Erfinder und Naturforscher – „Wir brauchen junge Papins!“

Dieses Buch hat eine hohe Bedeutung für Kassel und kann noch eine ganz wesentliche Rolle spielen“ – Komplimente solcher Natur sind für regionalkundliche Werke nicht eben an der Tagesordnung. Doch Dr. Karsten Gaulke, Leiter des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts in der Orangerie, weiß genau, weshalb er das von den Kasseler Universitätsprofessoren Dr. Helmuth Schneider (Alte Geschichte) und Dr.-Ing. Frank Tönsmann (Bauingenieurwesen) herausgegebene Buch über den Erfinder und Naturforscher Denis Papin (1647–1712) über den grünen Klee lobt: „Wir befinden uns in den letzten Zügen der Weltkulturerbe-Anmeldung, und für die UNESCO-Überprüfung solcher Anträge ist aktuelle Sekundärliteratur ganz wesentlich.“

Zentraler Punkt des Antrages sind nämlich die Wasserkünste im Bergpark Wilhelmshöhe, als Denkmäler der Wissenschafts- und Technikgeschichte, und der jetzt im Euregioverlag erschienene Band zu Papin gibt eindrucksvoll Zeugnis darüber ab, welche Leistungen auf diesem Gebiet in Kassel bereits vor rund 300 Jahren erbracht wurden. Mit Denis Papin holte Landgraf Karl damals einen Visionär nach Nordhessen, dessen technischen Erfindungsreichtum er nicht nur zur Entwässerung der Karlsaue und zahlreicher Bergwerke, sondern auch zur Schöpfung einer mächtigen Fontäne im Bergpark nutzen wollte.

Hier waren Papins Anstrengungen zwar nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt, doch seine damit verbundenen Experimente mit einer Hochdruckdampfpumpe – im Vorfeld der Dampfmaschine und befördert von der Idee, so Prof. Dr. Schneider, „die Situation der Menschheit von der technischen Seite her zu verbessern“ – sollten später zur Revolutionierung der gesamten Arbeitswelt führen.

Seine laut Schneider dabei »absolut ingeniösen Ansätze« hätten möglicherweise noch weitere mächtige Techniksprünge ermöglicht, doch die Rahmenbedingungen – etwa das Fehlen entsprechend versierter Handwerker zur Umsetzung seiner Pläne – ließen dies nicht zu. Dieter Mehlich, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, deren alljährliche Großveranstaltung „Die Region trifft sich – die Region erinnert sich“ dieses Mal Denis Papin gewidmet war, sieht in der Beschäftigung mit dem Erfinder auch ein Signal, „das Augenmerk auf Talente zu richten.

Denn: Wir brauchen junge Papins. Es gilt, diese zu entdecken, zu fördern und zu veranlassen, hier in der Region zu bleiben und zu wirken.“ Der Band „Denis Papin – Erfinder und Naturforscher in Hessen-Kassel“, ist eine Veröffentlichung in der Reihe „Die Region trifft sich – die Region erinnert sich“ der Kasseler Sparkasse und im Buchhandel erhältlich für 20 Euro.

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