Viel Beifall für Annas brillantes Referat

Es war der Auftritt ihres noch jungen Lebens: Die 13-jährige Anna Kaiser übernahm die anspruchsvolle Aufgabe, ein Referat über die 250-jährige Geschichte der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (IHK) zu verfassen. So avancierte das Mädchen quasi zur Moderatorin des Films, der die wechselvolle Historie der Einrichtung darstellte. Das Team der BL&P Film und TV GmbH, geleitet von Redakteur Jan Streckfuß, drehte die audio-visuelle Zeitreise an verschiedenen Orten in Nordhessen, etwa in der Orangerie und der Murhardschen Bibliothek.

Der Hauptgeschäftsführer zum Finale am Schlagzeug: Mit seiner Band präsentierte Dr. Walter Lohmeier eine Reihe gefühlvoll interpretierter Blues-Songs – und erntete großen Beifall. Foto: Mario Zgoll

Der Hauptgeschäftsführer zum Finale am Schlagzeug: Mit seiner Band präsentierte Dr. Walter Lohmeier eine Reihe gefühlvoll interpretierter Blues-Songs – und erntete großen Beifall. Foto: Mario Zgoll

Der kurzweilige Streifen dokumentiert den Weg der IHK vom Commerz-Colleg 1763 bis in die Gegenwart. „Es hat richtig Spaß gemacht“, blickt Dr. Martin Viessmann auf die Dreharbeiten zurück. Neben dem IHK-Präsidenten kommen dessen Stellvertreter Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun und Jörg Ludwig Jordan sowie Dr. Friedrich von Waitz zu Wort.

Erfolgsmodell deutscher Wirtschaftsgeschichte
Die Premiere des Films bildete den Auftakt zum Jubiläumsfestakt der Kammer in der von Lenz-Events effektvoll ausgeleuchteten documenta-Halle. Vor über 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Schulen und Verbänden bezeichnete Ministerpräsident Volker Bouffier die IHK „als Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaftsgeschichte“. Bouffier: „Seit einem Vierteljahrtausend sprechen Unternehmen in Nordhessen und dem Altkreis Marburg mit einer starken Stimme. Das Ziel ist damals wie heute gleich – bestmögliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft der Region zu schaffen.“

Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind nach Auffassung des Regierungschefs gestellt: „Ein hervorragender Arbeitsmarkt, ein breiter Branchen-Mix, der Innovationen fördert, und ein wettbewerbsfähiger Mittelstand sorgen dafür, dass der Norden unseres Landes eine der dynamischsten Regionen der Bundesrepublik ist.“ Er lobte, dass mehr als 3.000 Haupt- und Ehrenamtliche bei der IHK Verantwortung für ihre Heimat übernähmen. Deren Einsatz sei der Motor des Erfolgs.

Wie in einem Staffellauf der Ideen
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Prof. Hans Heinrich Driftmann, überbrachte die Glückwünsche der gesamten IHK-Organisation: „Herzlich gratuliere ich den Generationen von Kaufleuten in der Region. Es sind Frauen und Männer, die wie in einem Staffellauf die Idee der engagierten Kaufmannschaft weitergegeben haben – zugunsten der Region, der Menschen, die hier leben, und des eigenen Geschäfts.“

Die Geburtstagsfeier war gut besucht. Foto: Mario Zgoll

Die Geburtstagsfeier war gut besucht. Foto: Mario Zgoll

Auf internationalem Parkett werde er immer wieder gefragt, warum sich Deutschland nach der Krise 2008 so schnell habe erholen können. Dafür gebe es viele Gründe, so Driftmann. Einer sei, dass man in der Bundesrepublik in Regionen lebe. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Region mithalten kann im internationalen Wettbewerb als Lebens- und Wirtschaftsraum“, so der DIHK-Präsident.

Dr. Martin Viessmann gab einen Überblick über das Vierteljahrtausend wirtschaftliche Selbstverwaltung in Nordhessen. Am 8. März 1763 sahen sich erstmals Repräsentanten der Wirtschaft, Fabrikanten und Kaufleute gefordert, sich selbst um die ökonomische Entwicklung zu kümmern, berichtete er. Von Anfang an habe die Förderung des Messeplatzes Cassel im Mittelpunkt der Aktivitäten gestanden. Dann seien Infrastrukturaufgaben hinzugekommen, die Verkehrspolitik, zudem die Förderung von Bergbau und Fabrikwesen sowie der Aus- und Weiterbildung. „Das sind Themen, die uns auch heute beschäftigen“, unterstrich Viessmann.

Sowohl die ehrenamtlichen als auch die hauptamtlichen Kräfte stünden vor großen Herausforderungen. Das gelte für die demografische Entwicklung wie für das Gewinnen von Fachkräften, die Stärkung attraktiver ländlicher Standorte, die verbesserte Ausbildungsfähigkeit junger Menschen sowie die intensivere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Über die IHK-Organisation bringe sich die Wirtschaft bei überregionalen Themen ein – etwa bei der Energiewende.

„Vor 25 Jahren waren wir Zonenrandgebiet. Heute sind wir ein prosperierender Wirtschaftsraum im Herzen Europas“, brachte Viessmann die jüngere Geschichte auf den Punkt.

Hauptgeschäftsführer am Schlagzeug
Umrahmt wurde die Veranstaltung, die das Team um die PR-Profis Thomas Rudolf und Andreas Nordlohne beeindruckend in Szene setzte, von einer sehenswerten Ausstellung. Anhand von Kunstwerken konnten die Gäste die Kammerhistorie hautnah erleben.

Souverän führten die „Brüder Grimm“ durch den Festakt. Die Schauspieler Carlo Ghirardelli und Stefan Becker verkörperten das Duo. Mit stimmungsvollen Interpretationen sorgte das Gitarrenensemble der Musikakademie der Stadt Kassel für ansprechende Klänge. Zum Finale ließ es sich der IHK-Hauptgeschäftsführer nicht nehmen, sich selbst ans Schlagzeug zu setzen. Mit seiner Band präsentierte Dr. Walter Lohmeier eine Reihe gefühlvoll interpretierter Blues-Songs – und erntete dafür großen Beifall.

Einer beging das Jubiläum auf seine persönliche Weise: Dr. Walter Giesler. Ungeachtet aller gesundheitlicher Handicaps, war der langjährige Hauptgeschäftsführer, der die Geschicke der Kammer so maßgeblich mitgeprägt hatte, begleitet von Ehefrau Sigrid, mit von der Partie. Wer ihn beobachtete, dem entging nicht, mit welcher Freude Giesler zahlreiche Wegbegleiter vergangener Tage begrüßte und so manche Erinnerung austauschte.

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