Kasseler Gespräche: Geschichten rund um Hut und Haar

Foto: nh

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Es war ein wogendes, buntes Hutmeer, auf das ich bei den letzten Kasseler Gesprächen am 25. März blickte. „Kassel exotisch“ war das Thema, und es war wahrhaft exotisch. Ich hatte unter anderem den Kasseler Hutclub und eine von Kassels elegantesten Hutträgerinnen, Anneliese Hartleb, eingeladen – und die Damen kamen und verschönten den Gästen den Abend durch ihren Anblick und mit ihren Gesprächen. Ja, in Kassel gibt es einen Hutclub. Regelmäßig treffen sich die Frauen in der Markthalle zum Huttragen und zum Gespräch. Edeltraud Stork plauderte über die Annehmlichkeiten des Huttragens und machte Lust auf Mut zum Hut. Wenn das keine gute Idee ist! Eine, die es wert ist, vorgestellt zu werden.

Vom Hutgeschäft zu den Grimms
Kaum hatte ich ein wenig unter die Hüte und hinter die Kulissen geschaut, lernte ich Kassels einziges Hutgeschäft am Stern kennen. Die Geschäftsführerin ist noch eine „echte“ Modistin, eine Putzmacherin. Sie wird bei „Kassel einmalig“ zu Gast sein und ihr Handwerk vorstellen. Vorher aber durfte ich unter einer lila-farbenen Hutleihgabe des Hutgeschäftes Burghoff-Wegener den Abend moderieren und übte das Geradehalten des Kopfes … Stefan Becker und Carlo Ghirardelli alias Jacob und Wilhelm Grimm plauderten aus ihrem Leben als Schauspieler und spätberufenes nordhessisches Brüderpaar. Passend zum Abend verzauberten sie das Publikum mit dem haarreichen Märchen von Rapunzel …

Engagierte Podiumsgäste begeisterten
Haarig ging es weiter: Der Kasseler Friseur Frank Bosshammer ist naturgemäß ein Haarexperte. Das Thema setzt er eigenwillig und künstlerisch zusammen mit seinem Partner Thomas Herrmann in seinem Projekt 12 plus 1 um. Er frisiert in zwölf Städten auf öffentlichen Plätzen die Wahrzeichen der Städte in die Haare wildfremder Frauen. Ein Modell hatte er mitgebracht: Seine Kollegin und Friseurin Irina trug tapfer einen riesigen Hutaufbau mit dem Hundertwasser-Haus durch den Abend.

Bevölkerung stellt aus
Engagiert und kreativ begeisterte Dr. Kai Füldner an diesem Abend die Menschen. Der Direktor des Kasseler Naturkundemuseums plauderte so packend über sein Museum und die exotischen Ausstellungen, die es bietet, dass die ersten Gäste am liebsten noch des Abends zu einer Besichtigung aufgebrochen wären. 125 Jahre Naturkundemuseum heißt es in diesem Jahr. Den Kasselern zur Ehre hat man sich im Museum etwas ganz Besonderes ausgedacht: Kasseler Bürger können ihre eigenen Erinnerungsstücke bringen – wenn sie eine schöne Geschichte haben und irgendwie mit dem Thema Naturkunde zusammenhängen, könnten sie noch in diesem Jahr im Sommer in der Sonderausstellung „Die Bevölkerung stellt aus!“ zu sehen sein.

Ping-Pong-artig setzen sich die Geschichten fort. Die Kasseler Gespräche sind zu einer kleinen Informations-Börse geworden. Auf dem Podium werden Kontakte geknüpft und zwischen Besuchern im Café Nenninger und Podiums-Gästen findet in den Pausen und nach den Gesprächen ein reger Austausch statt.

„Kassel einmalig“ am 27. Mai
Wenn es am 27. Mai „Kassel einmalig“ heißt, wird Modistin Carola König zu Gast sein, Stadtpfarrer Dr. Willi Temme ist mit von der Partie, ebenso wie Sternekoch Jürgen Richter, Fleischermeister Dieter Rohde und das nordhessische Künstlerduo Jochen Faulhammer und Christine Weghoff. Sie alle haben einmalige Geschichten zu erzählen – ab 19.30 Uhr im Café Nenninger am Friedrichsplatz in Kassel. Um Reservierung wird gebeten unter der Telefonnummer (0561) 7661690. Der Eintritt kostet 6 Euro.

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