adam und ZAK – Ausstellung in der Caricatura

adam_ZAKAdam Trepczynski, alias adam, und Martin Zak gehören zusammen mit Joscha Sauer („Nichtlustig!“) zur jungen Generation der Cartoonisten. In ihren Biografien finden sich einige Parallelen: Beide wurden in Polen geboren, siedelten schließlich nach Deutschland über und erlebten das Ende des Kalten Krieges und den Fall der Mauer als Teenager. Soweit die Gemeinsamkeiten – als Zeichner gehen sie jedoch unterschiedliche Wege. adam wurde 1976 im polnischen Milanowek geboren. Der Wahlberliner studierte Informatik und war lange Zeit hauptberuflich Computerspielentwickler. Im Jahr 2000 entdeckte er seine Vorliebe für Cartoons – mit großem Erfolg. Seit 2003 ist er der Hauscartoonist der Zeitschrift DAS MAGAZIN, in der er unter der Rubrik „adams Universum“ drei Zeichnungen zu jeder Ausgabe beisteuert. Auch in der Titanic hat er bereits veröffentlicht. Mittlerweile sind seine Werke preisdekoriert: 2005 belegte er den zweiten Platz beim Deutschen Karikaturenpreis, 2008 den dritten.

adam hat sich vor allem die Nutzung von digitalen Medien zu eigen gemacht. Er produziert nicht nur klassische Cartoons, sondern animiert einige auch zu wenige Sekunden langen Spots. Außerdem gehören körperlich-räumlich ausgearbeitete 3-D-Kunst-Objekte sowie Simula-tionen und Spiele zu seinem Repertoire.

adams Protagonisten stammen zumeist aus der Tierwelt. Vor allem der Panda hat es ihm angetan. Die putzigen Tierchen stehen im Gegensatz zu den Pointen, die geprägt sind von einem bissigen schwarzen Humor. Dieser Kontrast verleiht seinen Cartoons einen ganz eigenen Charme. Es geht ihm um „die Missgeschicke rund um das Ende des Lebens“. adams Credo lautet: „Alles, was schiefgehen kann, lässt sich humoristisch verwerten.“ Im Mittelpunkt seiner Cartoons stehen oftmals der Tod oder ironische, schicksalhafte Begegnungen.

Humor ist für adam eine Weltanschauung: „Man kann durch Humor vielleicht nicht die Welt verändern, aber die Wahrnehmung.“ Vor allem dem schwarzen Humor schreibt er eine wichtige Funktion zu. Für ihn ist er „eine Art, mit der Welt umzugehen“, denn „irgendwie müssen wir ja mit ihr umgehen“.

Martin Zak wurde 1972 im oberschlesischen Beuthen (Bytom) geboren. Er studierte visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Illustration an der FH Bielefeld. Mittlerweile lebt er in Köln und arbeitet als freischaffender Cartoonist und Illustrator. Zu den ersten Zeitschriften, die seine Cartoons veröffentlichten, gehörten die Bravo, MAX und Matador. Hieran zeigt sich, dass Zak mit seinen Cartoons vor allem ein junges Publikum anspricht.

Seine Technik bezeichnet er allerdings selbst als „altmodisch“ und meint damit, dass er seine Cartoons per Hand zeichnet und nicht, wie mittlerweile viele Zeichner, am PC erstellt. Das Medium Internet nutzt er dennoch als Plattform zur Verbreitung seines Schaffens. Seine neue Cartoonserie „Who’s Perfect?“ findet sich hier genauso wie sein Kurzfilm-Projekt „Crash Test Dummies off Work“ mit animierten Cartoons, das in Indien, Russland und der Türkei im Fernsehen lief. Zaks klassische Cartoons sind aktuell regelmäßig im Eulenspiegel, im Nebelspalter und im MAD-Magazine zu sehen.

Zaks Figuren stehen in der Tradition von amerikanischen Zeichnern, wie Matt Groening (Simpsons) – mit klarer Outline und vollflächig angelegten, kräftigen Farben. Kennzeichen der Figuren sind die großen, kugelförmigen Augen. Zaks Pointen offenbaren seinen bitterbösen, skurrilen Humor. „Die fantasiereichen, boshaften, absurden und komischen Cartoons lösen beim Betrachter diese schöne Reaktion aus: Zak, das sitzt!“, schreibt der Kurier.

In seinen Büchern „Bettlektüre für Männer“ und „Bettlektüre für Frauen“ geht Zak gängigen Gen-der-Klischees satirisch auf den Grund, indem er Fragen wie „Können Frauen wirklich nicht rechts von links unterscheiden?“ oder „Denken Männer wirklich immer nur an Sex?“ behandelt.

Zwar unterscheiden sich adam und Zak durch ihre Zeichentechnik, doch ist am Werk von beiden beispielhaft abzulesen, wie sich Stil und Sujets des Cartoons am Anfang des 21. Jahrhunderts manifestieren. Sowohl adam als auch Zak verfolgen einen minimalistischen, vom digitalen Zeitalter geprägten Stil. Auf das Wesentliche reduziert, sind ihre Pointen geradlinig, offensiv und respektlos.

Ausstellung adam und ZAK
12. September bis 25. Oktober 2009

Eröffnung: 11. September, 19.30 Uhr
adam und ZAK sind anwesend

Öffnungszeiten: Donnerstags und freitags von 14 bis 20 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 12 bis 20 Uhr

Ort: CARICATURA – Galerie für komische Kunst im KulturBahnhof, Bahnhofsplatz 1

Eintritt: 3 Euro

www.caricatura.de

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