6. Kasseler Gesundheitstage

Foto: Mario Zgoll

Foto: Mario Zgoll

Die Gesundheitsbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Nordhessen, übertroffen lediglich von der Mobilitätswirtschaft. „Unsere Bemühungen zielen darauf ab, die Gesundheitswirtschaft in der Region zu stärken und weiterzuentwickeln“, erklärt Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH. In der Vernetzung der Anbieter sieht er den Schlüssel zum Erfolg. Die Kasseler Gesundheitstage, die in diesem Jahr in die sechste Runde gehen, leisten dazu einen wertvollen Beitrag. Jérôme sprach mit dem Wissenschaftlichen Leiter und Initiator der Gesundheitstage Prof. Dr. Hansjörg Melchior, Projektleiterin Bettina Ungewickel und Holger Schach über die bevorstehende Veranstaltung und langfristige Ziele.

Herr Schach, in der momentanen Umstrukturierung des Gesundheitssystems in Deutschland sehen Sie Chancen für Nordhessen. Welche sind das?

Holger Schach: Wir haben allein um die 100 Reha- und Akutkliniken und etwa 1500 Arztpraxen in Nordhessen. Die Gesundheitswirtschaft hat ein Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro und gibt 50 000 Menschen Arbeit. Nordhessen ist eine Gesundheitsregion und als solche müssen wir sie international bekannt machen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Holger Schach: Die Gesundheitswirtschaft muss sich als Netzwerk verstehen. Es zeigt sich, dass durch Kooperationen in Nordhessen einiges möglich ist. Ein Markt der wachsen wird ist zum Beispiel der Bereich Medical Wellness. Hier richtet man sich vermehrt an Selbstzahler. In einem Modellversuch haben Hotels und Kliniken bereits gemeinsame Angebote ausgearbeitet und Erfolg damit.

Was zeichnet die Kasseler Gesundheitstage aus?

Prof. Dr. Hansjörg Melchior: Die Kasseler Gesundheitstage sind eine Veranstaltung, wie sie noch im vergangenen Jahr bundesweit einzigartig war. Inzwischen wird das erfolgreiche Veranstaltungskonzept ebenfalls von Nachbarregionen umgesetzt. Es ist mehr als eine Messe, wo Gesundheitsanbieter sich einem breiten Publikum darstellen können. Wir haben  nicht nur Angebote für die Bevölkerung, sondern auch Weiterbildungsmöglichkeiten und Seminare für Mediziner und medizinische Assistenz- und Pflegeberufe. Erstmals haben wir in diesem Jahr eine Qualifizierungsveranstaltung für medizinische Fachangestellte im Angebot.

Was wird den Besuchern der Gesundheitstage in diesem Jahr geboten?

Bettina Ungewickel: Neben den Qualifizierungsangeboten für Fachpersonal bieten wir auch für Laienpublikum vielfältige Informationsmöglichkeiten. Es gibt unter anderem ein begehbares Herzmodell mit medizinischer Beratung, einen Ernährungsparcours, zu dem fachlich fundierte Tipps vermittelt werden und wir bieten unter dem Titel „Rückblick auf den Fortschritt“ eine Reise durch die Entwicklungsgeschichte medizinischer Geräte an. Auch für Kinder gibt es da viel zu erleben. Die Ausstellungsfläche ist größer geworden und auch die Zahl der Aussteller ist gewachsen – etwa 120 sind es in diesem Jahr. Darüber hinaus gibt es wieder einen Blutspendetermin und erstmalig kostenfreie Erste-Hilfe-Kurse.

Prof. Dr. Hansjörg Melchior: Ein Highlight an beiden Tagen ist auch die Kochshow mit dem hr1-Koch Meikel Pedrana, die am Samstag live im Radio übertragen wird.

Was bietet der Kongress seinen Teilnehmern?

Prof. Dr. Hansjörg Melchior: Die kostenfreien Vorträge, Foren und Workshops befassen sich vor allem mit Möglichkeiten der Prophylaxe. Es gibt zum Beispiel neue Erkenntnisse, wie man Krebs nicht nur frühzeitig erkennen, sondern sogar vermeiden kann. Experten für Lungen-, Darm-, Haut-, Prostata- und Brustkrebs haben wir als Referenten gewinnen können.

Bettina Ungewickel: In den Foren geht es um ganz unterschiedliche Themengebiete. Von Risiken bei Fernreisen über Essen und Trinken, Sport und Bewegung oder auch Depressionen.

Im vergangen Jahr rechneten Sie mit 3000 Besuchern, 5000 kamen. Wie viele werden es vom 16. bis 18. April 2009 sein?

Prof. Dr. Hansjörg Melchior: Wir rechnen wieder mit 5000 und nehmen ein Plus dankend in Kauf.

Holger Schach: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sucht gerade die fünf innovativsten Gesundheitsregionen Deutschlands. Da wollen wir dazugehören und haben es im ersten Auswahlverfahren schon unter die ersten 20 geschafft. Damit können wir unser Ziel, die nordhessische Gesundheitskompetenz als wichtigen Faktor für Wachstum und Beschäftigung erfolgreich weiterzuentwickeln, schneller erreichen. Die Gesundheitstage sind bereits ein Leuchtturmprojekt. Wir bohren aber sicher ein sehr dickes Brett.

www.kasseler-gesundheitstage.de

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