Leticia gleich in drei Familien zu Hause

Die meisten Kinder und Jugendlichen haben eine Mutter und einen Vater. Na, klar! Was denn sonst, werden Sie sagen. Und doch: Jede Regel hat ihre Ausnahme. Die 17-jährige Leticia Kaory kann das bestätigen – jedenfalls auf ihre Art und Weise. Denn die Austauschschülerin aus Brasilien, deren Großeltern in Japan lebten, ist in diesem Jahr in drei verschiedenen nordhessischen Familien zu Hause. Zu tun hat das mit dem Rotary-Club Kassel-Hofgeismar. Die Einrichtung beteiligt sich seit vielen Jahren aktiv an dem internationalen Austauschprogramm ihres globalen Verbundes.

Drei Väter auf Zeit und eine junge Brasilianerin (v.l.): Ralf Bialke, Michael Reitz, Leticia Koary und Marco Soika. Foto: nh

Drei Väter auf Zeit und eine junge Brasilianerin (v.l.): Ralf Bialke, Michael Reitz, Leticia Koary und Marco Soika. Foto: nh

Handball sowie klassische Musik
Im Januar kam Leticia in Europa an. Zunächst nahm sie der damalige Clubpräsident Michael Reitz auf, mit dessen Tochter Lea die junge Südamerikanerin gemeinsam die 11. Klasse des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Hofgeismar besuchte. Der schulische Stoff überforderte sie nicht. Was kaum verwundert – hatte Leticia doch bereits im Alter von 16 Jahren in ihrer Heimat Abitur gemacht! So konnte sie sich verstärkt der deutschen Sprache widmen, die sie intensiv in der Volkshochschule kennenlernte.

Anfang des Sommers wechselte der Teenager, wie geplant, in die Familie von Pia und Ralf Bialke nach Kassel. Kürzlich folgte die dritte Station, als Leticia zu Britta und Marco Soika nach Ahnatal umzog. Die junge Dame findet’s prima. Sie kommt in Nordhessen glänzend zurecht. Ihre Freizeit gestaltet Leticia vor allem sportlich, indem sie Handball spielt. Darüber hinaus beschäftigt sie sich gern mit klassischer Musik.

Chile, Argentinien und die USA
Leticias Vater ist Rotarier und nahm so Kontakt mit dem Club Kassel-Hofgeismar auf. „In den letzten Jahren haben wir den internationalen Jugendaustausch ständig gefördert“, blickt Dr. Günter Grotmann-Höfling zurück. In dem Kontext war die Wolfhagenerin Ann-Sophie Bergmann 2011 in Chile gewesen. Agustin Ibanez aus dem argentinischen Neuquen hatte zwölf Monate in Nordhessen gelebt, während der Amerikaner Max Earp-Thomas aus Eugene/Oregon seinen Freund Clemens Stahl in Grebenstein besuchte.

Michael Reitz freut sich: „Rotarische Freunde haben wir überall auf der Welt. Deshalb ist es besonders schön, unseren Jugendlichen mit dem Austausch ein Erlebnis zu ermöglichen, bei dem sie andere Kulturen und Sprachen kennenlernen.“ Schließlich hat auch Nordhessen viel zu bieten – mitunter drei zusätzliche „Väter auf Zeit“.

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