Wann singst du?

Kasseler Musiktage bieten Hochgenüsse vom 25. Oktober bis 4. November
Ob in der Badewanne, im Kirchenchor oder Fußballstadion, auf der Geburtstagsfeier oder Opernbühne: Singen gehört zu den unmittelbaren menschlichen Äußerungen“, sagt der künstlerische Leiter der Kasseler Musiktage, Olaf A. Schmitt. So habe sich das Festival für 2018 überlegt, verschiedene Formen des Gesangs in den Mittelpunkt zu stellen. Dem Publikum verspricht man betörende und begeisternde Stimmen mit barocken Koloraturen, exzentrischen Songs, jahrhundertealten Gesängen aus Kassel, zeitgenössischen und traditionellen Klängen aus Syrien, Volks- und Kunstliedern sowie einen österreichischen Kunstpfeifer.

Orchester im Treppenhaus. Foto: Katrin RibbeValer Sabadus
Das Festival beginnt mit einem musikalischen Gipfeltreffen im Blauen Saal der Stadthalle am 25. Oktober: Valer Sabadus, einer der bedeutendsten Countertenöre unserer Zeit, begibt sich gemeinsam mit Concerto Köln auf die Spuren des legendären Kastraten Farinelli und des vielbeschäftigten Librettisten Pietro Metastasio durch die Opernwelt des 18. Jahrhunderts. Sabadus‘ glasklare Stimme, die sich immer wieder in atemberaubende Höhen wagt, wurde in den vergangen Jahren in Theatern, auf Festspielen und auf zahlreichen Konzertpodien gefeiert.

Apollon Musagète Quartett
Mit einem mehrstimmigen Gesang der polnischen Renaissance eröffnen die Musiker des Apollon Musagète Quartett ihr drittes Konzert bei den Kasseler Musiktage. Am 26. Oktober treten sie damit im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbands den Beweis an, dass auch ein Streichquartett singen kann.

Herdís Anna Jónasdóttir
Für die isländische Sopranistin Herdís Anna Jónasdóttir ist das Singen völlig selbstverständlich. In ihrer Heimat wird auch spontan gesungen, wenn sich Menschen treffen. Gemeinsam mit den Musikern des Orchester im Treppenhaus erarbeitet die Sängerin Volkslieder aus Island und Deutschland. Beim Konzert am 27. Oktober in der documenta-Halle ist das Publikum eingeladen, seinen Sitzplatz selbst mitzubringen, sei es die Yogamatte oder der Liegestuhl.

Nikolaus Habjan
„Ich pfeif‘ auf die Oper“, heißt es am 28. Oktober im Ständesaal des Landeswohlfahrtverbands. Als Puppenspieler, -bauer und Regisseur begeistert Nikolaus Habjan seit mehreren Jahren das Publikum im deutschsprachigen Theaterraum und widmet sich daneben der Kunst des Pfeifens. Mit unglaublicher Virtuosität pfeift er bei den Kasseler Musiktagen Kolaturen und bekannte Melodien der Operngeschichte vom Barock bis zur Romantik. Begleitet wird er von Ines Schüttengruber am Klavier.

Weser-Renaissance Bremen
Die Alte Brüderkirche ist am 28. Oktober Schauplatz einer musikalischen Zeitreise in die Kasseler Vergangenheit: Musik von Heinrich Schütz, eines der berühmtesten Söhne der Stadt, trifft auf die bisher kaum wieder entdeckten Gesänge des ehemaligen Hofkapellmeisters Georg Otto. Das Ensemble Weser-Renaissance Bremen wird das alte Gemäuer auf historischen Instrumenten mit den Klängen dieser beiden Komponisten erfüllen.

Olga Neuwirth, Daniel Gloger und das Ensemble Modern
Aus Österreich stammt eine der bedeutendsten Komponistinnen unserer Zeit: Olga Neuwirth. Sie bearbeitete Songs des exzentrischen Sängers Klaus Nomi, die der Countertenor Daniel Gloger gemeinsam mit dem renommierten Ensemble Modern am 30. Oktober im Südflügel des Kulturbahnhofs aufführen wird. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag wird Neuwirth persönlich zu einem Gesprächskonzert nach Kassel kommen.

Maria Pantiukhova und das Frankfurter Streichsextett
Leidenschaftliche Liebe, betörte Sinne und überschwängliche Gefühle prägen die Werke des Konzerts Traumbilder am 31. Oktober im Südflügel des Kulturbahnhofs. Mezzosopran Maria Pantiukhova und das Frankfurter Streichsextett widmen sich Stücken von Zemlinsky, Wagner und Tschaikowski.

Okka von der Damerau
Gustav Mahlers „Das irdische Leben“ ist nur eines der Wunderhorn-Lieder, die Okka von der Damerau am 1. November im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbands singen wird. Im Gegensatz dazu stehen fünf Lieder nach Texten Friedrich Rückerts. Das entrückte Lied „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ stand widerum Pate für das berühmte Adagietto in Mahlers fünfter Symphonie.

Chor der Universität Kassel
Am 2. November bringen die Kasseler Musiktage in Kooperation mit dem Staatstheater Kassel erneut verschiedene musikalische Kräfte zueinander. In der Martinskirche wird Generalmusikdirektor Francesco Angelico mit zahlreichen jungen Sängerinnen und Sängerin des Chores der Universität Kassel, internationalen Solisten und dem Staatsorchester Kassel Rossinis Stabat Mater aufführen.

François Leleux
Mit dem singenden Instrument schlechthin, der Oboe, ist der Virtuose François Leleux als Solist und Dirigent des hr-Sinfonieorchester am 3. November mit Musik von Joseph Haydn, Thomas Adès und Johannes Brahms im großen Saal der Stadthalle zu erleben. Er war Solo-Oboist unter anderen im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk und beim Chamber Orchestra of Europe, bevor er als spielender und dirigierender Musiker Publikum und Orchester gleichermaßen in den Bann zog.

Racha Rizk
Den Abschluss des Festivals bildet der Auftritt von Racha Rizk. Als Sängerin zahlreicher Titelsongs für Cartoons im Fernsehsender Spacetoon ist ihre Stimme wohl jedem Kind der arbabischsprachigen Welt bekannt. Als Singer-Songwriter feiert sie ebenso erfolge wie auf der Opernbühne. Gemeinsam mit Musikern des Damascus String Quintet bringt sie Lieder und Klänge aus Syrien und weiteren arabischen Ländern am 4. November in die Aula der Heinrich-Schütz-Schule.

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