Weltmeisterlicher Wasserverbrauch beim WM-Finale

Extremer Verbrauchsanstieg in der Pause

Jeder meint zu wissen, dass der Wasserverbrauch in Pausen wichtiger Sportereignisse nach oben schnellt. Und je wichtiger das Spiel – desto extremer die Verbrauchsspitzen. Und ja, dieses Wissen ist kein moderner Mythos. Ein ganz besonderes Extrem haben die Vellmarer und Kasseler beim gestrigen Finale der Fußballweltmeisterschaft zur Halbzeitpause und nach dem Ende der regulären Spielzeit geschafft: In der Pause ist der Verbrauch auf einen Schlag um das 2,6-fache angestiegen.

Wasserverbrauch in Kassel während des WM-Finales Deutschland-Algerien. Quelle: Städtische Werke

Wasserverbrauch in Kassel während des WM-Finales Deutschland-Algerien. Quelle: Städtische Werke

Schon vor dem wichtigsten Fußballspiel des Jahres zeigt die Verbrauchskurve, welche Bedeutung dieses Spiel für die Nordhessen hatte. Zwischen 20.30 Uhr und dem Spielbeginn um 21 Uhr sank der Stundendurchsatz von 1.600 auf 1.100 Kubikmeter, bis zum Ende der ersten Spielzeit dann auf gut 800 Kubikmeter. Vorbildmäßig verhielten sich die Nordhessen dann zur Pause. 1.900 Kubikmeter pro Stunde rauschten durch die Leitung und im Anschluss durch die Toilettenspülungen. Gleiches Bild nach dem Ende der 2. Halbzeit, der kleinen Pause der Verlängerung und auch nach Ende des Spiels. Wie üblich allerdings nicht ganz so deutlich ausgeprägt wie in der Halbzeitpause.

Würde die Mitarbeiter der Städtische Werke Netz + Service GmbH ein wenig Laienpsychologie betreiben, dann käme vielleicht Folgendes dabei heraus: Das Nervenkostüm der Nordhessen war in der zweiten Hälfte der Verlängerung so angekratzt, dass sie sich nicht einmal mehr auf die Toilette trauten. Denn der Verbrauch lag in diesen 15 Minuten mit lediglich 600 Kubikmeter pro Stunden sogar noch 200 Kubikmeter unter dem Schnitt der drei vorherigen Spielzeiten. Aber bei der Netzgesellschaft der Städtischen Werke arbeiten vornehmlich Menschen mit einem technischen Hintergrund – also begnügen sie sich mit dem, was sie wirklich können: feiern, das Deutschland Weltmeister ist!

Die Technik im Hintergrund: rund 1.025 Kilometer Trinkwasserleitungen, 19 Hochbehälter und 20 Pumpstationen in Kassel und Vellmar. Und selbst bei einem Stromausfall wäre die Wasserversorgung gewährleistet gewesen. Zwar ohne Fußball und im Dunkeln, aber für gute 24 Stunden.

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