Sprunghafte Wesen – Katzenausstellung im Naturkundemuseum

Museumsleiter Dr. Kai Füldner mit einer Geparden-Szenerie. Das Hintergrundfoto schoss Füldner selbst in Namibia.

Museumsleiter Dr. Kai Füldner mit einer Geparden-Szenerie. Das Hintergrundfoto schoss Füldner selbst in Namibia.

Kaum tot, und schon spielt sie Klavier: die Siamkatze der Oma von Miriam Schmidt. Die Präparatorin des Kasseler Naturkundemuseums verwandelte die verstorbene Mieze kurz entschlossen in ein Mitglied des musikalischen Katzen-Quartetts aus Disneys „Aristocats“, einer der optischen Höhepunkte der neuen Sonderausstellung „Alles für die Katz’“, die auf 400 Quadratmetern facettenreich deren Natur- und Kulturgeschichte beleuchtet. Als Einstieg dafür wurde die übersinnliche Rolle der Katze gewählt – als Begleiterin der „buckligen Hexe“ im Märchen wohlbekannt, doch wer ahnt schon, dass es im 15. und 16. Jahrhundert aus Aberglauben üblich war, Katzen beim Hausbau im Fundament zu vermauern? Verehrt wurden sie hingegen schon vor rund 3000 Jahren in Ägypten, sogar in Gestalt der Katzengöttin Bastet.

Wie der Tagesablauf einer heutigen Hauskatze aussieht, wird aus deren eigener Perspektive gezeigt in einem per „Cat-Cam“ entstandenen Film. Vor allem jedoch werden die 37 Arten ihrer wilden Verwandtschaft präsentiert, vom Luchs über den Schneeleoparden bis hin zum Jaguar, der in grauer Vorzeit auch in Nordhessen heimisch war, wie nicht zuletzt der Säbelzahntiger. Harmlos und possierlich wirkt dagegen das winzige Tigerbaby unserer Tage, dem jedoch ebenso das schockierende Schicksal von Katzen gegenübergestellt wird, die etwa in die Fänge der chinesischen Pelzindustrie geraten. Die Sonderausstellung „Alles für die Katz’“ wird noch bis zum 18. Oktober im Naturkundemuseum im Ottoneum gezeigt. www.naturkundemuseum-kassel.de.

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