Kulturzelt Kassel in neuem Gewand – Rot-Gelb statt Blau

Foto: Bernd Schölzchen

Foto: Bernd Schölzchen

Trotz Wirtschafts- und damit auch Sponsorenkrise: Das Kulturzelt Kassel – seit mehr als 20 Jahren in jedem Sommer magischer Anziehungspunkt für Kulturfreunde aus der ganzen Republik – bleibt Nordhessen erhalten. Veranstalterin Angelika Umbach kann, insbesondere dank der großzügigen Unterstützung durch die Wintershall AG und des persönlichen Engagements von deren Vorstandsvorsitzenden Reinier Zwitserloot, erneut ein abenteuerlich bunt gemischtes Musikprogramm anbieten, das in diesem Jahr sogar in einem noch größeren und schöneren Zelt stattfindet. „Es ist nicht nur höher – was sicher dem Innenklima zuträglich ist“, berichtet Angelika Umbach, „sondern auch noch um einiges sturmsicherer.“ Zudem hat das Zelt, „dem die US-amerikanische Band Calexiko bereits ein eigenes Lied gewidmet hat“, die Farbe gewechselt: Aus dem bisherigen Blau wurde nun Rot-Gelb.

Hitze in Dosen
Zum Auftakt des an der Fulda, Höhe Drahtbrücke, veranstalteten Musikfestivals am Freitag, 26. Juni, ist es erneut gelungen, die israelische Sängerin Noa zu verpflichten. Seit rund 20 Jahren im Geschäft, tritt die friedensbewegte und mit vielen Ehrungen ausgezeichnete Musikerin in Kassel gemeinsam mit der arabischen Sängerin Mira Awad auf. Geboten werden durchaus poppige Kompositionen aus jemenitischer Folklore, hebräischen Chansons und englischer Poesie – das einzige Konzert des Festivals, das am Folgetag gleich wiederholt wird. Mit James Carter und seinem Quintett können Jazz-Freunde am Sonntag, 28. Juni, einem zeitgenössischen Titan dieses Genres lauschen. Schon mit 17 Jahren als Profimusiker in der Band von Wynton Marsalis engagiert, beherrscht der „Modern Creative“-Vertreter nicht nur die gesamte Saxophon-Palette plus Klarinette, sondern spannt seinen musikalischen Bogen dazu noch von den Standards bis hin zu Hip-Hop und Indie-Rock. Ähnliche Experimentierfreude würde man Canned Heat nicht nur am Donnerstag, 2. Juli, sicher schwer übel nehmen, doch die Woodstock-Veteranen können sich beherrschen: Sie bleiben „On the Road again“ und liefern mit ihrem Blues ’n’ Boogie nach wie vor die gute alte „Hitze in Dosen“.

Angelika Umbach, Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kultur- und Kommunikationsprojekten, der das Kulturzelt seit 1994 ausrichtet. Foto: Mario Zgoll

Angelika Umbach, Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kultur- und Kommunikationsprojekten, der das Kulturzelt seit 1994 ausrichtet. Foto: Mario Zgoll

Melancholisch und hoffnungsvoll
„Darum leben wir“: Worum es im großen Ganzen eigentlich geht (und überhaupt), besingt am Donnerstag, 9. Juli, Cassandra Steen, die meist in einem Atemzug mit Xavier Naidoo, Moses Pelham oder ihrer Band Glashaus genannt wird – Soul aus Deutschland, so melancholisch wie hoffnungsvoll. Pop aus Dänemark trägt die in ihrem Heimatland bereits als beste Songwriterin und Komponistin ausgezeichnete Tina Dico am Samstag, 11. Juli, im Kulturzelt vor. Ihr viertes, im September 2007 veröffentlichtes Album „Count To Ten“ erreichte in Dänemark bereits Platinstatus. Mächtig funky geht es mit Sicherheit zu beim Konzert von Mother’s Finest am Mittwoch, 15. Juli. 1970 gegründet, präsentiert sich die groovige US-Rock-Pop-Funk-Soul-Crossover-Band heute frischer denn je – und mit Gitarrist John Hayes, viel umjubelter Stammgast im Kasseler Rock-Liveclub „Fiasko“, hält die Band ohnehin schon lange den Draht in die Fulda-Metropole. „Schamlos schön“ verspricht am Donnerstag, 16. Juli, der Auftritt von Sängerin Tine Kindermann zu werden: Die deutschstämmige Amerikanerin trägt deutsches Liedgut aus fünf Jahrhunderten vor, unterstützt von prominenten Vertretern der New Yorker Downtown-Musikszene. Darüber hinaus treten bis zum 9. August unter anderem auf, jeweils um 19.30 Uhr: Jazzanova, Ulita Knaus, The Cat Empire, Nils Petter Molvaer, Sophie Hunger, Klee, Curtis Stigers, Anne Clark, Nils Landgren Funk Unit und wie immer, als krönender Abschluss, die 17 Hippies.

Das Gesamtprogramm findet sich im Internet unter
www.kulturzelt-kassel.de

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