Oberbürgermeister Bertram Hilgen: Gut gerüstet für die Zukunft!

Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel

Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel

Kaum zu glauben, dass seit dem Fall der Mauer bereits 20 Jahre vergangen sind. Zu lebendig sind noch die Erinnerungen, als sich der Eiserne Vorhang für immer öffnete und Kassel aus dem Zonenrand in die Mitte Deutschlands trat. Unvergessen der Mut der Menschen in der DDR, die mit ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit der Staatsmacht die Stirn boten und ihre Ohnmacht überwanden, die ein Leben in zwei totalitären Systemen hervorgerufen hatte.

„Wir sind das Volk“: Mit dem Ruf der 70000 Leipziger am 9. Oktober 1989 war die friedliche Revolution nicht mehr aufzuhalten. Und mit der Mauer fielen auch so manche Gewissheiten und Gesinnungen in sich zusammen. Von der Zivilcourage der Menschen und dem nachträglichen Stolz, sie offen gezeigt zu haben, ist in unserer Gesellschaft abseits der Gedenktage viel zu wenig die Rede. Dabei ist die Erinnerung an diese historische Leistung etwas sehr Kostbares.

Nicht nur geographisch brachte die Wiedervereinigung Kassel in eine glückliche Lage. Es ergaben sich wirtschaftliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten, die entschlossen genutzt wurden. Gerade in jüngster Zeit ist ein bemerkenswerter Aufschwung gelungen, der Kassel Gewerbesteuerrekorde bescherte, für Haushaltsüberschüsse und Schuldenabbau sorgte und sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkte. Industrielle Kerne, neue Technologien, moderne Dienstleistungen und ein professioneller Wissenstransfer aus unserer Universität prägen das heutige Wirtschaftsleben. Zudem sind wir stolz darauf, dass Kassel zu einer Plattform für die Energiefragen der Zukunft geworden ist. Hier setzen wir sowohl in der Forschung wie in der Anwendung Standards.

Eine Studie des Wirtschaftsinstituts Prognos hat uns erst kürzlich attestiert, dass wir wirtschaftlich gut für die Zukunft gerüstet sind, weil wir eine überdurchschnittliche Konzentration von zukunftsfähigen Branchen vorweisen können. Dem demografischen Wandel zum Trotz bleiben die Bevölkerungszahlen stabil. Jahr für Jahr nehmen immer mehr junge Menschen ein Studium in Kassel auf, im Wintersemester 2009/2010 sind es fast 5000! Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit lassen das Kongress- und Tagungsgeschäft florieren, die Kapazitäten müssen ständig der Nachfrage angepasst werden. Und der Tourismus verzeichnet auch außerhalb der documenta enorme Zuwächse.

Und wie sieht es bei den weichen Standortfaktoren aus? Kulturell ist Kassel große Klasse. Keine deutsche Stadt vergleichbarer Größe hat dieses breite und qualitätsvolle Kunst- und Kulturangebot vorzuweisen, nirgendwo findet man so viele kreative Menschen und Institutionen. Längst ist Kassel kein Geheimtipp mehr, wenn es um Lebensqualität, Erholung und Freizeit geht. Vom Herkules bis zur Fuldaaue breitet sich eine (Park)Landschaft aus, die ihresgleichen sucht. Und mittendrin pulsiert urbanes Leben. Guter Bürgersinn und ein vielfältiges Engagement runden das Bild ab.

Kein Zweifel also, dass sich Kassel in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr vorteilhaft gewandelt hat. Ich lebe und arbeite gerne hier. Die Stadt ist selbstbewusster geworden und zeigt es auch. Was Kassel heute ausmacht, ist in jeder Jérôme-Ausgabe aufs Neue zu bestaunen. Facettenreich war unsere Stadt schon immer. Glückliche Umstände, vorhandenes Potenzial und viele weitsichtige Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft haben es verstanden, den der Stadt innewohnenden Stärken den richtigen Schliff zu geben. Ein Glanz, der überdauern wird.

Bertram Hilgen

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