Knochen und Implantat während einer OP

Knochen und Implantat in Einem: Dr. med. dent. Bernd Giesenhagen präsentiert im Seminarraum seiner Gemeinschaftspraxis in Melsungen seine Methode der Ring-Technik, die Patienten mehr Zeit und Lebensqualität schenkt. Foto: Rehwald

Knochen und Implantat in Einem: Dr. med. dent. Bernd Giesenhagen präsentiert im Seminarraum seiner Gemeinschaftspraxis in Melsungen seine Methode der Ring-Technik, die Patienten mehr Zeit und Lebensqualität schenkt. Foto: Rehwald

Soeben kommt er aus St. Petersburg zurück. Dort hat der Melsunger Zahnarzt Dr. med. dent. Bernhard Giesenhagen für seine russischen Kollegen einen zweitägigen Kurs zum Thema Kieferknochenaufbau, einem Spezialgebiet der Implantologie, gegeben. „Die Implantologie ist heute die sicherste und eleganteste Form des modernen Zahnersatzes“, sagt der weltoffene Zahnmediziner.

Damit eine Implantation erfolgreich durchgeführt werden kann, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. „Patienten, deren Kieferknochen defekt sind, benötigen zuerst eine Knochentransplantation, bevor das Implantat sicher eingesetzt werden kann“, erklärt Bernd Giesenhagen. „Dafür waren früher zwei operative Eingriffe mit einer Heilungszeit von etwa einem Jahr nötig.“

Jetzt hat der Zahnarzt eine neue Methode entwickelt, um Menschen, die zum Beispiel durch Parodontose oder das jahrelange Tragen einer Prothese, durch einen Unfall oder einen Tumor vor der Implantation eine Kieferknochentransplantation benötigen, besser zu helfen. Seine Ring-Technik ermöglicht die Knochentransplantation und das Einsetzen des Implantats während einer einzigen Operation. Mit der speziell für diese Technik entwickelten Trepan-Fräse entnimmt der Chirurg zunächst einen Knochenring, zum Beispiel aus der Kieferregion am Kinn des Patienten. Dieser Knochenring wird anschließend passgenau an der zuvor ausgefrästen, für das Implantat vorgesehenen Stelle des Kiefers eingesetzt. „Der Knochenring sitzt im Kiefer wie der Korken in der Flasche“, erklärt Bernd Giesenhagen. „Das Implantat wird nachher einfach in das Ringinnere eingesetzt.“ Nach der Operation benötigt der Patient eine Zeit der Heilung von etwa sechs Monaten, dann erhält er seinen neuen Zahnersatz.

„Mit der Ring-Technik ersparen wir den Menschen einen operativen Eingriff und schenken ihnen Zeit und Lebensqualität“, freut sich Bernd Giesenhagen. Der engagierte Zahnmediziner und gebürtige Melsunger beschäftigte sich schon mit der Implantologie, als sie noch in ihren Kinderschuhen steckte. Bereits in den 80er Jahren spezialisierte er sich auf das damals noch neue Gebiet der Zahnheilkunde. Heute ist er in der Welt der Zahnmedizin einer der angesehensten Spezialisten für Implantologie. Seine Praxis in einem der stilvoll renovierten Fachwerkhäuser Melsungens, ausgestattet mit eigenem zahntechnischem Labor, zwei OP-Räumen und Aufwachraum, teilt er sich mit fünf weiteren Zahnärzten. „Gemeinsam decken wir alle Disziplinen der Zahnheilkunde ab“, sagt der Absolvent der medizinischen Fakultät der Universität Kiel. „Bei uns erhalten die Patienten die komplette zahnärztliche Versorgung.“

Neben seiner Tätigkeit als Spezialist für Implantologie in der Gemeinschaftspraxis, bei der ihn besonders die beiden Zahnärzte Dr. Marco Schwan als weiterer Oralchirurg und Dr. Uwe Thon als Prothetiker tatkräftig unterstützen, gibt Bernd Giesenhagen auch gern seine über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen an andere Kollegen weiter. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er das internationale Zentrum für zahnärztliche Implantologie und Fortbildung Pro-Implant, dessen ärztlicher Leiter er ist. Während Geschäftsführerin Susann Giesenhagen die Organisation der Kurse und die Betreuung der Gruppen übernimmt, referiert Bernd Giesenhagen in den Fortbildungsveranstaltungen für Zahnmediziner, Kiefer- und Oralchirurgen zu allen Teilbereichen der Implantologie. „Unseren 1 000. Besucher begrüßten wir im Jahr 2007“, erzählt das eingespielte Team. „Inzwischen waren mehr als 2  000 Chirurgen und Zahnmediziner aus allen Erdteilen, von Australien über Südafrika bis nach China, bei uns zu Gast in Melsungen.“

Bernd Giesenhagens Methode der Ring-Technik ging um die Welt wie ein Lauffeuer. Jetzt bildet der erfolgreiche Zahnmediziner im Melsunger Zentrum Pro-Implant Zahnärzte aus der Region, aus Deutschland und rund um den Globus in der Anwendung der neuen Implantationsmethode aus. Um die Ring-Technik praktisch kennen zu lernen, verfolgen die Gruppen auf dem Bildschirm im Seminarraum der Gemeinschaftspraxis Operationen, die live mit der Kamera aus dem OP-Raum übertragen werden. Zudem hält Bernd Giesenhagen Vorträge, bildet Ärzte weiter und gibt Lehrveranstaltungen für Zahnmediziner auf der ganzen Welt. „Mit der Ring-Technik kann 99 von 100 Patienten geholfen werden“, sagt er. Auch seiner nächsten Tätigkeit blickt Bernd Giesenhagen mit Spannung entgegen. Im Sommer doziert er an der Goethe-Universität Frankfurt am Main im ersten internationalen Masterstudiengang für Implantologie.

2 Kommentare

Norbert Krutzik

Sehr gehrter Herr Dr.Giesenhagen,
Ich wäre ihnen sehr verbunden wenn Sie mir bitte eine Zahnartzpraxis
nennen könnten in der ich mir Implantate nach Ihrer neuen RingTechnik
setzen lassen könnte . Ich finde hierüber keine Information im Internet
Vielleicht kann ich mich auch in Ihrer Praxis behandeln lassen ?
Vielen Dank für Ihre Entgegenkommen .
Mit vielen Grüßen – N.J Krutzik

Angelika Ochmann

Lieber Herr Dr. Giesenhagen,
ich wünsche Ihnen und Ihrem Team alles Gute für die neue Praxis und für Ihre neue Aufgabe.
Falls Sie ein Model für Ihre Uni brauchen, ich würde jederzeit meinen Mund öffnen. Ich lasse mir jetzt im UK und im OK einen losen Klickaufbau machen, (wegen der Reinigung). Ich hätte nicht gedacht, daß das alles gut geht bei 11 Implantaten, man hört so viel negatives, wahrscheinlich weil sich jeder Zahnarzt jetzt Implantologe nennt.
Grüße aus Augsburg
Angelika Ochmann
o.p. vom 26.10.2010
Probantin für Italien

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