Einmalige Geschichten aus einer interessanten Stadt

Foto: Mario Zgoll

Foto: Mario Zgoll

„Kassel einmalig“ hieß es am 27. Mai im Café Nenninger bei den 22. Kasseler Gesprächen. Und wahrlich einmalig war auch die Atmosphäre im komplett ausverkauften Haus: Moderatorin Petra Nagel hatte sieben Podiumsgäste mit einmaligen Geschichten eingeladen. Es gab viel Applaus und gute Stimmung. Ein neuer roter Teppich im Café am Friedrichsplatz und der Duft von Kaffee und Kuchen sorgten für Entspannung. „Ein Hut ist Ausdruck der Persönlichkeit“, plauderte Modistin Carola König und erzählte, warum sie diesen Beruf einst ergriffen hat. Kreativ und phantasievoll sei die Arbeit, Hüte zu machen, so die Putzmacherin, die Geschäftsführerin in Kassels einzigem Hutgeschäft ist. Eine Dame, so verriet sie Petra Nagel im Gespräch, könne den Hut auch in Innenräumen auflassen: „Schon wegen der Frisur, die bei Abnahme des Hutes zerstört sein könnte.“

Ein Pastor zum Plaudern mit Ideen und Hut
Eine kurze Umfrage auf dem Podium ergab, dass auch die Herren am Tisch bei Gelegenheit Hut tragen. Zum Beispiel Stadtpfarrer Dr. Willi Temme. Er kam gutgelaunt und stellte seine Aktion „rent a pastor“ vor. Eine Erfolgsgeschichte, mit der der Pfarrer der Martinskirche in Kassel bereits im vergangenen Jahr bundesweit Schlagzeilen machte. Das Prinzip ist so einfach wie einmalig. Pfarrer Temme lässt sich im Rahmen seiner Aktion auch in diesem Sommer wieder für zahlreiche Aktivitäten „mieten“. Kostenfrei, versteht sich. Wer schon immer mal mit einem Pfarrer beim Eis plaudern wollte, sich mit ihm für einen Kinobesuch verabreden möchte oder philosophische Fragen erörtern: „rent a pastor“ macht es ganz ungezwungen möglich.

Sterne für den Koch, köstlich für die Region
Ebenso einmalig wie diese Aktion waren auch die Geschichten von Kassels Sternekoch Jürgen Richter. Der Mann, der im Steinernen Schweinchen kocht, überzeugte das Publikum mit seiner Koch-Leidenschaft. Und mit leckeren Bio-Lachs-Häppchen… Page sollte er eigentlich werden, Koch wollte der Junge aus Gudensberg aber werden. Und so begann eine Erfolgsgeschichte für den Gaumen. Jürgen Richter kochte sich quer durch die Republik, sammelte Sterne und Mützen. Und kehrte mit vielen leckeren Rezepten und Ideen in seine Heimat Nordhessen zurück. Gäste aus Kunst, Kultur und Wissenschaft Zu ihm passte Fleischermeister Dieter Rohde besonders gut. Er plauderte über Nordhessens Beste, die „Ahle Worscht“, und verriet Geschichten aus seinem Wursthimmel in der Frankfurter Straße. Fleischermeister Rohde setzt sich  für nordhessische Wurst mit Gütesiegel ein, für hochwertige Lebensmittel und die Freude am Genießen. Prof. Dr. Andreas Ernst ist der Leiter des Zentrums für Umweltsystemforschung an der Kasseler Universität. Der Umweltpsychologe erforscht unter anderem das Verhalten von Menschen bei ganz unterschiedlichen Wetterphänomenen. Die Auswirkungen des Klimas weltweit und für Nordhessen werden unter die Lupe genommen – das Thema Umwelt ist ein zentrales Thema an der Kasseler Universität.

Ungewöhnliches Duo
Petra Nagel hatte außerdem ein Künstler-Duo aus Gudensberg eingeladen, das mit ungewöhnlichen Kompositionen überzeugte. Sänger Jochen Faulhammer und Musikerin Christine Weghoff  plauderten über ihre musikalische Passion und boten Nordhessisches vom Feinsten. Sie ernteten stürmischen Applaus für ihre „Nordhessenhymne“. Jochen Faulhammer hat den berühmten Text „My way“ umgeschrieben zu „Mä sin doch au wer“, Christine Weghoff begleitet auf dem Akkordeon und heraus kommt eine pfiffige und spritzige hommage an die Region.

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