Gesundheitsregion Nordhessen – Strategischen Ansatz weiter mit Leben füllen

Foto: Mario Zgoll

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Deutschland braucht neue, zukunftsfähige Versorgungsstrukturen und eine intensivere Verknüpfung von Forschung, Entwicklung und Verwertung innovativen medizinischen Wissens. Das ist unbestritten und so sieht es auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Deshalb hat es 2007 den Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“ ausgelobt. Aus 85 Bewerberregionen sollten im Sommer dieses Jahres die besten fünf gekürt werden. Nordhessen hatte es – als einzige Region in Hessen – mit seinem Konzept Zukunftslabor Gesundheit zuvor bereits unter die Top 20 geschafft.

Am Ende waren es aber nur zwei Gesundheitsregionen, die Bildungsministerin Annette Schavan auszeichnete und künftig mit Millionensummen fördern wird.Die übrigen Bewerber bekamen die Chance, ihre Konzepte weiter zu verfeinern, um vielleicht doch noch zu den Siegern zu gehören. 2010 plant die Bundesministerin bis zu drei weitere Siegerkonzepte zu prämieren. Die Region Nordhessen will dabei sein.Vielleicht war die Entscheidung des Ministeriums, nur zwei Gesundheitsregionen auszuzeichnen, dem Wahljahr geschuldet. Das Ergebnis ließe das nicht erfreulicher erscheinen.

Zur Aufgabe der Projektverfeinerung ist für das Regionalmanagement Nordhessen als Initiator nun noch die dazu gekommen, die Partner bei Laune und an einem Tisch zu halten. Regionalmanager Holger Schach: „Im Mai 2010 wird neu entschieden. Bis dahin wollen wir den strategischen Ansatz weiter mit Leben füllen, denn wir haben gemeinsam Konzepte entwickelt, mit denen wir zumindest bundesweit Neuland betreten und eine Vorreiterrolle übernehmen könnten.“

Wirtschaftliches System
Das Thema Gesundheit ist wichtig für die Region Nordhessen, das hat man längst erkannt. „Gesundheit ist nicht nur als reiner Ausgabenposten vorhanden, sondern ein in sich geschlossenes wirtschaftliches System, das auch wachsen kann“, erklärt Schach. Und auch nach der Bäderkrise der 90er Jahre, durch die die Übernachtungszahlen um etwa zwei Millionen auf nun 6,9 Millionen gesunken seien, handle es sich weiterhin um ein wichtiges regionalwirtschaftliches Standbein. Man will stärker in touristische Angebote reingehen und Selbstzahler ansprechen, um Potenziale weiter aufzubohren.

Urlaub und Gesundheit verbinden
„Wir sind die erste Region, die flächendeckend Angebote gemeinsam mit der Gesundheits- und Tourismusbranche entwickelt hat“, sagt Holger Schach. Über zwei Jahre habe man dafür Gespräche mit Hotels und Kliniken geführt. Mit Medical-Wellness-Angeboten möchte man die Menschen gewinnen, die Urlaub und Gesundheit verbinden wollen. „Im Maritim Bad Wildungen zum Beispiel, gibt es zur Begrüßung ein intensives Gespräch mit einem Arzt, der mit dem Gast dann gmeinsam eine Therapie festlegt, die nicht nur dem Körper gut tut, sondern auch Spaß macht.“ Eine ganz neue Zielgruppe möchte man mit einem Konzept ansprechen, das sich an Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen wendet.

„Es geht um die Idee, das pflegende Angehörige in den Urlaub fahren und ausspannen können und die von ihnen gepflegte Person mitnehmen“, erklärt Bettina Ungewickel, Projektleiterin beim Regionalmanagement Nordhessen. Oft seien das Ehepartner, die ihren Gatten oder ihre Gattin nicht zu Hause lassen wollen. Noch befinde man sich in der Pilot-Phase, könne aber schon einzelne Einrichtungen vorweisen, die diese besondere Art von Urlaub anbieten.

Gesundheitsangebote in Unternehmen
Und auch in Betrieben möchte man das Gesundheitsangebot verbessern, hat dafür den Gesundheitspreis ausgeschrieben. Mit diesem Preis ausgezeichnet werden nordhessische Unternehmen, die besondere und wegweisende, über gesetzliche und andere Vorgaben hinausgehende, innovative Konzepte und Aktivitäten zur Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter vorweisen können. Alle zwei Jahre soll der verliehen werden, bei den ersten beiden Malen aufgrund der großen Nachfrage sogar in kürzeren Abständen.

„Der Preis ist Cluster übergreifend und soll möglichst viele Unternehmen motivieren, etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu tun“, so Schach. „Denn Krankenstand ist ein wichtiges Thema und wenn der durch eine gezielte Gesundheitsförderung reduziert werden kann, hat das auch Auswirkungen auf die Produktivität.“ Der Wettbewerb, der nach Angaben des Regionalmanagements „sehr gut angenommen“ wird, hat im ersten Step gleich 20 Bewerber auf den Plan gerufen. Große, mittelständische und auch kleine Unternehmen machen mit und tauschen sich aus.

Beide Beispiele laufen unabhängig vom Wettbewerb der Gesundheitsregionen, sind aber ein Indiz dafür, dass man sich Gedanken macht, wie man die Angebotspalette in Nordhessen erweitern und optimieren kann und vor allem, dass man Ideen auch umsetzt. Ob Nordhessen im bundesweiten Wettbewerb schließlich unter die besten fünf kommt, lässt sich noch nicht sagen. Aber, so Holger Schach, bei 85 Regionen, die sich beworben hatten, sei es ein sehr positives Signal, nach wie vor im Rennen zu sein.Weiter an dem Konzept „Zukunftslabor Nordhessen“ zu arbeiten, hält er auch aus einem anderen Grund für reizvoll: „Da geht es um zehn Millionen und die wollen wir für unsere Region haben.“

Mehr Informationen
zu Nordhessen, der Gesunheitsregion und ihren Angeboten gibt es im Internet:
www.nordhessen.de
www.regionnordhessen.de

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