Petra Nagel präsentierte 28. Kasseler Gespräche „Kassel ursprünglich“ – Ursprüngliche Geschichten aus Nordhessen

Der stachelige Vierbeiner war eindeutig der Star der 28. Kasseler Gespräche „Kassel ursprünglich“ im Café Nenninger. Gelassen hockte der kleine Igel auf der Schulter von Igel-Arche-Chef Rüdiger Rister aus Zierenberg. Während Gastgeberin und Moderatorin Petra Nagel alles über die Igel-Auffang- und Forschungsstation erfragte, schien der stachelige Geselle zu meditieren.

Moderatorin Petra Nagel mit ihren Talkgästen vor dem Café Nenninger. Foto: Mario Zgoll

Moderatorin Petra Nagel mit ihren Talkgästen vor dem Café Nenninger. Foto: Mario Zgoll

Kasseler Gespräche mit Vier-und Zweibeinern
Ganz und gar nicht meditativ, sondern informativ und unterhaltsam waren die Geschichten der Gäste aus Nordhessen. Für den musikalischen Höhepunkt des Abends sorgten die Borkener Bärenfänger. Kernige Borkener Urgesteine mit einer sehr ursprünglichen, nordhessischen Geschichte. Denn als einst mutige Borkener Männer einen Bären schießen wollten, fanden sie am Morgen nach dem tödlichen Schuss lediglich ein Wildschwein vor. Das begleitet Sie seitdem zu ihren Auftritten.

Der Borkener Bürgermeister Bernd Heßler, seit über 20 Jahren im Amt, erzählte vom Wandel seiner Stadt. Das Grubenunglück von Stolzenbach 1988 forderte 51 Menschenleben. Die Bergbau-Ära in Borken endete mit dieser Katastrophe und die Stadt und die Menschen mussten sich neu orientieren. Unter anderem ein Bergbaumuseum und ein großer Museums-Freilichtbereich erzählen heute von der Geschichte des Bergbaus im Braunkohlerevier.

Von Bären, Märchen und nordhessischem Bier
Bunt gemischt war die Runde, auch Dr. Jürgen Barthel war mit von der Partie. Er ist seit 20 Jahren Kasseler Stadtkämmerer und somit mit den finanziellen Höhen und Tiefen der Stadt vertraut, ebenso mit den unterschiedlichsten politischen Konstellationen. Fast märchenhaft wurde es mit einer ursprünglichen Geschichte rund um Märchen-Erzählerin Dorothea Viehmann. Deren Ur-Ur-Ur-Ur-Neffe Frank Bettenhäuser, Chef der Hütt-Brauerei in Baunatal, war zu Gast. Er plauderte über die Knallhütte, über Dorothea und ihre Begegnung mit den Brüdern Grimm, über Verwandtschaftsgrade hin zu Geheimrat Goethe und über nordhessisches Bier: Seit neun Generationen ist die Brauerei in Familienbesitz.Bürgermeister Manfred Schaub aus Baunatal sprach über die Leidenschaft zur Politik und den Willen etwas zu gestalten. Er ist auch sportpolitischer Sprecher der Bundes-SPD und gab Einblicke in Arbeitsweisen und Entscheidungen.

Politik trifft Kultur, Natur und Märchen
Kultursommer-Intendantin Maren Matthes, ebenfalls zu Gast, plauderte über das Entdecken neuer Spielorte, die Entwicklung Nordhessens und über Künstler, die gern in die Region reisen. Der Kultursommer ist zu einer festen Größe geworden und die Intendantin kümmert sich um vieles – auch wenn ein Künstler schnell ein Pferd benötigt, wie geschehen. Der Kultursommer Nordhessen macht es möglich.

„Kassel überragend“ am 27. Oktober
Viele Geschichten aus Nordhessen gab es an diesem Abend – und einen Ausblick auf die 29. Kasseler Gespräche am  27. Oktober ab 19.30 Uhr im Café Nenninger am Friedrichsplatz. Dann zu Gast bei Petra Nagel: Prof. Dr. Thomas Dimpfl, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Kassel, Psychiater Dr. Michael Schmidt, Schlossherr Fabian von Berlepsch, Jausenstation-Betreiber Matthias Pflüger und Sänger Sören Flimm. Um Voranmeldung unter (0561) 7661690 wird gebeten, Eintritt: 9 Euro.

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