Alle sind glücklich. Die Fans müssen ihr nicht bis Florenz, Sevilla oder Salzburg nachreisen, und auch Astrid Weber selber genießt es, einmal auf Auto und Flugzeug verzichten zu können. Die international gefragte Kasseler Sopranistin ist zurzeit als Senta in Richard Wagners „Fliegendem Holländer“ Gastsängerin am heimischen Staatstheater. Sie kommt mit dem Fahrrad zum Interview ins Kasseler Café Nenninger, bestellt eine große Tasse Milchkaffee und spricht mit lebhafter und melodiöser Stimme.

Dr. Friedrich Block, Kurator der Brückner-Kühner-Stiftung, Michael Kaiser, Theatermanager der Komödie Kassel, die Caricatura- Geschäftsführer Martin Sonntag und Inka Bachmann, Petra Nagel sowie Comedian Gerrit von Bamberg (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Dr. Friedrich Block, Kurator der Brückner-Kühner-Stiftung, Michael Kaiser, Theatermanager der Komödie Kassel, die Caricatura- Geschäftsführer Martin Sonntag und Inka Bachmann, Petra Nagel sowie Comedian Gerrit von Bamberg (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Frau Weber, wie viel Zeit verbringen Sie in Kassel pro Jahr?

Im Durchschnitt ein halbes Jahr. Ich hab‘ schon einige Kilometer hinter mir, im September etwa war ich in Peking, und es werden noch einige mehr. Es ist im Moment so, dass ich sehr viel absagen muss. Bis 2012/2013 weiß ich schon ungefähr, was alles kommen wird. Toll für einen freischaffenden Künstler.

Haben Sie ein Rezept zum Abschalten von der Musik?

Ich höre im Radio beispielsweise gern Fußball-übertragungen. Warum? Wenn ich es im Fernsehen sehe, finde ich es relativ langweilig. Aber im Radio muss der Reporter die ganze Spielsituation und die im Spiel liegenden Emotionen mit seiner Stimme herüberbringen. Das gefällt mir …. Wollen Sie vielleicht ein Stück Kuchen?

Danke, sehr nett, lieber nicht. Eine uncharmante Frage, haben Sie Lampenfieber?

Man ist aufgeregt, klar. Aber Lampenfieber hat so einen negativen Klang. Ich freu‘ mich auf das Publikum, die Kollegen, auf die Vorstellung. Man lernt mit jeder Vorstellung, man lernt sich weiter kennen.

Sich selber?

Ja. Man merkt, wie viele verschiedene Farben man hat. Es ist diese ganze Palette der Gefühle, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Mein Gott, muss ich jetzt verrückt spielen oder traurig spielen? Und das alles kann man erarbeiten mit dem Regisseur und dann ausspielen und genießen. Ich sag‘ manchmal scherzeshalber: Andere gehen zum Therapeuten und müssen Geld bezahlen. (lacht) Und wir Künstler können es auf der Bühne machen.

Teilen, drucken, mailen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.